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Stahltreppe als Kommunikationsplattform im Forschungsgebäude

Neubau eines Forschungszentrums in Berlin
Aufsehenerregend kommunikativ

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In Berlin wurde das neue Forschungsgebäude des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) eröffnet. Herzstück des modernen Baus und zentrales Erschließungselement aller Ebenen bildet eine gerundete Stahltreppe, die sich spektakulär nach oben schraubt und dabei eine analoge Kommunikationsplattform mit wechselnden Aussichten bietet.

Anforderung:

Zentrale Erschließung aller Ebenen mit exklusivem Architekturanspruch

Lösung:

3/4-gewendelte Treppe mit 115 Steigungen ohne Zwischenpodeste gemäß DIN 18065


Das im Frühjahr 2019 eingeweihte Berlin Institute for Medical Systems Biology ist Teil des 1992 gegründeten Max-Delbrück-Centrums für molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft. Am BIMSB arbeiten rund 250 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen wie Molekularbiologie, klinische Forschung, Biochemie oder Informatik zusammen. Mit 39 Millionen Euro wurde das Projekt überwiegend vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Land Berlin gefördert.

Die Medizinische Systembiologie ist ein junger, sich rasant entwickelnder Forschungszweig. Daher sah sich der Architekt Volker Staab beim Entwurf mit einer spannenden Aufgabe für das neue BIMSB-Gebäude konfrontiert. Es ging um die Frage: „Wie organisieren wir Arbeitsabläufe in der Forschung?“, so Staab. Der „nicht vorhersehbaren und sich ständig ändernden Umgebung“ tragen große Räume Rechnung, für welche er ebenso viele Computerarbeitsplätze wie Laborplätze plante, die sich aber flexibel ineinander verwandeln ließen. Die offenen Arbeitsräume ohne Wände bieten Werkstattcharakter durch Sichtbeton und robuste Materialien.

„Wir wollten, dass man sich immer wieder zwangsläufig begegnet“, beschreibt der Architekt die zweite Anforderung an das Gebäude. Denn durch Kommunikation und Austausch zwischen den Disziplinen, die das Haus unter seinem Dach vereint, entstünden neue Ideen. Eine „zentrale Erschließung“, die große Halle mit der monumentalen Wendeltreppe aus dunklem Metall, bietet diesen kommunikativen Ort. Für die Treppe fragte das Architekturbüro die MetallArt Treppen GmbH an. Angesichts des Know-hows und der State of the Art-Technologien entschied sich das Berliner Max-Delbrück-Centrum als Bauherr für den Treppenbauer.

Stahltreppe: Hochkomplex und doch fließend

Als Musterbeispiel innovativer Handwerkskunst verbindet die Wendeltreppe mit brüstungshohen Stahlwangen alle fünf Etagen miteinander. Die ovalen Öffnungen der jeweiligen Betondecken, die beim 3D-Aufmaß eine Herausforderung darstellten, sind versetzt zueinander angeordnet, so dass die durchgängige Sicht bis ins oberste Stockwerk verwehrt bleibt. Der Blick fällt stattdessen auf technisch anspruchsvolle Feinheiten der monumentalen Konstruktion. Die durchgehend senkrechten Treppenläufe zwischen den einzelnen Geschossdecken sind freitragend und verleihen der Treppe ihren skulpturalen Charakter.

Ergänzt wird die Treppenarchitektur durch waagrecht verlaufende Brüstungswangen an den elliptischen Deckenrändern. Doch nicht nur die außergewöhnliche Formgebung überzeugt: Auch durch die tangentiale Ausführung der Bauteilverbindungen an gerundeten oder gebogenen Flächen entsteht ein fließender Gesamteindruck der Treppenanlage. MetallArt fertigte die 3/4-gewendelte Skulptur mit insgesamt 115 Steigungen ohne Zwischenpodeste gemäß DIN 18065. Akkuratesse war bei der Stufenkonstruktion gefragt, da der Überstand von Tritt- zur Setzstufe nur 2 mm betrug. Eine weitere Herausforderung war die gleichmäßige Ausführung der Fase über die gesamte Stufenbreite. Die Laufbreite beträgt 1 380 mm und die Höhe eines Geschosses etwa 4 000 mm. Ein Rundrohrhandlauf verläuft gemäß der Treppengeometrie ansteigend gebogen und ist mit der äußeren Wange verbunden. Da die Gesamtkonstruktion nicht am Stück ins Gebäude hineingesetzt werden konnten, teilte MetallArt die Treppe pro Geschoss in vier transportable Segmente. Vor Ort wurde die Treppe einschließlich Brüstungen von unten nach oben montiert. Ein Minikran fuhr bis ins 3. OG aus. Die Anlagen vom 3. bis ins 5. OG hingegen baute MetallArt mithilfe einer eigens entwickelten rollbaren Hebekonstruktion auf. Für eine homogene Optik wurden sämtliche Fügestellen sauber verschliffen, nachgespachtelt und -grundiert.


Bauherr: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin

Nutzer: Berlin Institute for Medical Systems Biology

Planung: Volker Staab Architekten, Berlin
www.staab-architekten.com

Leistungsphasen 1 – 9

Nutzfläche: 5 450 m2


Architekt Volker Staab: „Wie organisieren wir Arbeitsabläufe in der Forschung?“ (und) „Wir wollten, dass man sich immer wieder zwangsläufig begegnet.“


Zu den weiteren Leistungen des Treppenbauers gehörten auch die Berechnung und Erstellung einer prüffähigen Statik sowie der Schwingungsnachweis für die Stahltreppe.



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