Startseite » Fachthemen » Innenausbau »

Kompletter Innenausbau des Pierre Boulez-Saales durch Lindner Group

Umbau eines Kulissenmagazins zum Konzertsaal in Berlin
Klangwirbel im Oval

Infoservice
Sie können folgende Produkt-Informationen der im Beitrag erwähnten Hersteller über den Infoservice kostenfrei anfordern:Wie funktioniert der bba-Infoservice? Zur Hilfeseite »
Anfang März 2017 eröffnete die private Musikhochschule Barenboim-Said Akademie ihren Konzertsaal im ehemaligen Magazingebäude der Staatsoper Unter den Linden. Den kompletten Innenausbau des Pierre Boulez-Saales übernahm die Lindner Group; ihre optische und akustische Umsetzung fand höchste Anerkennung bei Akustikplaner Yasuhisa Toyota.

Die Grundform des Raumes basiert auf einer impulsiven Skizze des Architekten Frank Gehry, die einem Wirbel oder Strudel gleicht, dessen Zentrum die Musik ist und die Zuhörer mitreißt. So entstanden zwei in den Saal eingesetzte Ellipsen, deren Achsen leicht versetzt sind und freie Sichtfelder von jedem der 682 Sitzplätze ermöglichen. In entgegengesetzte Richtungen wurden auch das Parkett und die Ränge im Raum positioniert. Führen die Sitzreihen im Parkett nach unten zur zentralen Bühne, so scheinen die Ränge über dem Konzertsaal zu schweben. Der gesamte, 850 m² große Konzertsaal kann flexibel auf die Anforderungen je nach Veranstaltung reagieren mit modularen Sitzreihen. Eines bleibt dabei gleich: Das hervorragende Musik- und Klangerlebnis und die unmittelbare Nähe zu Musikern und Dirigent, beträgt die Distanz von Publikum und Bühne doch nie mehr als 14 m. Der japanische Akustiker Yasuhisa Toyota konzipierte den Bühnenboden wie ein „schwingendes Instrument“. Damit ist ihm hier neben der Elbphilharmonie, der Walt Disney Concert Hall und dem Konzerthaus DR Byen – Danish Radio ein weiteres akustisches Meisterwerk gelungen.

Auch die Lindner Group kann in diesem Bereich eine beeindruckende Referenzliste vorweisen: Die Generalisten waren ebenfalls bei der DR Byen – Danish Radio Hall beteiligt, genauso wie bei dem Staatstheater Stuttgart, der Philharmonie de Paris und aktuell dem Kulturpalast in Dresden. Für den kompletten Innenausbau des Pierre Boulez Saal setzte man nicht nur auf die optische Umsetzung, sondern auch auf das akustische Fachwissen des Teams der Lindner Objektdesign GmbH.
Schwergewichtiger Ausbau
Der gesamte Raum ist in warmen Holztönen und starken Farben gehalten, deren Wirkung durch einstrahlendes Tageslicht verstärkt wird. Integrierte Verdunkelungsanlagen in den Fensterverkleidungen sorgen für Abdunklung bei Bedarf. Die hochgedämmten Schallschutz-Kastenfenster lassen trotz ihrer Größe keinen Lärm in den Saal, genauso wenig wie laute Orchesterklänge auf die Straße dringen.
Die Decken- und Wandelemente, in Summe über 1 600 m², wurden mit einem hochwertigen Verbundwerkstoff mit Douglasie-Oberfläche verkleidet und größtenteils gebogen ausgeführt – bei einem Gewicht von mind. 60 kg/m² im Wandbereich und 100 kg/m² bei den Deckenverkleidungen. Weitere 90 t Stahl dienen als Unterkonstruktion für Decken- und Wandverkleidungen. Im Bühnen- und Parkettbereich wurden 50 mm starke Holzbohlen in Yellow Cedar als Bühnenboden verlegt und ein massiver Parkettboden in Amerikanischer Roteiche.
Den dreidimensional verformten Rang, der als leicht wellenförmige Ebene über dem Parkett zu schweben scheint, verkleidete Lindner mit einem akustisch wirksamen Gewebe innen und außen, angebracht auf 3D verformten Spannkonstruktionen. Integrierte, gebogene Glasschwerter verbessern ebenfalls dezent die raumakustische Wirkung im Saal.
Weiter stammen die fest eingebauten Möbel, Sitzbänke und Metallgeländer im Parkettbereich von Lindner, abgestimmt auf die optischen und funktionalen Eigenschaften der Verkleidungen. Das Komplettpaket beinhaltet darüber hinaus allgemeine Trockenbau-, Hohlboden- und Brandschutzarbeiten. So sind auch die Türen bzw. Türschleusen brand- und schallgeschützt von Lindner ausgeführt, ebenso wie die nach Brandschutz B1 schwer entflammbaren Decken- und Wandverkleidungen.
Der Auftrag für den Pierre Boulez Saal beinhaltet nicht nur die Ausführung vor Ort, sondern auch die vorherige systematische Aufmaßerfassung in 3D sowie die Werks- und Montageplanung, teilweise auch in 3D-Planung und die Entwicklung der Wand-, Decken-und Stahlbau-Unterkonstruktionen. Hierfür wurde die Forschung und Entwicklungsabteilung der Lindner Group und die GiB Gesellschaft für innovative Bautechnologie mbH für die Brand- und Schallschutzmaßnahmen und statischen Berechnungen hinzugezogen.
In einer Bauzeit von weniger als eineinhalb Jahren entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Bauherrn, der Barenboim-Said Akademie, mit Architekt Frank Gehry und Akustiker Yasuhisa Toyota ein Konzertsaal, der nicht nur durch seine Gestaltung, sondern auch durch besondere Klangerlebnisse begeistert.
Architekt:
Frank Gehry, USA
Akustiker:
Yasuhisa Toyota, Japan


Hersteller
Weitere bba-Artikel und Produkt-Informationen finden Sie in den Herstellerprofilen:
Infoservice
Wie funktioniert der bba-Infoservice? Zur Hilfeseite »
Anzeige
MeistgelesenNeueste Artikel
Anzeige
Anzeige

Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der bba-Infoservice? Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Medien GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum bba-Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des bba-Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de