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Flexibel mit hoher Rohdichte

Sanierung, Umbau und Erweiterung eines Büro- und Verwaltungsensembles in Bonn
Flexibel mit hoher Rohdichte

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Der „Lange Eugen“ und das Abgeordnetenhaus in Bonn wurden von RKW energetisch saniert und mit dem umgebauten und erweiterten Bundeshaus-Ensemble an das UN-Klimasekretariat übergeben. Pflicht waren hierbei u.a. eine nachhaltige, ökologische Bauweise. Für die Bürotrennwände kamen z. B. schallschluckende Zellulosedämmplatten zum Einsatz.

Valentina Fries | jo

Das Bundeshaus-Ensemble im ehemaligen Regierungsviertel der „Bonner Republik“, heute exterritoriales Gebiet der UN, stammt zum Teil noch aus dem Jahr 1933. Im Stil der Neuen Sachlichkeit entstand damals ein Neubau mit Hörsaal, Turnhalle sowie Aula für die Lehrerfortbildung. Im Jahr 1949 baute der Architekt Hans Schwippert die Pädagogische Akademie dann zum sogenannten „Bundeshaus“ inklusive eines Plenarsaales für den ersten Deutschen Bundestag um und fügte dem Bau einen Nord- und einen Südflügel an. Nach weiteren Anbauten in den folgenden Jahren entstanden 1953 der Fraktionsbau und das alte Abgeordnetenhochhaus. Das Gebäudeensemble wurde 1992 schließlich mit dem Plenarsaal von Günther Behnisch vorläufig vollendet. Denn bereits im Jahr zuvor beschloss der Deutsche Bundestag seinen Umzug nach Berlin.
Umnutzung für die UN: Denkmalschutz berücksichtigt
Als Spiegel der Nachkriegs-Architektur steht das äußere Erscheinungsbild der ehemaligen Regierungsgebäude unter Denkmalschutz und war bei der Umnutzung für die UN entsprechend zu berücksichtigen. Während der Innenraum an die Erfordernisse der zukünftigen Nutzer angepasst werden konnte, wurden wichtige historische Aspekte, wie z.B. die Proportion der Fassaden, bewahrt. Bezüglich der Fenstergrößen und Sprossung wurden diese sogar wieder in den Originalzustand der 40er/50er Jahre zurückversetzt.
Entsprechend der Bedeutung des UN-Klimasekretariats waren auch die Anforderungen in puncto Energieeffizienz und Klimaschutz entsprechend hoch angesetzt. So errichteten RKW Architekten die neuen Gebäudeteile im Passivhausstandard und sanierten die Bestandsgebäude umfangreich mit hochwertiger Dämmung und neuen Fenstern gemäß EnEV.
Schallschutz: Mehr als Standard
Um den rund 250 Mitarbeitern des UN-Klimasekretariats hinsichtlich Aufenthaltsqualität mehr als den Standard zu bieten, entschieden sich die Planer für die schallschluckende Zellulosedämmmatte „flexCL“ von Homatherm in den Bürotrennwänden. Insbesondere Dämmstoffe mit hoher Rohdichte und hohem Strömungswiderstand gewährleisten einen optimalen Schallschutz. Mit flexCL hält bietet Homatherm eine flexible Zellulosedämmmatte, die mit einer Rohdichte von ca. 70 kg/m3 und kompakter Materialstruktur einen zuverlässigen Schallschutz im Wand- und Dachaufbau sichert. Für gute Schalldämmung ist zudem der Strömungswiderstand, der die Umwandlung von Schallschwingungsenergie im Material in Wärme bemisst, bedeutend.
Gibt die DIN 4109 einen längenbezogenen Strömungswiderstand von $ 5 kPas/m² vor, erreicht diese
Zellulosedämmmatte einen entsprechenden Strömungswiderstand von 43–76 kPas/m².
Auch mit Blick auf die bauökologischen Vorgaben entschieden sich die Planer für einen Wandaufbau mit Zellulosedämmmatten, verbaut in Metallständern einer neuen Profilgeneration und beplankt mit Lehmbauplatten – zusammengenommen 8 000 m2 Wandfläche.
Um Lehmbauplatten sachgerecht zu verarbeiten, wird in der Regel mit einer Unterkonstruktion aus hochwertigen Bauhölzern gearbeitet. Da die Größe der zu erstellenden Wandfläche so aber jedes Maß an Kosteneffizienz gesprengt hätte, kam mit „Maxi-Tec“ von Protektor ein speziell entwickeltes Metallständerwerk zum Einsatz, das ausschließlich aus Falt-, Schneid- und Umformvorgängen hervorgeht und so ohne den üblichen Abfall beim Stanzen produziert wird. Die im 62,5 cm Raster aufgestellten 75er CW-Profile wurden anschließend mit 60 mm dicker Zellulosedämmung ausgefacht. Dank der flexibel biegsamen Struktur dieser Dämmmatten war das Einpassen der 1 200 x 625 cm großen Matten in die Ständerkonstruktion rasch erledigt. Wichtig beim Einbau ist die fugenfreie und trockene Verlegung der Dämmmatten. Für das gute Raumklima im UN-Klimasekretariat sorgen auch die Lehmbauplatten von Claytec, die sich u.a. durch ihre bauökologischen Eigenschaften auszeichnen und anders als beim herkömmlichen Trockenbau weniger hygroskopischen Staub verursachen.
Ähnlich wie die Zellulosedämmung ist Lehm diffusionsoffen und feuchtigkeitsregulierend.
Nach der Montage der Platten wurden die Wandflächen abschließend mit zwei Lagen Lehmfeinputz, inklusive eingearbeitetem Glasseidegewebe, geglättet und in Q3-Oberflächenqualität mit einem Anstrich mit weißer Silikatfarbe vollendet. Optisch unterscheiden sie sich so nicht von Wänden in konventioneller Trockenbauweise.
Planer: Rhode Kellermann Wawrowsky Architektur und Städtebau, Düsseldorf


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