Duschrinnen sollten möglichst frühzeitig und normgemäß geplant werden.

Duschrinnen für barrierefreie Badplanung

Frühzeitig und normgemäß geplant

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Gut geplante Duschplätze mit bodengleichen Duschen erfüllen nicht nur Designanforderungen, sondern funktionieren zuverlässig und schützen die Bausubstanz vor Durchfeuchtung und Bauschäden. Besonders für Abläufe und Duschrinnen müssen geeignete Konstruktionen und Verbindungen gewählt werden.

Anforderung:

Bodenebener Duschplatz für barrierefreie Badplanung

Lösung:

Passender Ablauf nach Berechnung von Aufstauhöhe und Gefälle


Dipl.-Ing. Roland Priller, Leiter Innovationsmanagement/Normung Kessel AG | be

Im Vorfeld gilt es, die anfallende Schmutzwassermenge bei der geplanten Nutzung zu ermitteln und die gesamte Anlage so zu bemessen, dass diese Abwassermenge komplett aufgenommen und schadlos dem Entwässerungskanal zugeführt werden kann. Diese ist auch abhängig von Anzahl und Art der vorhandenen Duschköpfe. Bei den Brausen hat beispielsweise ein Sparmodell einen Zulauf von circa 10 l/min, während ein Wellnessmodell bereits über 30 l/min schafft. Wird der Duschplatz für körperlich beeinträchtigte Personen konzipiert, ist zusätzlich eine Handbrause hydraulisch zu berücksichtigen. Dies gilt ebenso für Wellnessanlagen. Dabei beachtet eine zukunftssichere Planung auch mögliche Nutzungsänderungen.

Für passende Duschrinnen die korrekte Aufstauhöhe ermitteln

Ausgehend von der aufzunehmenden Abwassermenge, muss im nächsten Schritt ein geeigneter Ablauf beziehungsweise Rinnenkörper gewählt werden. Die Grundlage dafür ist seine hydraulische Leistungsfähigkeit. Abläufe nach DIN EN 1253 (Abläufe für Gebäude) müssen bei einer Aufstauhöhe von 20 mm Mindestwerte einhalten. Zusätzlich ist die Ablaufleistung bei einer Aufstauhöhe von 10 mm anzugeben. Mit diesen Angaben kann eine erste Auslegung erfolgen. Für eine Detailplanung ist es jedoch unerlässlich die tatsächliche Hydraulikkurve als Funktion von Ablaufleistung und Aufstauhöhe anzuwenden. Einzukalkulieren ist, dass es hier keinen linearen Zusammenhang gibt. Beispielsweise kann 100 % mehr Zulaufmenge eine bis zu 400 % größere Aufstauhöhe bedeuten. Bei sehr großen Aufstauhöhen steigt die Ablaufleistung nur minimal. Zur Vermeidung von Überflutungen muss der Duschplatz so konstruiert werden, dass die resultierende Aufstauhöhe „schadlos“ bereitgestellt wird.

Gefälle richtig planen

Erst mit ausreichendem konstantem Gefälle gelangt anfallendes Duschwasser zum definierten Ablaufkörper. Fließwege sind so zu bemessen, dass ein Mindestgefälle von 1 % auch im diagonalen Weg eingehalten wird und gleichzeitig auf dem direkten Weg das Gefälle nicht zu groß wird. Um Stürze zu vermeiden, sollten im barrierefreien Bereich 2 % Gefälle sowie 20 mm Schwellenhöhe nicht überschritten werden. Dabei spielt auch die räumliche Platzierung des Ablaufkörpers im Duschplatz eine entscheidende Rolle. Erfolgt die Anbindung des Ablaufes an die Fallleitung unter der Rohbetondecke, kommen Abläufe mit senkrechtem Abgang zum Einsatz. Bei Einzelsanierungen und im Wohnungsbau ist jedoch die Anbindung meist innerhalb der gleichen Etage. Dann kommen Abläufe mit horizontalem Abgang zur Anwendung und es muss im Schnitt die gesamte Ablaufsituation sehr genau geplant werden.

Passende Ablaufvariante wählen

Punktabläufe verfügen über ein mehrseitiges Gefälle. Sie sollten an zentraler Stelle eingebaut werden, da auf diese Weise das Wasser von allen Seiten auf gleichem Wege zum Ablauf strömen kann. Bei der Linienentwässerung sollte der Ablauf direkt an der Wand angebracht werden, da so der Barfußbereich in der Dusche frei bleibt. So kann sich der Nutzer nicht am Rost verletzen. Vor allem für barrierefreie Bäder sind Wandabläufe eine stilvolle Alternative zur Punkt- und Linienentwässerung. Durch den Einbau des Ablaufs in die Wand, befindet er sich nicht länger in der Belastungszone Boden. Bei der Planung muss also keine Rücksicht auf die Belastungsklasse des Ablaufs genommen werden.

Frühzeitige Planung ist das Wichtigste

Aufgabe jeder Nassraumplanung ist eine frühzeitige Festlegung der zu erwartenden Wassereinwirkklasse (WEK), abhängig von der Art und Intensität der Einwirkung von Wasser. Die neuen WEK ersetzen die bisher bekannten Beanspruchungsklassen. Anhand der Einteilung sind die entsprechenden Anwendungsregeln aus den weiteren Teilen der DIN 18534 zu beachten. Letztlich ist aufgrund aller Rahmenbedingungen durch den Gesamtplaner zu entscheiden, welcher Ablauf beziehungsweise Rinne unter den gewählten Rahmenbedingungen am besten geeignet ist. Bei Teilsanierungen muss immer geprüft werden, ob die gesamte Entwässerungsanlage noch den Regeln der Technik entspricht. Auf keinen Fall dürfen hier Kompromisse wie unerlaubte Reduzierungen oder ungenügende Belüftungssituationen akzeptiert werden. Besser ist in diesem Fall, eine Gesamtsanierung durchzuführen.


Anwendungsbereiche der neuen Normenreihe DIN 18534 zur Abdichtung von Innenräumen:

  • DIN 18534–1: Anforderungen, Grundsätze der Planung und Ausführung
  • DIN 18534–2 : Abdichtung mit bahnenförmigen Stoffen
  • DIN 18534–3 AIV-F: Abdichtung mit flüssig zu verarbeitenden Stoffen
  • DIN 18534–4 : Abdichtung mit Gussasphalt
  • DIN 18534–5 AIV-B: Abdichtung mit Bahnen
  • DIN 18534–6 AIV-P: Abdichtung mit Platten

Mehr zum Thema

  • Bodengleiche Duschen in bba Fachbeitrag

hier.pro/bba0318_duschrinnen_entwaesserung



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