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Brand- und Schallschutz als Einheit

Geprüfte Wandanschluss-Reduktion für Trennwand-Systeme
Brand- und Schallschutz als Einheit

Eigentlich entsprechen Schwertanschlüsse gängiger Planungspraxis. Sind jedoch erhöhte Anforderungen an Schall- und Brandschutz gestellt, müssen Wandverjüngungen häufig über Sondergutachten geprüft werden.

Eine Weiterentwicklung von Knauf schafft nun Sicherheit und Effektivität für Planung und Ausführung: Wandanschluss-Reduktionen, die in Verbindung mit einer Knauf Systemwand F90 erfüllen und ein bewertetes Schalldämmmaß bis 60 dB erreichen.
„Schwertanschlüsse“
Transparenz und Leichtigkeit haben in der modernen Architektur einen hohen Stellenwert: Großflächig verglaste Fassaden bestimmen die Gestaltung und die Funktion eines Gebäudes. Dabei besteht die Kunst einer ganzheitlichen Gebäudeplanung stets darin, visuelle und ästhetische Wünsche konstruktiv und bauphysikalisch optimal und sicher umzusetzen – bis hin zum Anschluss leichter Trennwände an die Fassadenkonstruktion.
Gerade bei hohen schall- und brandschutztechnischen Anforderungen an leichte Trennwände, wie sie beispielsweise im Büro- und Verwaltungsbau sowie in Schulen bzw. Krankenhäusern vorkommen, galt es für Planer und Ausführende bislang, Sonderlösungen für so genannte „Schwertanschlüsse“ bzw. Wandverjüngungen zu entwickeln und über eine gesonderte gutachterliche Bewertung absichern zu lassen.
Diese Praxis widerspricht nicht nur dem Systemgedanken im Trockenbau, sondern auch der Effizienz im Planungs- und Bauablauf. Knauf hat deshalb Trennwandkonstruktionen mit integrierten Wandverjüngungs-Konstruktionen geprüft, um eine Optimierung der Schall- und Brandschutzeigenschaften im Bezug auf die gesamte Wand zu erreichen.
Als Resultat dieser Untersuchungen bietet Knauf nun Systemtrennwände mit Wandverjüngungen, die einen Feuerwiderstand bis F90 (feuerbeständig) und bewertete Schalldämmmaße bis 60 dB erreichen – abgesichert durch allgemein bauaufsichtliche Prüfzeugnisse. Das neuentwickelte Knauf Schwert zeichnet sich dabei durch eine weitgehend entkoppelte Unterkonstruktion aus.
Gängige Praxis
Trennwände in Ständerbauweise werden an leichte Fassaden in der Regel mit ca. 300 bis 900 Millimeter langen Trennwandstücken von reduzierter Wanddicke angeschlossen. Dabei bildet das Maß der Fassadenpfosten die Vorgabe für die mögliche Bauteildicke des Schwertes – in der Regel 50 mm. Auf Grund dieser reduzierten Dicke erreichen gängige Konstruktionen nicht oder nur mit Einschränkungen die bauphysikalischen Eigenschaften der „Grundtrennwand“. Zwar werden durch Hohlraumdämpfung und Montage blechbeschichteter Gipsplatten Schalldämmwerte bis 50 dB erzielt, jedoch werden meist nur geringe Feuerwiderstandswerte bis F30 erreicht.
Höhere Feuerwiderstandswerte bis F90, die z.B. durch kompaktes Verkleben von GKF-Platten realisiert werden, gehen einher mit reduzierten Schalldämmwerten.
Architekten haben folglich das Problem, höhere schalldämm- und höhere brandschutztechnische Forderungen unter einen Hut zu bringen. Bislang orientiert sich die Planung von Trennwandschwertern und Wandverjüngungen vorrangig nach schallschutztechnischen Erwägungen. Entstehende brandschutztechnische Probleme werden über gesonderte gutachterliche Bewertung ausgeräumt.
Zielgerichtete Funktionsoptimierung
Im Gegenteil zur bisher angewandten Methode, eine Systemwand mit einer mehr oder weniger geeigneten Schwertkonstruktion zu kombinieren, setzt die Schwert-Entwicklung von Knauf auf eine konsequente Abstimmung einzelner Funktionen wie:
  • aufeinander optimal abgestimmte Eigenschaften hinsichtlich Schall- und Brandschutz bis F90 und 60 dB
  • einfacher Aufbau in Ständerbauart mit einer minimalen Baudicke von 48 mm.
Verschiedene konstruktive Lösungen sind von Knauf untersucht worden: 150 mm und 75 mm dicke Ständerwände mit doppellagiger und einlagiger Beplankung aus 12,5 mm Gipsplatten mit und ohne Wandverjüngungen sowie Trennwände mit 300 und 600 mm langen Schwertern. Dabei wurden Brandschutz und Schallschutz immer als Einheit betrachtet.
Eine 48 mm dickes Wandanschluss-Reduktion mit weitgehend entkoppelter Unterkonstruktion aus L-Profilen, beidseitig mit 15 mm Fireboard beplankt, hat die überzeugendsten Ergebnisse gezeigt: Einen Feuerwiderstand bis F90 sowie bewertete Schalldämmmaße bis 60 dB bei einer zulässigen Länge von 300 bis 600 mm.
Konstruktionsaufbau
Die im Hohlraum mit einer hochverdichteten Steinwolleplatte und beidseitig eingeklemmten Stahlblechen ausgeführte Konstruktion ist sowohl mit starren wie mit gleitendem Anschluss an die flankierende Wand geprüft.
Dabei ist zu beachten, dass starre Anschlüsse nur dann zulässig sind, wenn die Feuerwiderstandsklasse des Anschlussbauteils mindestens der Klassifikation des Trennwandschwertes entspricht.
Leichte Fassadenkonstruktionen hingegen verfügen in der Regel über keine Feuerwiderstandsklasse. Der Anschluss muss zudem gleitend ausgeführt werden, um die aus Winddruck- und Windsoglasten resultierenden Verformungen der Fassade ausgleichen zu können.
Knauf verfügt nun über ein amtlich geprüftes Anschlussdetail, das bei losen Anschlüssen Feuerwiderstandsklassen bis F90 erreicht. Die Wandverjüngung wird dafür im Anschlussbereich generell mit einem U-Profil ausgeführt, das rückseitig mit einem Fireboardstreifen hinterlegt ist.
Weitere Informationen
Systemtrennwände mit Wandverjüngungen bba 552
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