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Akustikwolken einfach untergehängt

Umbau eines Trainingsgebäudes München
Akustikwolken einfach untergehängt

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Nachträglich untergehängte Lamellen sorgen im Audi-Trainingscenter am Münchner Flughafen für eine ruhige Raumatmosphäre und eine gute Hörsamkeit. Die raum-akustische Verbesserung konnte in kürzester Zeit und ohne Eingriff in die vorhandene Decke verwirklicht werden.

Es gibt Gebäude, die so erfolgreich sind und so intensiv genutzt werden, dass im laufenden Betrieb buchstäblich keine Zeit für bauliche Umgestaltungen bleibt. Wie trotzdem die akustische Atmosphäre aufgewertet und damit die Aufenthaltsqualität insgesamt verbessert werden kann, zeigt der Einsatz von akustisch wirksamen Lamellen an den Decken des Audi Trainings Centers (ATC3) am Münchner Flughafen.

Von der Decke abgehängte Lamellen kombinieren hier einfache runde Formen, die aber auf raffinierte Weise untereinander höhenversetzt und ineinander verschränkt sind. Die lebendige Deckengestaltung bietet attraktive optische Effekte, vor allem aber dämpft sie die allgemeine Geräuschkulisse und verbessert die Hörsamkeit in den Räumen – schon heute im Foyer und in den angrenzenden Fluren, künftig auch in den Workshop- und Besprechungsräumen. Wichtig für den Bauherrn dabei: Der Einbau der Akustikelemente musste mit kürzester Montagezeit und ohne Eingriff in die bestehende Substanz möglich sein, um die Termine im gut ausgebuchten ATC3 nicht zu gefährden.
Moderne Trainingsbedingungen
Der Ingolstädter Autobauer schult in dem 2014 errichteten Audi Trainings Center alle Verkäufer und nichttechnischen Servicemitarbeiter seines weltweiten Händlernetzes zu jedem neu entwickelten Modell. Central Launch Training heißen diese Veranstaltungen in der automobilen Sprache, auf denen Audi insgesamt bis zu 15 000 Partnern das neue Auto vorstellt.
Wegen der globalen Ausrichtung des Trainings lag der Standort am Flughafen nahe, zumal hier auch ausreichend Platz für 40 000 m² Dynamikfläche war, auf der die Neuentwicklungen von jedem Trainingsteilnehmer intensiv Probe gefahren und praktisch erlebt werden können. Die theoretische Einweisung findet in dem vom Münchner Architekten Peter Zauner geplanten ATC3 unmittelbar neben dem Parcours statt.
Angelehnt an die Terminalgestaltung des nahen Flughafens entwickelte er eine sachlich-funktionale Formensprache aus Stahl und Glas, die mit ihren gestanzten Aluminiumtafeln in den geschlossenen Fassadenbereichen gleichzeitig das spezielle Audi-Gebäudedesign umsetzt. Alle Schulungsräume befinden sich im Erdgeschoss, das sich großzügig verglast zur Testfläche öffnet. Einen noch besseren Blick auf das praktische Geschehen bietet die offene Dachterrasse, die konstruktiv eine rampenartige Überbauung des Erdgeschosses mit eigenen Stützen darstellt.
Entsprechend der technisch orientierten Gebäudenutzung zeigen die Innenräume als Fußboden einen geschliffenen und polierten Industrieboden, die nichttragenden Trennwände innerhalb der Stahlkonstruktion und die abgehängte Decke sind im Trockenbau mit Gipsplatten ausgeführt. Es überwiegen also vergleichsweise schallharte Oberflächen, was bei einer Vollbelegung der Räume zu einem erheblichen Geräuschpegel infolge der verstärkten Schallreflexion führen kann. Audi suchte darum nach Möglichkeiten, eine ruhigere Grundstimmung in den Räumen zu schaffen und die Sprachverständlichkeit zu verbessern.
Wolkenförmige Akustikkreise
Aus akustischer Sicht ging es um eine Verbesserung der Hörsamkeit in den Räumen, wie sie zum Beispiel mit dem Einbau einer Akustikdecke erreicht werden kann. Hier war die Decke jedoch bereits vorhanden und sollte wegen des knappen Zeitplans auch keinesfalls ausgetauscht werden. Denn von vornherein war klar, dass für die Umbauarbeiten nur wenige Tage zwischen zwei Trainingsdurchgängen zur Verfügung stehen würden.
Unter diesen Umständen fiel die Wahl auf Owa-Clouds, die ohne Veränderungen des vorhandenen Aufbaus einfach unter die Decke montiert werden können. Es handelt sich dabei um Lamellen aus Mineralplatten mit Vlieskaschierung, die an systemzugehörigen Schienen vertikal von der Decke hängen. Der besondere Clou dieser Akustiklösung aus der Owaconsult collection designed by Hadi Teherani ist die Form: Jeweils 13 Einzellamellen verschiedener Länge bilden ein Lamellenpaket, das im eingebauten Zustand etwa die Grundrissform eines Kreises mit knapp 1,30 m Durchmesser hat.
Der spezielle Eindruck der namensgebenden Wolken entsteht, wenn mehrere dieser Kreise sich an der Decke geometrisch durchdringen. Im ATC3 ging Architekt Peter Zauner noch einen Schritt weiter und verwendete zusätzlich Clouds mit verschiedener Höhe. Die 150 mm oder 200 mm hohen Lamellen bilden dadurch sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Richtung geschwungene Linien, die mit ihrer weißen Farbe dann tatsächlich an freundliche Kumulus-Wolken am Sommerhimmel erinnern.
In vorhandene Decke integriert
Insgesamt 44 Lamellenpakete montierte APlus Innenausbau aus München im Foyer und den angrenzenden Fluren. Die Anzahl der Clouds und ihre Verteilung ergaben sich aus deren Schallabsorption von 0,65 (αw bzw. NRC) und der vom Architekten veranlassten Akustikberechnung. Gleichzeitig musste bei der Positionierung die Gebäudetechnik in der Decke berücksichtigt werden:
Da es sich bei den „Wolken“ eben nicht um eine geschlossene Fläche handelt, konnten sie elegant um die Beleuchtungstechnik sowie die Lautsprecher und Lüftungsöffnungen herum gruppiert werden. Dies ist ein genereller Vorteil der offenen Bauweise, der den Einsatz der Lamellen zum Beispiel auch bei bauteilaktivierten Decken erlaubt.
Bei Audi war man nach dem Wochenende, das für die Montage freigehalten worden war, sehr positiv vom bauakustischen, aber auch vom optischen Erfolg überrascht. Bei 3,50 m Deckenhöhe beeinträchtigen die Clouds nicht die Ansicht des Raumes, verbessern aber den allgemeinen Grundgeräuschpegel und die Verständlichkeit deutlich. Das kommt der Konzentrationsfähigkeit der Trainingsteilnehmer entgegen, weshalb in einem zweiten Schritt auch die Workshop- und Besprechungsräume mit den Clouds akustisch aufgewertet werden sollen.
Neuer bba-Infoservice:
Architekt:
Peter Zauner, München


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