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Akustikelemente an Wand und Decke kombiniert

Neubau einer Oberschule in Quakenbrück
Akustikelemente für besseren Unterricht

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Pädagogik und Akustik (via Akustikelemente) als Chancen für den Schulneubau: Bei der Oberschule in Quakenbrück sollte unter den Prämissen Bauqualität und Kosteneffizienz eine gesunde Lernatmosphäre im Rahmen des pädagogischen Konzeptes geschaffen werden. Für die angenehme Raumakustik wurden spezielle Akustikelemente an Decke und Wand miteinander kombiniert, die den Schall hörbar reduzieren.

Anforderung:

Gute Voraussetzungen zum stressfreien Lernen schaffen – unter anderem durch eine gute Raumakustik

Lösung:

Drei Akustikelemente kombiniert gemäß DIN 18041: Deckenplatten, Tieffrequenzabsorber, Wandabsorber


Christine Schröder-Bockstiegel | Holger Brokmann, Konzeptentwickler für Raumakustik | be

Der Investitionsrückstand im deutschen Bildungssektor summiert sich mittlerweile auf 42,8 Milliarden Euro. Exemplarisch für die Herausforderungen von Schul-Bestandsbauten steht die Oberschule Artland: ein Stahlbetonbau, dessen Rettung zu kostenintensiv geworden wäre. Die Entscheidung zum Neubau eröffnete die Chance, das pädagogische Konzept der Schule ins Raumprogramm zu übertragen und eine gesunde Lernatmosphäre zu schaffen. Einer der wichtigsten Punkte für die Bauherren-Vertreterin Christine Schröder-Bockstiegel, Sachbearbeiterin im Fachbereich 2 für Planen und Bauen, war es dabei, eine geeignete Raumakustik sicherzustellen.

Das Hauptgebäude des damaligen Schul-Campus stammte aus den 70er Jahren und musste brandschutztechnisch ertüchtigt werden. Es handelte sich um einen für die Zeit klassischen Stahlbetonbau, dessen Treppenhäuser sich nicht abschotten ließen. Zunächst war ein Teilabriss mit Neubau geplant. Dies war Grundlage für den Architekten-Wettbewerb 2013, den sdks Architekten für sich entschieden. Eine Machbarkeitsstudie und Kostenberechnung zeigte aber eine deutliche Budgetüberschreitung. Nach ihrer Analyse kamen sdks Architekten zu dem Ergebnis, dass der Erhalt des Bestands ein Kostentreiber war. Daraufhin legten die Architekten den gültigen Entwurf für einen Neubau vor, der schließlich auch die Zustimmung des Rates fand. Oberste Prämisse war, das Budget von 15 Millionen Euro einzuhalten.

Lernhäuser

Grundidee des Neubaus und Wettbewerbs-Grundlage war das Konzept der Lernhäuser. Vom Eingangsbereich gelangt man ins pädagogische Zentrum, die Aula als Herzstück der Schule. Sie grenzt an den Innenhof, um den die Fachräume angeordnet sind. Von den Fluren zweigen die Lernhäuser ab – aktuell sind es vier Lernhäuser. Im zweiten Bauabschnitt sollen zwei weitere Lernhäuser erstellt werden.

Abschließend wird die Schule aus sechs Lernhäusern und einem Verwaltungstrakt bestehen. Jedes Lernhaus beherbergt einen Schuljahrgang und besteht aus je fünf Klassenräumen, dazu kommen Inklusions- und Kursraum. In der Mitte befindet sich der Multiraum für die gemeinsame Nutzung der Klassen. Die sechs Lernhäuser sind nach Kontinenten benannt, worauf das Leitsystem aufgebaut wurde: Die Schulzeit wird pädagogisch als Weltreise verstanden und beginnt in der 5. Klasse in Asien und endet in der 10. in Europa.

Fokussiert ist das pädagogische Konzept der Schule auf eine starke Gemeinschaft, in der jahrgangs- und schulformübergreifend gelernt wird. Gleichzeitig setzt man auf verstärkte Individualisierung und Differenzierung, z. B. in Form von individuellen Lernplätzen. Für die multinationalen Schüler mit unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen bestehen besondere Beratungs- und Unterstützungsangebote.

Sprachverständlichkeit durch Akustikelemente

Von Beginn an war die Raumakustik eine wichtige Anforderung. Schröder-Bockstiegel: „Schon in den Rahmenbedingungen des Wettbewerbs haben wir Schallreduktion als ersten Punkt genannt. Zu einer gesunden Atmosphäre zählen natürlich auch angemessenes Licht, verträgliche Luft- und Temperaturverhältnisse und Barrierefreiheit.“

In den Grundschulen der Gemeinde, die auch gehörgeschädigte Kinder betreuen, wurde die Erfahrung gemacht, wie entscheidend eine gute Raumakustik für konzentriertes und stressfreies Arbeiten im Klassenraum ist. Hier sind die Räume im Nachhinein durch Akustikelemente ertüchtigt worden. Für den Neubau gab es deshalb von Beginn an entsprechende Vorgaben. Die Lernhäuser, Fachräume, das Lehrerzimmer sowie die Verwaltungsräume wurden alle mit Akustikdecken von Ecophon ausgestattet. Beim Betreten merkt man, dass in diesen Räumen ein angenehmes Hör-Klima herrscht.

Hinzu kommt, dass Schüler unterschiedlicher Herkunft mit verschiedenen sprachlichen Voraussetzungen betreut werden. Dieser Unterricht ist besonders anspruchsvoll und wird durch eine angenehme Raumakustik erleichtert. Gute Akustik reduziert die allgemeine Unruhe, die oft in Schulen herrscht. Das ist für Schüler genauso wohltuend wie für Lehrer, die ihre Stimme schonen können und weniger Stresssymptome entwickeln.

sdks architekten als Entwurfsplaner holten für die Bauleitung das Büro Reinders aus Osnabrück mit an Bord. Wöchentliche Besprechungen mit den Baubeteiligten erwiesen sich als stets konstruktiv. Das Akustikgutachten und die dazugehörige Planung erstellte das Büro Krämer Ewers aus Hasbergen, ausgeführt durch den Trockenbauer M&S Maler und Spezialbau aus Georgsmarienhütte. Planung und Einbau der Akustikdecken wurden durch Ecophon zuverlässig begleitet.

Akustik ohne „Flatterecho“

Für die Akustikdecke kam „Ecophon Master Rigid Dp“ zum Einsatz. Zusätzlich wurde „Ecophon Extra Bass“ im Deckenhohlraum zur Absorption der tiefen Frequenzen auf die Akustikdecke aufgelegt. An die Wand kam außerdem der Absorber „Ecophon Akusto Wall C/Texona“.

Es wurden also nicht nur Produkte der Absorptionsklasse A verwendet, sondern dank der Kombination dieser drei Akustikelemente auch die oft diskutierten tiefen Frequenzen berücksichtig bzw. absorbiert. Es ist ein Konzept, mit dem leicht die Vorgaben führender Normen, wie die DIN 18041, eingehalten werden können. Die Ergänzung durch die Wandpaneele trägt dazu bei, dass auch einer Kontrolle der horizontalen Schallfelder Rechnung getragen wird. Flatterechos, die sonst zumeist in Räumen zu hören sind, sind so ausgeschlossen.

Die Kante Dp der Akustikdecke ist designorientiert, womit der Architekt diverse Möglichkeiten hat. Ecophon Master Rigid Dp basiert auf einer halbverdeckten Unterkonstruktion. Zwischen den Akustikdeckenplatten gibt es in der hervorgehobenen Richtung einen 8 mm breiten Spalt. Die Kanten sind im rechten Winkel gearbeitet. Jeder Absorber kann in der Unterkonstruktion gesichert (arretiert), aber auch vollständig demontiert werden.

Ecophon Master Rigid besitzt eine verstärkte Akutex FT Oberfläche. Sie wurde aufgrund der Anforderungen von Schulen bzw. Bauämtern und Betreibern entwickelt. Es sollte eine Oberfläche sein, die auch „fliegenden Objekten“, wie z. B. Federtaschen etc., standhält. In einer Verbundbauweise hergestellt, bietet die Kombination mit dem Glaswollbasisprodukt Schlagfestigkeit unter Beibehaltung optimaler Schallabsorption und ästhetischem Design.

 Das Wandpaneel Ecophon Akusto Wall C/Texona verfügt über eine textile Oberfläche, die haptisch unempfindlich ist und auch als Pinnwand genutzt werden kann. Hier können die Kinder ihre schulischen Werke ohne akustische Einbußen einfach anbringen.


Projekt: Schul-Neukonzeption am alten Standort

Bauherr: Samtgemeinde Artland, Fachbereich 2, Projektleiterin Christine Schröder-Bockstiegel

Architekten: sdks architekten dummert sonek partner mbB, Darmstadt

Bauleitung: Reinders Architekten, Osnabrück
www.reindersarchitekten.de

Akustikplanung: Krämer-Evers Bauphysik GmbH & Co. KG, Hasbergen
www.kraemer-evers.de
Trockenbau: M&S Maler und Spezialbau, Georgsmarienhütte


Stimmen

Architekt Michael Sonek: „Die Anforderungen aus Brandschutz, Schallschutz und Raumakustik stehen zum Teil in Widerspruch zur gewünschten Offenheit. (…) haben wir die transparenten Flächen auf ein realisierbares Maß reduziert. Dies war umso besser möglich, da wir die einzelnen Räume mit einer hohen und sehr wirkungsvollen akustischen Dämpfung an Decke und Wand ausstatten konnten.“

Bauherrin Christine Schröder-Bockstiegel: „Schon in den Rahmenbedingungen des Wettbewerbs haben wir Schallreduktion als ersten Punkt genannt. (…) Auf die Schallreduktion haben wir so ausdrücklich bestanden, da es sich noch nicht um eine Standardausstattung handelt. Und dabei ist sie so wichtig für eine gute Sprachverständlichkeit im Unterricht.“


Absorber im Raum verändern das Verhalten der Kinder und Lehrer. Es sind nicht nur Gruppenarbeiten bzw. differenziertes Arbeiten besser möglich, alle sind insgesamt leiser und entspannter. Subjektiv ist ein solcher Raum nur halb so laut. Die Forschungsgruppe des ISF Bremen konnte mit Messreihen aufzeigen, dass es Unterschiede gab, die bis zu 13 dB betragen. Das ist physikalisch kaum möglich bzw. zu erklären – es ist das veränderte Verhalten, das hierbei ebenfalls eine Rolle spielt.




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