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Wirksame Lochung mit System

Neubau eines Institutsgebäudes der Hochschule Ansbach
Wirksame Lochung mit System

Hinter einer Fassade aus hellem Ziegelstein befinden sich rings um einen Lichthof angeordnet Hörsaal, Seminar- und Verwaltungsräume des Hochschulneubaus in reduzierter Form. Eine ebenso akustisch wirksame wie optisch gelungene Lösung bei der Deckengestaltung bieten Akustikplatten aus Gipskarton mit unterschiedlicher Lochung.

Seit ihrer Gründung 1996 ist die Hochschule im mittelfränkischen Ansbach kontinuierlich gewachsen. Die Einrichtung neuer Studiengänge und Institute machte eine räumliche Erweiterung für Verwaltung und Lehre notwendig. Auf dem Campus – ein ehemaliges Kasernengelände mit dunkelroten Ziegelbauten aus der Zeit um 1900 – wurde 2012 ein Neubau fertiggestellt. Mit seiner Lochfassade aus hellem Ziegelstein wird bei dem von Staab Architekten gestalteten dreigeschossigen Neubau durch die Materialwahl auf umgebene Gebäude Bezug genommen. Der ruhende, kompakt wirkende Baukörper auf quadratischem Grundriss wird durch den außermittig sitzenden Innenhof räumlich und funktional in die zwei Bereiche Verwaltung sowie Unterrichtsräume und Hörsaal gegliedert. Bei näherer Betrachtung der Fassade lassen sich die dahinterliegenden unterschiedlichen Nutzungen erahnen: Die markanten Fensteröffnungen werden durch die Erfordernisse der unterschiedlich genutzten Räume bestimmt. Auf einer Nutzfläche von 1 400 m² sind ein Hörsaal mit 120 Plätzen, vier Seminar- bzw. EDV-Räume sowie Räume für die Studentenberatung und allgemeine Verwaltung untergebracht.

Einheitliches Erscheinungsbild
Wie die Fassade in reduzierter Formensprache, wirkt auch die Innenraumgestaltung mit dem raumhoch verglasten Lichthof zurückgenommen und hell. Die Oberflächen von u. a. Wänden und Decken im Inneren sind durch Weiß- und Grautöne dominiert, vor denen sich schwarze Fensterrahmen kontrastreich absetzen.
Einer konzentrierten Lern- und Lehratmosphäre in den Hochschulräumen sind neben hellen Lichtverhältnissen ein gutes Raumklima sowie eine hervorragenden Akustik zuträglich. Die Gestaltung des Deckensystems ging von daher von einer akustischen Wirkung aus. Verwendet wurden schalltechnisch hochwirksame gelochte Deckenplatten aus Gipskarton mit Luftreinigungseffekt (Adsorption). Die Wahl fiel auf die Vogl Akustikdesignplatte mit dem System Spachtelfuge. Das Produktportfolio Akustikdesignplatten umfasst unterschiedliche Lochungen für verschiedene Anforderungen und Raumsituationen; die Produkte sind in ihren Komponenten aufeinander abgestimmt. Zum Einsatz kamen auf einer Fläche von ca. 620 m² gelochte Akustikdecken mit einem Lochbild 8/15/20 rund und einem Lochflächenanteil von 9,5%. Auf etwa 130 m² Fläche wurden Platten mit dem Lochbild 8/18 rund und einem Lochflächenanteil von 15,5% montiert.
Außerdem wurde auf einer Fläche von ca. 100 m² die Colorplatte in grau in den Maßen 1 188 x 1 998 x 12,5 mm eingesetzt. Mit den ab Werk eingefärbten Platten lässt sich eine farbige Raumgestaltung umsetzen – ohne Zusetzen der Löcher.
Die unterschiedlichen Lochgrößen und deren systematisch geschickte Verteilung bewirken eine der Nutzung angepasste Akustik sowie abwechslungsreiche Optik, die zugleich durch nicht sichtbare Fugen ein einheitliches Erscheinungsbild der Deckengestaltung der Hochschulräume hervorruft. Der Architekt Alexander Böhme, Staab Architekten, Berlin beschreibt es folgendermaßen:
„Das Besondere ist meines Erachtens nach die Lochung der Decken und Rückwändein Hörsaal und Seminarräumen, da hier die Raumakustik definierte Flächen mit Lochung und ohne Lochung fordert. Um hier einen weichen Übergang zwischen den beiden Flächen zu erreichen, hatten wir eine ungerichtete Streulochung gewählt und dann in einer Parabelform einen weichen Verlauf zwischen gelocht/ungelocht zuspachteln lassen.“
Architekten:
Staab Architekten, Berlin
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