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Wellenspiel in Weiß

Neubau eines Restaurants auf der Seeschlösschenbrücke in Timmendorf
Wellenspiel in Weiß

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Die beiden Pagodendächer des Restaurants „Wolkenlos“ haben es in sich: Das obere überspannt das Staffelgeschoss, das zweite schützt das Erdgeschoss als umlaufender, weit auskragender Dachüberstand. Beide sind komplett ohne Rinnen ausgeführt. Die Abdichtung war hierbei ein Knackpunkt: Seewasserbeständig, windsogsicher und weiß sollte sie sein.

Sven-Erik Tornow | jo

Was ursprünglich als Geschenk von Mäzen Jürgen Hunke an die Gemeinde Timmendorf gedacht war, führte zunächst zu Unstimmigkeiten. Gedacht war es als „Haus der Kunst“ im asiatischen Teehaus-Stil, am liebsten am Ende einer Seebrücke. Es lag nahe, die ohnehin marode Seeschlösschenbrücke für dieses Projekt zu nutzen. 2009 plante der Tourismus- und Bauausschuss, eben jene Brücke abzureißen und neu zu errichten. Am Brückenkopf auf einer 36 mal 16 m großen Plattform sollte ein Teehaus im asiatischen Stil entstehen. Nicht alle Bürger waren mit diesem regional eher untypischen Baustil einverstanden. 2013 kam erneut Bewegung in die Sache. Brücke, Plattform und ein „Mikado-Teehaus“ wurden erbaut, letzteres nach den Plänen des Hamburger Architekten Andreas Schuberth.
„Die Inspiration war das Meer“, erzählt Schuberth. „Daraus entstand die Metamorphose einer asiatischen Dachform, ein Wellenspiel.“
Für die Dachhandwerker war diese Dachform eine nicht alltägliche Herausforderung. Pagodendächer sind nicht jedermanns Spezialität und hier sollten es gleich zwei sein. Während das obere Pagodendach das Staffelgeschoss überspannt, schützt das zweite das Erdgeschoss als umlaufender, weit auskragender Dachüberstand. Zudem sind beide Dächer komplett ohne Rinnen ausgeführt. Deshalb kommt der eigentlichen Abdichtung eine ganz besondere Rolle zu. Sie muss nicht nur seewasserbeständig, sondern in allererster Linie windsogsicher sein.
Weiß geschwungene Leichtigkeit
Vorgabe des Architekten war, dass die Dachform durch die Abdichtung homogen unterstützt wird und deren Farbe weiß sein soll. Deshalb gab der Planer eine Abdichtung mit der Dach- und Dichtungsbahn Evalon VSK von alwitra vor. alwitra hat als einer der ersten Anbieter von weißen Kunststoffdachbahnen die meiste Erfahrung auf diesem Gebiet. Die verarbeitete Dach- und Dichtungsbahn ist mit einer unterseitigen Selbstklebeschicht ausgestattet, was die Verarbeitung auf dem dreidimensional geformten Untergrund erleichterte. Evalon VSK verbindet alle bekannten Eigenschaften und Vorteile der bewährten Dach- und Dichtungsbahn Evalon mit der zusätzlichen Möglichkeit der vollflächigen Verklebung.
Ohne offene Flamme
Unterseitig ist die Dichtschicht der Bahn mit einem Polyestervlies kaschiert, das nach der Verlegung als Entspannungszone (Dampfdruckentspannung, Bewegungsausgleich etc.) wirkt. Zusätzlich ist sie mit einem einseitigen Schweißrand für die Fügung der Bahnen untereinander mittels Heißluft oder Quellschweißmittel ausgestattet. Durch die unterseitige Selbstklebeschicht erfolgt die Verlegung zeitsparend. Auch mit Klebeschicht ist die Dachbahn diffusionsoffen. Da die Fixierung der Bahn ohne offene Flamme im Kaltklebeverfahren erfolgt, besteht keine Brandgefahr.
Neben der Kennzeichnung mit dem CE-Zeichen als Dach- und Dichtungsbahn gemäß EN 13956 und EN 13967 liegen für diese Bahnen umfassende Umwelt-Produkt-Deklarationen vor. Zusätzlich unterstützt das große Angebot an Zubehör und Formteilen die fachgerechte Ausbildung von typischen Dachdetails. Es beinhaltet u.a. Selbstklebe-Anschlussbahnen, Bewegungsfugenbänder, und Systemgullies. Die mit Evalon kaschierten Verbundbleche ermöglichen beste Anschlüsse an kritischen Detailpunkten. Diese kamen auch bei der Ausbildung der Dachränder der Pagodendächer zum Einsatz.
Zweilagige Vordeckung
Zunächst jedoch musste die Konstruktion samt formgebender Rauspundschalung gegen Wind und Wetter geschützt werden. Deshalb war zuerst eine bituminöse Abdichtung direkt auf der Schalung anzubringen. Um eine möglichst homogene Fläche zu erhalten, wurden alle Nähte der Bahn gestoßen. Diese Verlegeweise erforderte eine zweite Abdichtungslage, bei der die Bahnen stoßversetzt und mit gestoßenen Nähten verlegt wurden. Hier kam eine selbstklebende Bitumenbahn zum Einsatz. Als Haftbrücke zwischen der Bitumenselbstklebebahn und der Dach- und Dichtungsbahn erhielt die Bitumenbahnoberfläche einen zum Evalon-System gehörenden Voranstrich/Haftgrund. Nun konnte mit der Verlegung der VSK-Bahnen begonnen werden. Dachformbedingt erfolgte die Verlegung vom First in Richtung Traufe.
Feldbefestiger kaum sichtbar
Auch wenn der Architekt ein durchgehend weißes Dachbild ohne jegliche optische Unterbrechung wollte, war dies aus fachtechnischer Sicht so nicht möglich. Aufgrund der exponierten Lage und den zu erwartenden Windsogkräften musste die Abdichtung zusätzlich mit Feldbefestigern gesichert werden. Diese wurden nach einem vom Architekten entwickelten Plan so gesetzt, dass sie sich harmonisch in das Gesamtbild einfügen und kaum erkennbar sind.
Unterströmen verhindern
Als spezielle Herausforderungen stellten sich die Dachränder dar. Teilweise dreidimensionale Bewegungen der Dachkante so auszubilden, dass sie eine homogene Ansicht darstellen, war ebenfalls anspruchsvoll. Hierfür kamen die mit Evalon kaschierten Verbundbleche zum Einsatz. Die Dachdecker bildeten die Dachkanten zweiteilig aus. Zunächst formten sie mit aneinander gelegten Verbundblechteilen eine Sichtblende mit Tropfkante. Statt nur die einzelnen Stöße der Bleche mit Evalon zu überschweißen, verlegten sie eine 20 cm breite Abschlussbahn über die gesamte Sichtblendenlänge und schweißten diese fest. So entstand eine optisch durchgehende Oberfläche, obwohl das Blech entsprechend der Dachkantenkrümmung verläuft. Die Sichtblende wurde direkt an den Dachkanten fixiert. Darüber folgte ein zweites, gekantetes Verbundblech. Der eine Schenkel des Verbundbleches überdeckt ein Teil des Sichtbleches, der zweite liegt auf der Flächenbahn auf und wurde dort mechanisch fixiert, was ein Unterströmen der Dachabdichtung verhindert. Abschließend überschweißten die Dachdecker das in die Fläche gehende Verbundblech wieder komplett mit einer 33 cm breiten Anschlussbahn. So kann das Niederschlagswasser ungehindert von der Fläche über die zweigeteilte Dachkante abfließen bzw. abtropfen.
Integrierte LEDs
Das Teehaus am Timmendorfer Strand ist mit seinen markant geschwungenen weißen Pagodendächern vor allem abends dank integrierter LEDs ein echter Blickfang. Es vermittelt mit seiner filigranen Struktur optische Leichtigkeit und auch Ruhe, weckt zugleich aber auch ein wenig Sehnsucht nach dem Meer und der Weite.
Architekt: Dipl. Ing. Andreas Schuberth, architekturbüro schuberth, Hamburg


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