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Wärmespeicherung inbegriffen

Neubau einer Wohnanlage in Landshut
Wärmespeicherung inbegriffen

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Am Rand der Landshuter Innenstadt entstand eine kleine, exklusive Wohnanlage aus zwei Mehr- und vier Einfamilienhäusern als stimmige Einheit mit individuellen Gebäuden. Gewählt wurde eine wertbeständige, monolithische Außenwandkonstruktion mit perlitgefüllten Ziegeln – als energie- effiziente Bauweise mit erhöhtem Schallschutz.

Sabine Heinrich-Renz | be

Die Wohnanlage liegt im Piusviertel, einer Wohnsiedlung aus Ein- und maximal zweigeschossigen Mehrfamilienhäusern. Ein Bereich des Grundstückes war bereits im Besitz des Architekten Manfred Wimmer, der plante, dort sein eigenes Haus zu errichten. Als eine seit Jahren brachliegende Hofstelle mit Grundstück zum Verkauf stand, erwarb er diese zusätzlich. Weitere private Ko-Bauherren, die dort ebenfalls ihr Eigenheim bauen wollten, waren schnell gefunden. Hinter der Idee, die Bebauung durch zwei Mehrfamilienhäuser zu erweitern, stand der Wunsch, generationenübergreifenden, flexiblen Wohnraum für die erweiterte Familie – (Groß)Eltern oder zu einem späteren Zeitpunkt erwachsene Kinder – zu schaffen.
Im Grünen und doch in der Stadt
Die sechs Wohngebäude liegen relativ versteckt in zweiter Bebauungsreihe entlang der Watzmannstraße. Nur auf wenigen Metern führt eine Schneise bis an die belebte Straße heran, die sich durch Landshut-West windet. Auf dieser Nord-Süd-Achse stehen die beiden Mehrfamilienhäuser. Zudem ist hier auch die Zufahrt zur Tiefgarage untergebracht. Der Klötzlmühlbach, einer der vielen Bachläufe im Landshuter Stadtgebiet, begrenzt den Baugrund in Richtung Osten. In Richtung Süden ist der Blick frei auf eine unbebaute Fläche, die wiederum am Klötzlmühlbach endet. Das Grundstück begrenzt hier ein neu geschaffener Fußweg. Im Westen der Wohnanlage liegt ein gartentechnischer Betrieb.
Die Grundstück ist ideal gelegen für Familien mit Kindern: Abgeschottet von der Straße, im Grünen mit viel Freiraum und Garten sowie in der Nähe einer Grundschule, einer Kindertagesstätte sowie dem städtischen Schwimmbad. Und doch ist das historische Stadtzentrum von Landshut in nur zwanzig Minuten zu Fuß zu erreichen.
Massiv und kubisch
Die sechs Gebäude sind entlang einer T-förmigen Erschließungsstruktur angeordnet. In Nord-Süd-Richtung des Grundstückes stehen die beiden Mehrfamilienhäuser, auf der West-Ost-Tangente die vier Einfamilienhäuser. Die Schneise zur Watzmannstraße entspricht auch der Linie, an der die gestaffelte Höhenentwicklung ausgerichtet ist: Dort im Kernbereich sind die Gebäude mit drei Geschossen ausgestattet, zu den Randbereichen hin mit jeweils zwei. Hier ist das Grundstück im Vergleich zum restlichen Baugrund aufgrund der Nachbarbebauung und der Abstandsflächen eher eng und begrenzt, doch durch geschickte Planung wurde der Raum bestmöglich ausgenutzt. Das zweite Mehrfamilienhaus sowie die Einfamilienhäuser konnten eher großzügig entlang der West-Ost-Tangente verteilt werden.
Die Anordnung der Gebäude auf diesem Gelände sowie die kubischen Baukörper erinnern fast an die Meisterhäuser der Bauhaus-Siedlung in Dessau. Charakteristisch sind Kubusformen mit geraden Linien, Flachdächern und integrierten Terrassen, mit hellen Attikaverblendungen, großen, dunkel gerahmten Fenstern und anthrazitfarbenen Stülpschalungen, die das Würfelartige der Häuser noch mehr unterstreichen. Alles wirkt fast wie aus einem Guss, doch wenn man näher hinsieht, erkennt man, dass die einzelnen Gebäude sehr wohl den Nutzungsansprüchen ihrer Bewohner geschuldet sind. Die Wohnflächen der Einfamilienhäuser variieren je nach Bedarf ihrer Bewohner zwischen 200 und 280 m², die Raumaufteilung wurde individuell vorgenommen. Die 670 m² große Tiefgarage erstreckt sich – verborgen – fast völlig unter dem gesamten Grundstück. Sie verbindet die einzelnen Baukörper über Schleusen miteinander und ermöglicht auf diese Weise den nahezu vollständigen Verzicht auf oberirdische Stellplätze. So konnten die Freiflächen als offener und überall begehbarer Garten gestaltet werden – ideal für die Kinder der Anlage. Viele gemeinsame Aktivitäten können generationenübergreifend innerhalb der „Wohngemeinschaft“ entstehen.
Monolithische Ziegelaußenwände
Um heutigen Ansprüchen an langlebigen, wertbeständigen, besonders auch unter energieeffizienten Aspekten zukunftsfähigen Wohnraum gerecht zu werden, wurden alle Außenwandkonstruktionen mit perlitgefüllten Wärmedämmziegeln von Schlagmann Poroton ausgeführt.
Gut gedämmte monolithische Außenwände in 42,5 cm Wandstärke, kombiniert mit Ziegelinnenwänden in hohen Rohdichten und unterstützt durch kleinmaßstäbliche Fensteröffnungen in Nord- und Ostfassaden, sorgen für hohe Wärmespeicherung über die Bauteilmassen.
Großflächige Fensteröffnungen in Richtung Süden und Westen nutzen im Winter die Sonneneinstrahlung über Glasflächen passiv zur Raumheizung. Im Sommer regeln vertikale und horizontale Verschattungselemente den Sonneneinfall ebenso wie die hohen Außenwandstärken, die im Sommer die Wärme weitgehend außen vor lassen. Die Außenwandkonstruktionen der Einfamilienhäuser wurden mit Poroton-T7 ausgeführt und erreichen damit einen besonders guten U-Wert von 0,16 W/m2K. Poroton-Planziegel-S10 kamen bei den beiden Mehrfamiliengebäuden zur Anwendung. Bei den dreigeschossigen Bauten der Mehrfamilienhäuser sind neben Wärmedämmung nämlich auch höhere Schalldämmeigenschaften gefragt. Anhand optimierter Lochbilder und massiver Ziegelstege in Kombination mit der Füllung aus Perlit gelingt es Schlagmann Poroton, mit den Poroton-S-Ziegeln beides unter einen Hut zu bringen.
Der Dämmkern aus Perlit wirkt sich nicht nur positiv auf die Wärme-, sondern auch auf die Schallschutzeigenschaften des Ziegels aus. Sie erfüllen damit einschalig die Anforderungen der Energie-Einsparverordnung (EnEV) wie auch die Empfehlungen für den erhöhten Schallschutz nach DIN 4109 für den mehrgeschossigen Wohnungsbau. Bei einer Wanddicke von 42,5 cm erreicht der Poroton-S10, wie hier verbaut, ein bewertetes, korrigiertes Schalldämmmaß (Rw,Bau,ref) von 49,1 dB und zugleich einen U-Wert von 0,22 W/m2K.
Zusammen mit den hohen wärmedämmenden Eigenschaften der perlitgefüllten Poroton-Ziegel erreichen alle Wohneinheiten den KfW-Effizienzhaus Standard 70 nach EnEV 2009.
Wegen günstiger hydrogeologischer Verhältnisse des Grundstückes können alle Gebäude klimafreundlich mit einer Wärmepumpe, die dem Grundwasser die benötigte Wärme entzieht und sie an das Heizsystem weiterleitet, beheizt werden. Damit macht man sich die in der Regel über das ganze Jahr hinweg konstanten Grundwassertemperaturen zu Nutze. Mit der Grundwasserwärmepumpe können im Sommer die Einfamilienhäuser zudem gekühlt werden. Eine zusätzlich installierte Gastherme unterstützt bei erhöhtem Heizbedarf die Wärmezufuhr.
Architekt: Manfred Wimmer, Bauforum Landshut


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