Aufstockung eines Mehrfamilienhauses in Sidney

Wogender Übergang

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Ein Wohngebäude am Bondi Beach von Sidney wurde saniert und erhielt zudem ein neues Geschoss. Die Aufstockung wurde durch eine Stahlkonstruktion, umhüllt mit Titanzink, realisiert. Die Architekten entschieden sich wegen der besonderen klimatischen Bedingungen am Meer für dieses Material, das dank seiner schützenden Patina wetterfest und wartungsfrei ist.

Mareike Füllner | be

Der Bondi Beach von Sydney ist ein berühmter Strand Australiens und seit 2008 nationales Denkmal (Australien National Heritage List). Im Osten des 65 ha großen Areals entstanden in den 1930-Jahren massiv gebaute Mehrfamilienhäuser mit zwei bis drei Stockwerken, die in Längsausbildung dem zum Meer abfallenden Gelände folgen. In exponierter Lage nagen Wind und Wetter an den Fassaden und Häusern, weshalb sie regelmäßig saniert werden müssen. Bei der Sanierung eines dieser Wohngebäude kam zusätzlich ein neues Geschoss hinzu.

Nach Wünschen des Bauherrn haben die Architekten ThomsonAdsett eine Wohnung für den Aufbau entworfen, die sich über eineinhalb Stockwerke erstreckt. Ein neuer Aufzug im vorhandenen Treppenhaus erschließt den unteren Teil der Wohnung, innen verbindet eine Holztreppe beide Etagen. Zur Wohnung gehören sechs Schlafzimmer und mehrere Badezimmer. Einen Raum, der Haus und Natur verbindet, haben die Architekten im oberen Geschoss zur Meerseite hin geschaffen. Er beherbergt Küche, Essplatz und Wohnbereich und ist durch raumhoch verglaste und über die gesamte Gebäudebreite öffenbare Schiebetüren mit einer großzügigen Terrasse verbunden. Von hier bietet sich eine einzigartige Aussicht auf den Strand mit der dahinterliegenden Metropole Sydney und weit hinaus auf das Tasmanische Meer, wo sich Delphine und Wale beobachten lassen.

Titanzink als Wetterschutz

Unter Berücksichtigung der statischen Gegebenheiten haben die Architekten die Aufstockung mit Stahl konstruiert und diesen mit Titanzink von Rheinzink umhüllt. Robert Puflett, Regionalpartner New South Wales (NSW) bei ThomsonAdsett: „Es widersteht den extrem hohen Beanspruchungen und bildet gleichzeitig einen kraftvollen Kontrast zum Bestand und zur umgebenden Bebauung.“ Das Titanzink ist durch eine schützende Patina wartungsfrei und widersteht jahrzehntelang Wind und Wetter. Beim Dach- und Fassadenmaterial in der hier gewählten Oberflächenqualität prePatina blaugrau bildet sich durch ein spezielles Beizverfahren bereits von Anfang an der Farbton, der sich durch natürliche Bewitterung ohnehin bilden würde. Die Fähigkeit, die schützende Patina zu bilden, bleibt dabei vollständig erhalten.

Wulstausbildung

Zum Einsatz kam Titanzink auf dem Dach in Doppelstehfalz- und an der Fassade in Winkelstehfalztechnik. Ungewöhnlich ist der Übergang Dach-Fassade gestaltet. Er erinnert an wogende Bewegungen von Meereswellen und schließt das Gebäude nach oben hin ab. Dieser wulstähnliche Übergang verläuft um das gesamte Gebäude und fällt an einer Ecke zum Erdboden hin ab. Montiert wurde die Wulst mit vorgerundeten Elementen und Einhangfalzen.

Das flach geneigte, leicht geschwungene Dach haben die Architekten mit einem kürzeren, steiler geneigten Schenkel sowie einem längeren, flacher geneigten Schenkel asymmetrisch geformt. Der belüftete Dachaufbau besteht aus Doppel-T-Trägern aus verzinktem Stahl mit C-Profilen für die Dachdeckung. Eine Unterspannbahn nimmt die Wärmedämmung auf. Auf die C-Profile kamen Holzlatten und für die Ausbildung des Bogens mehrere dünne Lagen Holzwerkstoffplatten. Darauf wurde eine strukturierte Trennlage verlegt und abschließend Titanzink in Doppelstehfalztechnik – angesichts der besonderen Belastungen durch die Lage am Meer und die geringe Dachneigung mit Falzdichtungsband.

An der Fassade gliedert die Winkelstehfalztechnik die senkrechte Fläche und erlaubt für die fachgerechte Einbindung der Fenster die Verarbeitung von Scharen, die – optisch kaum wahrnehmbar – unterschiedlich breit sind. Hohe Anforderungen an die Verlegung des Titanzinks stellte die zweite, zum Land weisende Gebäudeecke. Hier erinnert ein um die Ecke gebogenes Fenster an die rundum verglaste Steuerkabine eines Schiffes. Die Fassadenbekleidung läuft auf gerader Fläche zunächst senkrecht nach oben, greift dann aber die Rundungen von Fensterlaibung, Fenster und Dachwulst auf und schmiegt sich über eine Stahlunterkonstruktion an das Fenster an.


Anforderung:

Statische und klimatische Herausforderungen für Dachaufstockung

Lösung:

Wartungsfreies, wetterfestes Titanzink für Stahlkonstruktion-Ummantelung


Architekturbüro: ThomsonAdsett, Sydney, New South Wales, Australien
www.thomsonadsett.com

Dach- und Fassadenbekleidung: Craftmetals, Hornsby, New South Wales, Australien


Robert Puflett, Regionalpartner New South
Wales bei ThomsonAdsett: „Wir haben uns wegen der besonderen klimatischen Bedingungen direkt am Meer für dieses Material (Titanzink) entschieden.“


Funktionen der Wulst

Der Wulstabschluss ist nicht nur markant-gestalterisches Merkmal, sondern kombiniert auch verschiedene Funktionen. Durch die Rundung ist der Dachabschluss in der Lage, die Strömungsgeschwindigkeit des Windes zu verändern und seine Kräfte, die hier direkt am Meer mit voller Wucht auf den Übergang zwischen Dach und Fassade wirken, auf ästhetisch ansprechende Weise abzumildern. Gleichzeitig dient die Wulst als Regenwasserableitung, denn sie ist mit einer zum Dach hin offenen, innenliegenden Rinne ausgebildet.

 

 



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