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Schulmensa mit bunter Aluminiumhülle

Neubau einer Schulmensa in Stuttgart
Buntes Mitsprache-Puzzle

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Hammeskrause Architekten gestalteten gemeinsam mit Schülern eine Schulmensa in Stuttgart-Möhringen. Als „buntes Campusherz“ zeigt der Neubau eine einfache Form und farbenfrohe Fassaden. Dach- und Wandrauten aus Aluminium wurden in Sonderfarben unter Mitwirkung der Schüler wie ein Riesenpuzzle zusammengesetzt; so wurde aus dem simplen Gebäude ein lebensfroher Blickfang.

Anforderung:

Umstrukturierung des Campusgeländes mit klar positioniertem Mensa-Neubau

Lösung:

Dach und Fassade: Aluminium-Rauten 44 x 44 cm in vier kindgerechten Sonderfarben


Alexandra Bendel-Döll | be

Die Architekten von hammeskrause architekten sind neue Wege gegangen, um für zwei Schulen im Stuttgarter Stadtteil Möhringen eine Mensa zu gestalten. Sie haben gemeinsam mit den Schülern ein kunterbuntes Campusherz entwickelt. Das gesamte Schulareal war bis dahin vom Charme der zwei Gebäude aus den 1960er-Jahren geprägt: Zweckbauten mit viel Beton und einem Flachdach. Nachdem die Baukörperfigur für die Schulmensa gefunden war, haben sie die Schüler in die Gestaltung mit eingebunden. Schulverwaltungsamt, Hochbauamt und die Lehrer der Schulen unterstützten den mutigen und außergewöhnlichen Weg.

„Wir nähern uns den Aufgaben immer von einer gewissen Entfernung bzw. Abstraktion. Von der Weltkugel zum Kontinent, zum Land, zur Stadt, zum Viertel, zur Straße“, beschreibt Nils Krause die Herangehensweise seines Büros. Die Mensa war eingangs eine „sensible Situation“, da beide Schulen mit ihren unterschiedlichen Schülern und Ausrichtungen berücksichtigt werden mussten. Die Vision des Projektleiters Joep Kuys war: „Wir wollten ein Campusherz gestalten, das für alle Schüler schlägt. Einen großen, zentralen, zum Schulhof offenen Raum, eingebunden in die Grünflaschen und räumliche Arrondierung des Schulgeländes.“ Das Haus mit Satteldach fügt sich mit seiner Sonderform archetypisch als Symbol in die Umgebung ein. „Das Objekt schreit geradezu: Ich bin eine andere Nutzung. Dach und Wand sollten hierfür aus ein und demselben Material sein. Wie eine Hülle“, erklärt Joep Kuys. „Wir wollten alles mit einer Haut verkleiden: vom Boden bis zum First.“

Die Kraft der Kinder

An diesem Punkt des Entwurfs entstand die Chance, die farbliche Gestaltung der Rauten in die Hände der Schüler zu legen. In vier Gruppen, mit insgesamt zwölf Schülern aus beiden Schulen, wurde in sechs Workshops die heutige Fassade entworfen. Nach einigen Wochen standen die vier Konzepte: „Zirkuszelt“, „Blumenwiese“, „Picknickdecke“ und „Tuned by letters“. Und auch hier wurden gemeinsam neue Wege gegangen. Die Schüler haben ihre Arbeiten diskutiert, sich für eine entschieden und Elemente der anderen Entwürfe mit diesem verschmolzen. So ist von jedem Entwurf, von jedem Kind ein Element dabei. „Das Partizipative gelingt selten bei Großprojekten, umso mehr freut es uns, dass wir hier den Weg miteinander gehen durften“, erzählt Krause.

Simple Form für Schulmensa

Die Mensa überzeugt in seiner simplen Form und der farbenfrohen, kunterbunten Fassade. Zur Straßenseite steht der Sichtbetongiebel, das Dach hat keine Regenrinne. Das Wasser läuft schlicht an der Fassade ab. Zum Einsatz kamen für die bunte Außenhülle die Dach- und Wandraute 44 × 44 in den Sonderfarben Ginstergelb, Karminrot, Normminzgrün und Pastelltürkis.

Rückblickend war für die beiden Architekten das Projekt ein großer Erfolg, an dem man sieht, wie weit man „gemeinsam“ kommen kann. „Es mangelt uns manchmal an Mut, gemeinsam neue Wege zu gehen. Das ist hier gelungen“, unterstreicht Krause. „Wir haben gemeinsam eine Identität für die Schüler beider Schulen aufgebaut. Das ist Mitspracherecht und Mitsprachespaß der Nutzer.“

Tausend-Teile-Puzzle bildet die Schulmensa

Die Umsetzung übernahm der Handwerksbetrieb von Simon Altvater. „Es war wie ein 1 000-Teile-Puzzle von Ravensburger. Zuerst konnten wir uns darunter nichts vorstellen“, erzählt Altvater, dem eines von Anfang an klar war: Das wird keine alltägliche und keine einfache Aufgabe. Gearbeitet wurde strikt nach Plan. Die Handwerker hatten ein Muster der Rauten, die in den jeweiligen Farben zu verlegen waren. Der Plan hat bis ins Detail gestimmt und wurde auch so umgesetzt. „Wir haben eine einzige Schindel im Muster geändert“, erinnert Klempnermeister Massimo Campnale.

Ungewöhnlich war auch das große Interesse der Schüler. In jeder Pause sind zehn bis 15 Kinder bei der Baustelle für die neue Schulmensa gestanden und haben den Arbeiten zugesehen. So waren die Kinder nicht nur an der Konzeption beteiligt, sondern konnten auch stets den Fortgang ihres Projekts beobachten.

Dach- und Wandraute

Prefa Wandrauten im großzügigen Format 44 × 44 cm verleihen der bewährten “Schuppenoptik” überraschende Akzente. Die Rautenform ermöglicht die Realisierung einer modern strukturierten Fassaden-Optik, welche die hohe Qualität der Gesamtplanung unterstreicht und jedes Gebäude zu einem Unikat macht. Durch integrierte Befestigungsleisten können die Fassadenelemente rasch und kostengünstig montiert werden.

Ergänzend dazu setzt die Aluminium-Dachraute im Format 44 × 44 cm einen starken Kreativimpuls. Die vergrößerte Flächenstruktur erlaubt das freie Spiel aus traditioneller Form und moderner Akzenten, ohne auf höchste Langlebigkeit und extreme Witterungsbeständigkeit zu verzichten. Zudem profitiert der Verarbeiter vom minimalen Gewicht der neuartigen Design-Dachraute.


Projekt: Mensa der Anne-Frank-Gemeinschafts- und Heilbrunnenschule, Stuttgart-Möhringen

Bauherr: Landeshauptstadt Stuttgart, Referat Jugend und Bildung

Projektleitung/-steuerung: Landeshauptstadt Stuttgart, Technisches Referat, Hochbauamt

Architekten: hammeskrause architekten, Nils Krause, Joep Kuys, Stuttgart
www.hammeskrause.de

Verarbeiter: Altvater GmbH

Bauzeit: 01|18 bis 10|19

Kosten: ca. 5,53 Millionen Euro


Architekt Nils Krause: „Es mangelt uns manchmal an Mut, gemeinsam neue Wege zu gehen. Das ist hier gelungen. Wir haben gemeinsam eine Identität für die Schüler beider Schulen aufgebaut. Das ist Mitspracherecht und Mitsprachespaß der Nutzer.“

Architekt Joep Kuys: „Das Objekt schreit geradezu: Ich bin eine andere Nutzung. Dach und Wand sollten hierfür aus ein und demselben Material sein. Wie eine Hülle.“


Sonderlösung Konstruktion

Der Übergang vom Dach zur Fassade geht nicht wie üblich über die Traufe. Die Rauten wurden geknickt. Daher bedurfte es einer wasserdichten Unterkonstruktion.



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