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Feuchtigkeitsschäden sanieren und Mauerwerk abdichten

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Ein Haus vor Feuchtigkeit zu schützen, trägt entscheidend zur Erhaltung der Bausubstanz bei. Wasser trägt Schadsalze ins Mauerwerk ein, verringert die Dämmeigenschaften der Wandkonstruktion und kann bei Frost auch Putz und Mauerwerk zerstören. Folgerichtig kommt der Abdichtung des Gebäudes eine erhöhte Aufmerksamkeit sowohl bei der Planung als auch Ausführung zu.

Anforderung:

Dauerhafte Bauwerksabdichtung bzw. Mauerwerkstrockenlegung mit schadensfreier Oberfläche

Lösung:

Nach Schadensanalyse Auswahl des passenden Saniersystems wie Kalk-, Poren- oder Sanierputz


Olaf Janotte, Teamleitung Technische Dienstleistungen, Baumit GmbH | be

Was ist, wenn bereits Wasser ins Objekt eingedrungen ist – und das vielleicht schon über viele Jahre? Natürlich steht einer nachträglichen Abdichtung nichts im Wege, aber ist es allein damit getan?

Die „neuen“ Abdichtungsnormen DIN 18531 bis 18534 zeigen, wie vielschichtig die Möglichkeiten sind, dass Wasser in ein Gebäude dringt und wie differenziert man unterscheiden muss, mit welchen Stoffen man die Abdichtung bewerkstelligt. Die Bauwerksabdichtung kann heute nicht mehr allein mit einem Allroundprodukt ausgeführt werden: Denn die Normen unterscheiden nach Abdichtungen in Innenräumen, auf befahrenen und unbefahrenen Flachdächern oder Balkonen, Behältern und Becken oder nach klassischer Abdichtung erdberührter Bauteile, die getrennt zu bewerten sind. Die Normen stellen für jeden Bereich gezielte Anforderungen. Man könnte deshalb annehmen, dass allein die Beachtung der Norm mit der Auswahl der entsprechenden Produkte ausreichend ist, um eine fachgerechte Abdichtung zu erhalten. Für einen Neubau mag das stimmen, aber nicht unbedingt für ein altes Gebäude, dem Wasser und Salze schon seit Jahrzehnten zugesetzt haben.

Je länger feucht, um so schwieriger

Solange nur Wasser in ein Gebäude eingedrungen ist, lässt sich durch eine nachträgliche Abdichtung durchaus das Ergebnis erzielen, das man sich auch für den Neubaubereich gesetzt hat – nicht immer, aber in den meisten Fällen. Hat das Mauerwerk über die Jahre „im Wasser gestanden“, kann es nicht nur zur Füllung der Kapillaren kommen. Auch eine Feuchtedehnung der Baustoffe ist zu beobachten. Eine Trocknung führt damit im Umkehrschluss auch zu Schrumpfbewegungen, die u. U. eine nachträgliche Rissbildung zur Folge haben können.

Je feuchter ein Mauerwerk ist, umso größer ist die Möglichkeit nachträglicher Schädigungen durch diese Prozesse. Bleiben sie im Rahmen, kann das aufgetragene Putzsystem diese Spannungen ggf. selbst abfangen oder man verwendet zur Verbesserung des Ergebnisses eine vorsorglich aufgebrachte Armierungsputzlage. Nur in Ausnahmefällen kann auch diese nicht ausreichen und es kommt trotzdem zu Rissen oder gar weiterreichenden Schäden. Hat man den Verdacht, dass sich durch die Abtrocknung Folgeschäden einstellen, sollte man deshalb in jedem Fall durch eine vorherige Untersuchung eines Fachplaners feststellen, ob dieser berechtigt ist.

Salzkristallbildung

Sobald im Wasser gelöste Salze aus dem Erdreich ins Mauerwerk gedrungen sind, hat man mit weiteren Auswirkungen zu rechnen. Trocknet die Feuchtigkeit ab, bleiben die Salze nicht mehr in Lösung, sondern bilden Kristalle. An der Oberfläche des Putzes oder des Mauerwerks ist das unproblematisch, aber sobald die Auskristallisation innerhalb des Gefüges stattfindet, kann es zu einer Zerstörung des Baustoffes kommen. Ist der Porenraum geringer als die Größe der Kristalle, stoßen diese an die Kapillarwandung und „wachsen“ dort in den Baustoff hinein. Da bei diesem Vorgang enorme Drücke aufgebaut werden, ist es allein mit einem festen Baustoff nicht getan.

Je mehr Kristalle entstehen, umso mehr zermürben diese ihr Umfeld, bis es zu deutlich sichtbaren Schädigungen kommt. Gerade bei nicht durch eine Putzlage geschützte Mauerwerke ist deshalb Vorsicht geboten. Ein großer Teil der Salze wird im Rahmen der Abtrocknung an die Nähe der Bauteiloberfläche transportiert, so dass sich diese hier stark aufkonzentrieren. Die Schädigung des Mauerwerks wird sich deshalb von der Oberfläche her langsam weiter nach innen bewegen, so dass das Mauerwerk ständig weniger wird. Die Abtrocknung des Mauerwerks wird so mit der Auflösung desselben erkauft.

Ist ein Putz auf dem Mauerwerk vorhanden – oder trägt man einen Putz auf dem vormals unverputzten Mauerwerk auf – dient dieser als Verschleißschicht. Die Salzschäden bewirken deshalb allein eine optische Beeinträchtigung. Nachdem der Putz zum Schutz des Mauerwerks aufgetragen wird und keine statischen Aufgaben übernimmt, lässt er sich leicht wieder erneuern, wenn er diese Aufgabe nicht mehr erfüllen kann.

Problemlöser mit Sanierputz

Für Putzarbeiten eignen sich unterschiedliche Materialien. Im Rahmen der Denkmalpflege werden oft Kalkputze eingesetzt. Hierfür können Standardmaterialien, wie z. B. Baumit Kalkputz Klima RK 38 oder KP 36 W sowie speziell konzipierte Opferputze aus der Historischen Reihe (HR) nach verwendet werden. Diese weisen eine eher geringe Festigkeit auf und können schadlos vom Mauerwerk entfernt werden. Durch ihren hohen Kapillarraum bewirken sie eine sehr gute Feuchteabführung, weisen allerdings relativ schnell Schäden durch auskristallisierende Salze auf.

Feuchteregulierungsputze, wie Baumit Historischer Porenputz HR 810820 HS, sind in optischer Hinsicht bedeutend unproblematischer, da sie gute kapillare Leitfähigkeit in Verbindung mit hohem Porenraum und hoher Festigkeit verbinden. Damit kann das Mauerwerk gut abtrocknen und die Gefahr von Schäden – ausgenommen sichtbare Feuchteränder und Salzablagerungen die abgekehrt werden können – ist minimiert. Sie bieten damit einen guten Kompromiss.

Setzt man vorwiegend auf eine schadensfreie Oberfläche, ist ein Sanierputz-WTA die richtige Entscheidung. Hierbei handelt es sich i. d. R. um Sanierputz-Systeme, die aus Vorspritz (Baumit SanierVorspritz SV 61), einem Porengrundputz bei vorzugsweise hohen Gesamtputzdicken (Baumit SanierGrundputz SG 68) und Sanierputz-WTA (z. B. Baumit Selfpor Sanierputz SP 64 P) bestehen. Die starke Wasserabweisung des Putzes lässt auch Salze nur sehr langsam in den Putz eindringen. Die extreme Porenbildung verhindert dabei aber, dass ein Feuchtestau entsteht, da das Wasser über die Poren in Dampfform an die Oberfläche treten kann. Abtrocknung und eine schadensfreie Oberfläche gehen Hand in Hand.

Mauerwerkstrockenlegung darf sich im Bereich der Sanierung nicht allein nur auf das Fernhalten von weiterem Wasser beschränken. Voruntersuchungen müssen belegen, dass keine zu hohe Salzbelastung vorliegt, auf die differenziert eingegangen werden muss. Und wenn doch, dann ist zu klären, welche Maßnahmen und Produkte notwendig sind, um das vom Bauherrn gesteckte – und vom Gebäude auch tolerierte – Ziel zu erreichen.


Die Abdichtungsnormen DIN 18531 bis 18534 stellen für jeden Bereich gezielte Anforderungen. Nur beim Neubau reicht es aus, unter Beachtung der Norm die entsprechenden Produkte für eine fachgerechte Abdichtung auszuwählen. Für ein altes Gebäude, dem Wasser und Salze schon seit Jahrzehnten zugesetzt haben, muss ein Fachplaner mit der genauen Schadensanalyse beauftragt werden.


Mehr zum Thema

  • Mauerwerkstrockenlegung in bba-Fachbeitrag

www.hier.pro/bba0818_feuchtesanierung



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