Parkdeck-Sanierung eines Einkaufszentrums in Berlins

Problem effizient gelöst

Jörg Pfäffinger / be

Das Berliner Einkaufszentrum Forum Steglitz war in die Jahre gekommen; eine Sanierung stand an. Ursprünglich war das nur zum Teil überdachte Parkdeck im 5. OG mit Faserplatten belegt. Im Zuge der Erneuerung wurde die bestehende Betondecke abgebaut und im Wiederaufbau den aktuellen Erfordernissen angepasst.
Die Renovierung des Einkaufszentrums Forum Steglitz begann im Mai 2005 und ging bis zum Jahresende 2006. Auch das teil-überdachte Parkdeck im 5. OG wurde überarbeitet: Unter anderem wurde die 6 400 m2 große Decke erneuert, die nicht nur von Kunden-PKW befahren wird, sondern das Gebäude nach oben hin abschließt. Eine Besonderheit dabei war die Flächenbewehrung aus glasfaserverstärktem Kunststoff.
Glasfaserverstärkte Flächenbewehrung
Der neue Deckenaufbau sieht folgendermaßen aus: Auf die bestehende 10 cm-Dämmschicht wurde eine Isolierung mit Bitumenbahnen aufgetragen, darauf zwei Lagen Dränmatten. Dann folgt eine Betondecke als Lastverteilplatte. Sie hat keine statische Funktion, sondern dient lediglich der Lastverteilung, wenn Autos darüber fahren.
Die Anforderungen an den Beton waren Tausalzbeständigkeit und Schwindarmut. Aus Gewichtsgründen entschied man sich für eine GFK-Bewehrung, denn durch die neue DIN 1045–1 bestehen hohe Anforderungen an die Korrosionsbeständigkeit der Betonüberdeckung. Da für eine Decke mit Stahlbewehrung eine 14 cm dicke Lastverteilplatte vorgeschrieben gewesen wäre, konnte man durch eine nichtrostende GFK-Bewehrung von dieser Anforderung abweichen und auf eine Mindestbetondeckung reduzieren.
Von ursprünglich geplanten 14 cm konnte so auf eine 10 cm starke Schöck-ComBAR-bewehrte Lastverteilplatte reduziert werden. Das Ergebnis ist eine große Gewichtseinsparung auf der 6 400 m2 Fläche des Parkdecks, die notwendig war, weil die Bestandsdecke, eine Rüterdecke, die ursprünglich geplanten größeren Lasten der dickeren Decke nicht hätte aufnehmen können.
Anders ausgedrückt: Mit konventioneller Bewehrungstechnik hätte man den statischen Unterbau der Decke verstärken müssen, was zu zusätzlichen Kosten und größerem Arbeitsaufwand, verbunden mit entsprechenden Mindereinnahmen der Geschäfte, geführt hätte.
Der Aufbau der Schöck GFK-Bewehrung ist der einer Stahlbewehrung ähnlich: Auf die Dränmatten werden handelsübliche Kunststoff-Abstandhalter von 2 cm aufgebracht. Darauf kommt die erste Lage GFK-Bewehrung mit einem Durchmesser von 8 mm, diese wird kreuzweise verlegt. Dann folgt die zweite Lage Abstandhalter mit einer Höhe von 2,5 cm und die obere GFK-Bewehrungslage, auch wieder kreuzweise.
Dadurch ergibt sich eine Aufbau-Höhe von 2 cm + 2,5 cm + 2 x 8 mm = 8 cm. Es verbleiben von der oberen Bewehrungslage aus 2 cm Betonüberdeckung, um auf die Deckenstärke von 10 cm zu kommen.
Durch den Einsatz der GFK-Bewehrung Schöck ComBAR ergaben sich folgende Ersparnisse:
  • Reduzierung der benötigten Betonmenge
  • keine statischen Veränderungen an der tragenden Unterkonstruktion
  • keine Beschichtung der Betonoberfläche. Normalerweise muss auf den Beton eine abschließende Kunststoffbeschichtung aufgetragen werden, die als Tausalzwiderstand dient.
Weitere Informationen
GFK-Bewehrung bba 549
Architekt: HolderMathias Garbe, GB-Cardiff, GB-London, München Projektsteuerung: Chandler KBS, Düsseldorf Tragwerksplanung: Dipl.-Ing. Christian Kühnrich, Ötigheim

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