Neubau eines Hotels in Berlin

Mit Glasfaserbeton gestaltet

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In Berlin eröffnete die Hotelkette Motel One ihr größtes Haus. Um der Lage am exponierten Alexanderplatz und der Corporate Architecture des Betreibers gerecht zu werden, legten die Planer das Augenmerk auf die Gestaltung der Fassade. Diese gelang durch eine in sich stimmige Mischfassade in Grautönen mit einem Sockelbereich aus dünnen Glasfaserbetonelementen.

Der Alexanderplatz gehört zu den wichtigsten touristischen Sehenswürdigkeiten der deutschen Hauptstadt. Kein Wunder also, dass dieser Ort auch für Hotels interessant ist. Anfang Dezember 2017 eröffnete hier die Hotelkette Motel One ihr größtes Haus. Es ist 60 m hoch, hat 19 Etagen und bietet ungefähr 25 000 m² Platz. Während das Gebäude im Erdgeschoss und im ersten Stock Restaurants, Läden und Büros beherbergt, befinden sich in den Stockwerken darüber 708 Zimmer und öffentliche Bereiche von Motel One. Geplant wurde das Objekt von dem Büro GFB Alvarez & Schepers aus Berlin. Damit es optisch der prominenten Lage und der Corporate Architecture der Hotelkette gerecht wird, legten die Planer großen Wert auf die Fassadengestaltung.

Hierbei mussten sie den Spagat schaffen, einerseits die vielen Fenster, die ein Hotel mit über 700 Zimmern nun einmal mit sich bringt, optisch ansprechend in die Außenansicht zu integrieren, und diese andererseits vor einem zu kleinteiligen Erscheinungsbild zu bewahren. Dies erreichten sie im oberen Bereich mit einer Wärmedämmverbundfassade, die durch zwei unterschiedliche Grautöne vertikal gegliedert ist. Für den Gebäudesockel – also den Bereich, den die Passanten am meisten wahrnehmen – planten sie Fassaden-Bekleidungselemente aus Glasfaserbeton der Firma Fischer & Partner mit dem Produkt Polycon ein.

Hierbei handelt es sich um einen feuerfesten (A1) Verbundbaustoff aus Beton und alkalibeständigen Glasfasern.

Der verantwortliche Architekt Florian Deppisch sagt hierzu: „Wir entschieden uns für Glasfaserbeton, weil wir schon gute Erfahrung damit gemacht haben. Beispielsweise überzeugen uns seine Robustheit gegen äußere Einflüsse und die Möglichkeit, ihn an unsere Farbwünsche anzupassen.“

Tatsächlich besitzt Polycon eine sehr lange Lebensdauer. Das Aussehen der Fassadenplatten lässt sich jedoch nicht nur hinsichtlich der Farbgebung spezifisch anpassen, sondern der Planer hat noch viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Beispielsweise kann er die Oberflächenbeschaffenheit der Elemente selbst bestimmen. Diese sind in den Varianten glatt, fein und grob strukturiert erhältlich. Selbst Reliefs, die an die Struktur von Naturstein, Holz oder anderen Materialien erinnern, lassen sich realisieren. Bei der Farbgebung kann der Auftraggeber zwischen Betongrau oder strahlendem Weiß oder einer individuell eingefärbten Variante wählen. Beim Motel One entschieden sich die Planer für grau eingefärbten Weißzement, der farblich zu dem Wärmedämmverbundsystem passt, das in den Stockwerken oberhalb des Sockels verwendet wurde. Die endgültige Farbe wählten die Architekten anhand von Musterplatten aus, die Firma Fischer & Partner speziell hierfür anfertigte.

Dünn und anpassbar

Ein weiterer wichtiger Grund, warum sich die Architekten für Polycon entschieden, war, dass der Glasfaserbeton gut mit dem Wärmedämmverbundsystem kombiniert werden kann. Hierzu sagt Florian Deppisch: „Es war früh klar, dass wir im oberen Bereich des Gebäudes ein Wärmedämmverbundsystem verwenden. Das Material des Sockels sollte damit flächenbündig sein. Mit Glasfaserbeton ist dies möglich.“ Die zugesetzten Glasfasern erhöhen die Stabilität des Betons. So können Fassadenelemente mit einer Dicke von 13 bis 20 mm gefertigt werden. Damit beträgt die Aufbautiefe im Sockelbereich des Hotels ca. 21,5 cm (Glasfaserbeton + Hinterlüftung + Wärmedämmung). Insgesamt wurden knapp 770 Polycon-Fassadeneckelemente und Platten montiert. Da sie im Sockelbereich eingesetzt wurden, in der Arkade, den Ecken, an Fensterflächen u.a., mussten zahlreiche unterschiedliche Formen hergestellt werden. Polycon-Fassadenelemente werden im Druckspritzverfahren gefertigt, was den Vorteil hat, dass sowohl ebene Bauteile als auch dreidimensionale Formen möglich sind. Die größte Fassadenplatte befindet sich auf der Südseite des Gebäudes und hat die Abmessungen von 1,99 x 1,73 m. Geplant und montiert wurden die Glasfaserelemente von Fatec Engineering aus Müschenbach im Westerwald.

Die Polycon-Fassadenelemente werden standardmäßig mit Beton aus Weißzement gefertigt. Um den Beton farbig zu gestalten, werden Pigmente hinzugefügt. Möglich sind fast alle Farbvorstellungen . Für den Schutz des Beton vor Witterung und Vandalismus versieht ihn Polycon auf Wunsch mit einer Hydrophobierung bzw. einem Graffitischutz.

Montage und Befestigung

Fatec Engineering konzipiert, berät und montiert vorgehängte hinterlüftete Fassaden. Dabei führten die Mitarbeiter auch die Werk- und Detailplanung durch, die sie mit den Architekten abstimmten. Um die Platten am Gebäude zu fixieren, verwendeten die Verantwortlichen ein Befestigungssystem aus aus Wandkonsolen, vertikalen Tragprofilen und horizontalen Agraffentragprofilen. Dirk Wrede, verantwortlicher Geschäftsführer/Projektleiter des Unternehmens, sagt hierzu: „Dieses Befestigungssystem mit einlaminierten Gewindehülsen hat sich auf zahlreichen Baustellen bewährt und war auch bei den Polycon-Elementen eine gute Hilfe. Doch das hat uns leider bei unserem Lagerproblem wenig geholfen.“ Er spielt damit auf die extrem beengten Platzverhältnisse der Baustelle an. Mitten in Berlin, an einem so stark frequentierten Ort, gab es nur wenig Fläche, auf der Maschinen und Waren gelagert werden konnten. Für die Polycon-Elemente stand Fatec Engineering gerade einmal die Fläche eines Lkws zur Verfügung. So brachten die Mitarbeiter des Unternehmens zunächst die Unterkonstruktion im gesamten Sockelbereich bis auf fast 10 m Höhe an und montierten dann abschnittsweise die Fassadenelemente und Platten.

Architekten:

GFB Alvarez & Schepers, Gesellschaft für Architektur, Generalplanung und Design mbH, Berlin

www.gfb-berlin.de



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