Neubau eines Wohnhauses in Frankfurt am Main

Maßvoll nachverdichtet

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Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg ist die ehemalige Frankfurter Altstadt in Zeilenbauweise – parallel zueinander stehende lange Mehrfamilienhäuser – bebaut worden. Um die Innenstadt als Wohnstandort aufzuwerten und für alle Bevölkerungsschichten attraktiv zu machen – auch um zunehmendem Wohnungsmangel entgegenzuwirken, ist eine maßvolle Nachverdichtung notwendig geworden.

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Der Entwurf für den Neubau des fünfgeschossigen Wohnhauses mit zwölf Wohnungen übersetzt die Anmutung der historischen Bebauung in eine moderne Formensprache. Er setzt sich sowohl mit dem Städtebau der Nachkriegszeit als auch mit dem Thema des innerstädtischen Wohnens in unmittelbarer Nähe zu Dom und Altstadtquartier auseinander. Die lockere 50er-Jahre-Bebauung inklusive dazwischen liegender großzügiger Grünflächen wurde maßvoll verdichtet, die Farbgestaltung an die Bauten der Umgebung angepasst und der alte Gassenverlauf der Großen Fischerstraße herausgearbeitet.
Die bisher öffentliche Grünfläche im Blockinneren wurde durch den Neubau und die direkt anschließenden niedrige Anbauten sowie die Neuordnung der Tiefgaragenzufahrt baulich zu einem halböffentlichen Hof eingefasst. So wurde für die Anwohner ein gestalteter Grünbereich mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen, der Verantwortlichkeit weckt.
Anwohner frühzeitig eingebunden
Die ABG Frankfurt Holding ist Immobilienkonzern der Stadt Frankfurt. Ihr Tochterunternehmen Frankfurter Aufbau AG (FAAG) als Bauherr und Projektleiter stellte das Neubauprojekt in der Großen Fischerstraße bereits im Vorfeld in einer Mieterversammlung und auch im Ortsbeirat vor. Damit konnten Bedenken, der Neubau könne bestehende Wohnungen zu sehr verschatten, frühzeitig entkräftet werden. Wegen des sensiblen Themas der Nachverdichtung in der Innenstadt beauftragte die FAAG das Büro Prof. Christoph Mäckler Architekten mit der Planung. Dessen Entwurf nimmt zum einen die Bebauung der 50er Jahre auf und trägt auch dem besonderen Ort, nämlich Wohnen in der Innenstadt bzw. Wohnen am Dom, Rechnung.
Christoph Mäckler Architekten vertreten eine Architektur der Angemessenheit, die die Einbindung der Bauwerke in den städtebaulichen Kontext verfolgt. Dabei wird der Städtebau in der Zusammensetzung von privaten und halböffentlichen Bereichen im Dialog mit dem öffentlichen Platzraum als „Stadtbaukunst“ verstanden. Die Architektur von Christoph Mäckler zeichnet sich durch das Miteinander von Tradition und Moderne aus. Angesichts der baulichen Vergangenheit spielt die Wiedergewinnung von Oberfläche und Volumen in der Fassade und das Verständnis für die Materialbeschaffenheit eines Baukörpers eine maßgebende Rolle.
Konzept
Auf einer oberirdischen Bruttogrundfläche von cirka 1 770 m² wurden fünf Vollgeschosse und Dachgeschoss erstellt. Die Nutzung erfolgt in zwölf Wohnungen à 60 bis 150 m².
Das Gebäude selbst ist in zwei, leicht gegeneinander verschobene rechteckige Baukörper geteilt, die sich als schmale, hohe Häuser mit ihren schieferbedeckten Spitzgiebeln zur Straße wenden. Eine auf wenige markante Elemente reduzierte Formensprache prägt die äußere Gestalt und gibt dem Gebäude eine klare und ruhige Anmutung. Die architektonische Eigenständigkeit der beiden Gebäudehälften wird durch die unterschiedlichen Putzarten und Farben unterstrichen: in Weiß mit Glattputz und in Rot als Kammputz. Durch das Licht- und Schattenspiel erzeugen die horizontalen Rillen des Kammputzes eine hohe Plastizität der Fassade. Der Kammputz, ein quick-mix Elanith Mineralischer Leichtputz MLP, wurde cirka 20 mm stark aufgetragen, die Kammtiefe beträgt etwa 15 mm.
Durch barrierefreie Wohnungen, flexible Wohnungsgrundrisse mit privaten Terrassen, Balkonen und Loggien berücksichtigt das Gebäude vielfältige Wohnbedürfnisse und entspricht den heutigen Anforderungen an urbanes Wohnen.
Der zentrale Erschließungskern mit Aufzug und Treppen zwischen den beiden Gebäudeteilen bietet einen direkten Anschluss an die bereits bestehende Tiefgarage, in die auch die Kellerräume integriert wurden.
Konstruktion und Haustechnik
Die massiven Mauerwerkswände aus Ziegelsteinen kommen dank ihrer bereits integrierten Dämmung ohne eine zusätzliche Dämmung an der Fassade aus. Mit folgenden Werten weist sich der Poroton-Ziegelstein von Wienerberger/Schlagmann aus: d = 49 cm, Poroton-FZ 7, Druckfestigkeit ^ 6 N/mm2, Wärmeleitfähigkeit 0,07 W/(mK), im Stein integrierte Mineralfaser-Dämmung.
Geheizt wird mit Fernwärme. Und alle Wohnungen verfügen über eine kontrollierte Be- und Entlüftung zur energiesparenden Frischluftversorgung, bestehend aus Einzelgeräten mit Wärmerückgewinnung (Typ Focus 200 von Paul, Passivhaus-zertifiziert, Volumenstrombereich von ca. 45 bis 200 m³/h). Der Energiebedarf liegt bei cirka 19 kWh/m²a.
Planung: Prof. Christoph Mäckler Architekten, Frankfurt Bauleitung: FAAG Frankfurter Aufbau AG, Frankfurt


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