Neubau eines Büro- und Wohngebäudes in München

Variierend einheitlich

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München hat mit dem „Schwabinger Tor“ ein neues, aus neun Baukörpern bestehendes Quartier: Geschäfte, Gastronomie, ein Wochenmarkt, 50 Büros und 200 Wohnungen bringen Leben ins Viertel. Ins Auge sticht das Wohn- und Bürogebäude „S40“ vom Büro Hild und K Architekten. Die Klinkerfassade besteht aus asymmetrischen, verklinkerten Betonfertigteilen mit einer eigens dafür kreierten Klinker-Sortierung.

Anforderung:

Ablesbarkeit der jeweiligen Etagen-Nutzung bei einheitlicher Hülle

Lösung:

Einsatz der gleichförmigen, verklinkerten Fertigteile in jeweils unterschiedlichem Rhythmus


Marcel Lohmann | jo

Schwabing steht seit jeher für Aufgeschlossenheit. Geprägt von Kunst und Kultur sowie von einem internationalen Publikum soll das neue Quartier Schwabinger Tor auf dem ehemals durch das Groß- und Einzelhandelsunternehmen Metro genutzten Gelände diese lebendige und weltoffene Atmosphäre aufnehmen.

Das städtebauliche Konzept sah vor, Gewerbe, Büronutzung und Wohnungen jeweils unter einem Dach unterzubringen. Hild und K Architekten wollten eine einheitliche Hülle für das „S40“, die gleichzeitig aber die unterschiedlichen Nutzungen nicht verstecken sollte. „Gelungen ist dies durch die Entwicklung eines asymmetrisch kreuzförmigen Fertigteils mit Klinkerriemchen“, erläutert der verantwortliche Büropartner Matthias Haber.

Klinkerfassade: Rasterung je nach Nutzung

Im EG, in dem ein Foyer sowie Gastronomie und Gewerbe angesiedelt sind, dominieren große Glasflächen die Fassade. Zwischen ihnen gibt es Stützen aus Beton, welche die Fertigteile der darüber liegenden Ebene tragen. In den Etagen 1 bis 3, in denen sich Büroflächen befinden, ist die Gebäudehülle in einem entsprechenden Raster gestaltet – je vier kreuzförmige Fertigteile umschließen ein Fensterelement. Ab dem 4. OG lässt sich die dahinterliegende Wohnnutzung erkennen: Loggien und ein höherer Fensteranteil erzeugen hier einen aufgelockerten Rhythmus.

Als Besonderheit treten einzelne Steine der Klinkerfassade wie eine Art Reliefstickerei aus der Fassadenebene hervor. Das sternförmige Muster, in dem die Klinker angeordnet sind, verdeutlicht ihre nicht tragende Funktion. „Die Klinker-Puzzlestücke des Neubaus interpretieren die Backsteinarchitektur der historischen Gebäude der Umgebung spannungsreich“, sagt Matthias Haber. Die Stahlbetonfertigteile der vorgehängten, hinterlüfteten Fassade mit eingelegten Klinkerriemchen sind durch Passstücke aus hellem Beton verbunden. Im Bereich der horizontalen Stöße lassen sich diese als kleine Kapitelle auffassen. In vertikaler Richtung werden sie als Mauerblenden zwischen den Fenstern fortgeführt.

Um ein stimmiges Gesamtbild zu schaffen, sind die Fensterbrüstungen und -bretter sowie die Verkleidung der Stützen im Erdgeschoss in Beton gleicher Färbung ausgeführt worden. „Arbeitet man im Fassadenbereich mit Fertigteilen, stellt sich das ästhetische Problem der konstruktiv unvermeidbaren Fugen. Wir sind der Herausforderung offensiv begegnet, indem wir diese zu einer Art Ornament überhöht haben“, erklärt der Architekt. Basierend auf der bestehenden, erdgrauen Klinker-Sortierung „Kanada“ von Hagemeister GmbH + Co. wurde mittels Mineralien der grünliche Anteil der Sortierung herausgearbeitet und die Objektsortierung „Leopoldstraße“ im Römerformat (L 240 x B 115 x 40 mm) für diese Klinkerfassade geschaffen.


Architektur: Hild und K Architekten BDA, München
www.hildundk.de

Projektarchitekt/Partner: Dipl.-Ing. (FH) MAS ETH Matthias Haber


Dipl.-Ing. Architekt Matthias Haber, Projektarchitekt/Partner, Hild und K Architekten BDA: „Die markante Fassade ist nicht nur ein hübscher Hingucker, sondern soll zur Identitätsbildung des neu errichteten Quartiers beitragen.“



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