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Kalksandstein-Planelemente als vorkonfektioniertes Mauerwerk

Neubau eines Wohnquartiers in Wolfsburg
Großformat im Vorteil

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Bei der Modernisierung und beim Umbau einer 534 Wohnungen umfassenden Wohnanlage wurde ein Komplex mit 257 Wohnungen komplett abgerissen und durch sieben Neubauten ersetzt. Hierbei kamen anstatt der ursprünglich vorgesehenen Holzbauweise großformatige Kalksandstein-Planelemente als vorkonfektioniertes Mauerwerk zum Einsatz.

Dipl.-Ing. Bernd Niebuhr | jo

Innerhalb von fünf Jahren ist die in die Jahre gekommene Wohnanlage „Neuland-Burg“ im Wolfsburger Stadtteil Detmerode mit 534 Wohnungen zum neuen Wohnquartier „Neue Burg“ grundlegend umgebaut worden. In fünf Bauabschnitten wurden 24 Gebäude im Auftrag der Eigentümerin, der kommunalen Wohnungsgesellschaft Neuland, energetisch modernisiert, teils zurückgebaut und mit zeitgemäßen Wohnungsgrundrissen versehen. Ein Gebäudekomplex mit 257 Wohnungen wurde komplett abgerissen und durch sieben Neubauten ersetzt. Eine gewaltige Aufgabe, bei der es während der Bauphasen auch zu mehreren Umplanungen kam.
6 000 zusätzliche Wohneinheiten
Basis der Neubaumaßnahme ist der „Wohnen & Bauen Masterplan 2020“ der Stadt Wolfsburg. Vorgesehen sind bis 2020 in einer groß angelegten Wohnungsbauoffensive mindestens 6 000 zusätzliche Wohneinheiten. Für die Wohnungsgesellschaft Neuland in Wolfsburg sind etwa 1 000 Neubauwohnungen vorgesehen, wobei die „Neue Burg“ mit 240 modernisierten Wohnungen, sieben Neubauten mit 92 Wohnungen und einer Umstrukturierung der Außenflächen eines ihrer größten Bauvorhaben ist. Das Investitionsvolumen beträgt rund 57,5 Millionen Euro. Aus dem zweistufigen Wettbewerb ging das Architekturbüro KSP Jürgen Engel in Braunschweig als Sieger hervor. Die Neuland beauftragte das Architekturbüro mit den Leistungsphasen 1–9 für die Modernisierung im 1. Bauabschnitt und die Phasen 1–4 der Neubauten. Für die Neubauten übernahm die Phasen 5–9 ein Generalunternehmer.
Sieben von 24 der bis zu zehnstöckigen Gebäude sind im 1. Bauabschnitt auf vier Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss rückgebaut und energetisch saniert worden und sie erhielten zeitgemäße Wohnungsgrundrisse. 134 Wohnungen in zehn Gebäuden bekamen im 3. und 4. Bauabschnitt eine optisch ansprechende Hybridfassade mit Wärmedämmverbundsystem bzw. eine Vorhangfassade aus Aluminium und sind dem Farbkonzept der Gebäude des ersten Bauabschnitts angepasst worden.
Markt- und Kostenanalyse
Im Laufe des Bauvorhabens entschied sich die Neuland aus Kostengründen, einen Gebäudekomplex mit 257 Wohnungen, die ebenfalls zum Teil rückgebaut und modernisiert werden sollten, abzureißen. Stattdessen sind im 5. Bauabschnitt sieben fünf- bis siebengeschossige Gebäude mit 84 Wohnungen plus acht Penthouse-Wohnungen mit großzügig gestalteten Dachterrassen neu gebaut worden. Grundlage der Entscheidung war eine Markt- und Kostenanalyse, die ergab, dass der Planungs- und Ausführungsaufwand von Neubauten im Vergleich zu den aufwendigen Teilrückbau- und Modernisierungsmaßnahmen um einiges geringer und kostengünstiger ist.
Vorkonfektioniertes Massivmauerwerk
Zudem kam man zu dem Entschluss, die Außenwände der Neubauten aufgrund eines Sondervorschlages nicht wie vorgesehen in Holzbauweise zu errichten, sondern in Massivbauweise. Zur wirtschaftlichen Ausführung kamen großformatige Kalksandstein-Planelemente des KS Bausystems KS-Plus als tragendes, vorkonfektioniertes Massivmauerwerk.
Die Argumente pro Kalksandstein und contra Holz waren bei diesem Großprojekt überzeugend. Hans-Dieter Brand, Architekt und Geschäftsführer der Neuland:
„Wir erzielten zum Beispiel einen Preisvorteil in einer sehr hohen sechsstelligen Summe unter anderem aufgrund des schnelleren und wirtschaftlicheren Erstellens des Kalksandstein-Mauerwerks. Auch waren mit der Kalksandsteinkonstruktion der Detaillierungsaufwand und die statischen Berechnungen deutlich geringer und einfacher. Ebenso konnte der erhöhte Schallschutz von 56 db nach der VDI-Richtlinie 4100:2007 mit massiv schweren Schalen aus 24er Kalksandstein der Rohdichteklasse 2,2 problemloser und kostengünstiger erreicht werden als mit der Holzrahmenbauweise.“
Zusätzlich wurden die Innenwände, die ursprünglich in Beton vorgesehen waren, ebenfalls mit KS-Plus ausgeführt – die nichttragenden Innenwände wurden auch größtenteils mit Kalksandstein errichtet.
Um den KfW-Standard 55 zu erreichen, kamen unter anderem Photovoltaikanlagen, geothermische Wärmepumpen und kontrollierte Wohnraumlüftung wie auch dreifach verglaste Fenster mit einem durchschnittlichen U-Wert von 1,1 W/(m²K) zum Einsatz. Gleichermaßen trägt die KS-Funktionswand mit 24 cm KS-Plus und 16 cm mineralischer Dämmung als WDVS bzw. mit einer Vorhangfassade zur Energieeffizienz der Wohnhäuser bei.
Architekten:
KSP Jürgen Engel Architekten, Braunschweig
Architekt Hans-Dieter Brand, Geschäftsführer Neuland Wohnungs-gesellschaft mbH, Wolfsburg


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