Nachverdichtung im Kontext - Neubau eines Bürohaus-Ensembles in Zürich

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Vom Züricher Hauptbahnhof liegt der Neubau 3,5 km und von der Bahnstation Zürich Binz nur wenige hundert Meter entfernt: Baumschlager Eberle gelang mit drei neuen Büro-gebäuden eine urbane Nachverdichtung mit attraktiver Außenhülle und Mieter-orientiertem Innenleben bei bester öffentlicher Anbindung.

Jörg Pfäffinger | be

Das Projekt im Züricher Gewerbegebiet Binz geht auf das Jahr 2001 zurück. Binz ist noch eines der wenigen richtigen Gewerbegebiete in der Stadt Zürich und hat in den letzten Jahren stark an Attraktivität und Charme gewonnen. Zahlreiche Architekten, Designer, Film- oder Tanzstudios haben ihren Sitz in die Binz verlegt und es zu einem Trendquartier gemacht.
Ursprünglich hatte die Grundstückbesitzerin Swiss Life auf diesem Areal ein neues Betriebsgebäude für eigene Zwecke geplant. Den ausgeschriebenen Wettbewerb gewann das Büro Baumschlager Eberle. „Der Vorschlag wurde aber so nicht gebaut, da sich die Bedürfnisse der Swiss Life verändert hatten. 2008 wurden wir dann wieder angefragt, um das Projekt unter anderen Anforderungen neu zu planen. Vom Städtebau her hat sich das neue Projekt am Konzept von 2001 orientiert, da der Entwurf städtebaulich gesehen nach wie vor seine Gültigkeit hatte. Jedoch wurden die drei Baukörper nun nur noch in der Ebene 1 mit einer Belletage miteinander verbunden, und nicht wie im ursprünglichen Entwurf, der ein ungeteiltes Gebäude vorsah. Dies ist einerseits für die Flexibilität ein Gewinn, denn es ergeben sich jetzt mehr Fassadenflächen. Und andererseits sind Durchblicke zum attraktiven, nördlich gelegenen Naturschutzgebiet gewährleistet“ , erläutert Marc Fisler, Projektleiter bei Baumschlager Eberle in Vaduz. Die ersten Mieter sind in dem dreiteiligen Büroensemble mit Namen „TicTricTrac“ bereits eingezogen.
Edelrohbau mit Gewerbe-Charakter
27 800 m² Mietfläche stehen in den drei Gebäuden für ein breites Zielpublikum zur Verfügung, das Wert legt auf hohe Flexibilität und unterschiedliche Raumteilbarkeiten. Den Vorgaben des Bauherrn nach höchstmöglicher Nutzfläche in Bezug zur Bruttogeschossfläche sowie einer Minimierung der Technik (high brain – low tech) wurde durch die Planung voll entsprochen.
Dazu Fisler: „Innen haben wir auf aufwendige Ausbauten verzichtet und lassen den Konstruktionsbeton sichtbar. Diese Baustruktur ermöglicht individuelle Raumkonzepte, denen ein konstruktives Stützenraster von 8,10 m und ein Ausbauraster mit 2,70 m zugrunde liegt. Zur Ökonomie des Rohbaus zählt beispielsweise das Bauen mit möglichst vielen vorfabrizierten Elementen. Diese waren insbesondere die Fassadenbetonelemente sowie die tragenden Betonstützen im Inneren.“
Der Projektleiter erläutert weiter, die Fassadenelemente (C-Element der Brüstung) seien gleichzeitig mit dem Rohbau (Stockwerk für Stockwerk) „just in time“ auf die auskragende Deckenschalung gelegt worden und mit dem Gießen der Betondecke verbunden. Das hätte zwar eine erhöhte Koordination zwischen dem Baumeister und dem Fertigteillieferanten Nägele erfordert, jedoch konnte damit Zeit gespart werden und durch die Vielzahl an Wiederholungen sei der Ablauf stetig optimiert worden.
Fassade und Fenster
Eine zweiteilige, vorgehängte Betonfassade prägt das äußere Erscheinungsbild ebenso wie eine großflächige Fensterverglasung, die durch umlaufende Betonelemente mit großer Auskragung für Beschattung sorgen und außen liegenden Sonnenschutz überflüssig machen. Für die außergewöhnliche Anmutung der Gebäude sorgen auch gebogene Verglasungen, die alle Gebäudeecken betonen. Alle Fenster – auch die gebogenen – sind als Dreifachverglasungen in Holz-Aluminium-Rahmen ausgeführt, während die zahlreichen zu öffnenden Fensterflügel im 5,40 m-Raster angeordnet sind. Wegen Überhöhe mussten die Fenster im 10. Obergeschoss verstärkt werden.
Die Fenster auf Basis von Saphir Integral lieferte Baumgartner Fenster, während das Sonnenschutz-Isolierglas SunGuard HP neutral 50/32 von Linther Glas stammt. Verklebt wurden die Fenster mit SikaFast-5201 NT, einem schnellen 2-komponentigen Klebstoff für strukturelle Verklebungen in der Serienproduktion. Für Holz-Aluminium-Konstruktionen sprach deren besserer Rahmen-U-Wert im Gegensatz zu Metallfenstern, die auch kostenintensiver gewesen wären. Im Erdgeschoss wurde eine Ganzmetall Pfosten-Riegel-Konstruktion eingesetzt.
Energie-Konzept
Es war von Anfang nicht das Ziel des Bauherren gewesen, auf ein spezielles Energielabel wie zum Beispiel Minergie hin zu arbeiten. Die Gebäudehülle sei jedoch auf einen Energieverbrauch zwischen Minergie und Minergie-P auszulegen gewesen, so Fisler.
Ein Energie-Label hätte eine mechanische Belüftung des Gebäudes notwendig gemacht, was aber im Konzept nicht vorgesehen war. Fisler ergänzt: „Im Grundmodul sollen die Räumlichkeiten über die Fensterflügel gelüftet werden können, und nur wenn es der Mieter wünscht, kann er sich für weitere Module wie mechanische Lüftung oder Kühlung entscheiden, die Verrohrung dafür ist bereits im Gebäude integriert“ . Stromtechnik und Anschlüsse sind in den 36 cm-Decken verlegt.
Die Wärmeübertragung erfolgt durch Röhrenradiatoren entlang der Brüstung – dies unterstreicht den gewerblichen Charakter und spiegelt den Charme alter Gewerbegebäude wider. Zusätzlich bringen sie Vorteile in der Flexibilität gegenüber einer Fußbodenheizung oder Tabs. Grundvoraussetzung für einen niedrigen Energieverbrauch sind auch die relativ kompakten Baukörper und das Verhältnis von Fassadenfläche zur Geschossfläche.
Als primäre Wärmeerzeugung wird ein Erdgas BHKW als Grundlast, und ein Gas-Heizkessel als Spitzenlastabdeckung eingesetzt. Die Solaranlagen, die auf den Dächern der beiden Flachbauten installiert sind, dienen der Wärmeabgabe für die Kältemaschinen, als Unterstützung für die Heizung im Niedertemperaturbereich und erfüllen eine Vorwärmfunktion für Warmwasser.
TicTricTrac orientiert sich vom Volumen her an den Baukörpern der Nachbarschaft: Das höchste Gebäude weist zehn Stockwerke auf und nutzt mit 40 m die im Gebiet zulässige Höhe voll aus.
Betonfertigteile
Fenster Saphir Integral
Sonnenschutz-Isolierglas SunGuard HP
Fensterklebstoff SikaFast(R) 5201 NT
Architektur / Generalplanung:
baumschlager eberle, Vaduz
Statik:
Frick und Gattinger AG, Vaduz
Haustechnik HLKSE:
Ospelt Haustechnik, Vaduz
Landschaftsarchitektur:
Müller Illien Landschaftsarchitekten, Zürich


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