Neubau der Hochschule Ruhr-West in Bottrop

Kammartig verzahnt

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Am Rande der Bottroper Innenstadt entstand mit dem neuen Campus der Hochschule Ruhr-West ein selbstbewusstes Gebäudeensemble, das sich durch die städtebauliche Anordnung der einzelnen Baukörper behutsam mit seiner Umgebung verzahnt. Als markanter Stadtbaustein prägt der Neubau das Gesamtbild seines Quartiers und trägt zum Imagewandel Bottrops bei: die Bergbaustadt wird Studentenstadt.

In Sachen Bildung setzt Bottrop mit dem Neubau des Campus der Hochschule Ruhr-West nun auch architektonisch neue Maßstäbe. Der Entwurf für die Hochschule mit ingenieurwissenschaftlicher Ausrichtung von der Arbeitsgemeinschaft h4a / va, h4a Gessert + Randecker + Legner Architekten und vögele architekten + generalplaner überzeugte die Jury des zweiphasigen Wettbewerbs.

Städtebauliche Situation
Das Campusgelände der Hochschule Ruhr-West liegt in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt, im Süden begrenzt durch die Hans-Sachs-Straße, im Osten durch die Lützowstraße. Zum einen wird das städtebauliche Umfeld durch das Gebäudeensemble Hans-Sachs-Platz mit der anschließenden Berufsschule geprägt, zum anderen durch die lockere, durchgrünte Einzelhausbebauung auf den gegenüberliegenden Straßenseiten.
Ziel des Wettbewerbs war es, einen identitätsstiftenden Stadtbaustein zu entwickeln, der sich in die umgebende Bebauung integriert. In ihrem Entwurfskonzept gliedern h4a / va das Areal mit mehreren Baukörpern, wodurch der Außenraum in verschiedene Bereiche unterteilt wird. Der weite Straßenraum der Kreuzung Hans-Sachs-/Lützowstraße bietet städtebaulich optimale Voraussetzungen, um eine adäquate Eingangssituation zum neuen Campus zu schaffen. Dort konzipierten die Architekten als Auftakt einer Gebäudereihung den Kopfbau mit Haupteingang, der beide Straßenachsen aufnimmt. Dahinter liegen drei parallel zueinander angeordnete Gebäuderiegel, die orthogonal zur Hans-Sachs-Straße verlaufen. Deren südliche Schmalseiten nehmen die Kante der Straße auf. Eine durchgehende gläserne Magistrale verbindet alle Gebäude miteinander und schafft eine klare Orientierbarkeit.
Der Kopfbau wird durch Form, Lage und gestalterische Details betont. Im Erdgeschoss sorgt die großflächige Verglasung für eine „Aufweitung“ der Ecke und kennzeichnet den Haupteingang, der weithin sichtbar ist. Nach Norden ist das Gebäude kürzer ausgebildet als die dahinterliegenden Riegel, wodurch sich das Gelände dort großzügig öffnet und von der Straße aus eingesehen werden kann. Die kammartige, offene Struktur des Gebäudeensembles in nord-östlicher Richtung schafft neben attraktiven Außenbereichen eine grüne Verzahnung mit den Freiflächen der angrenzenden Wohnbebauung.
Grobmaschige Außenhaut
Leitgedanke bei der Konzeption der Fassaden war das Bild eines aufgeschnittenen Apfels mit seiner schützenden Außenhaut und den hellen glatten Schnittflächen. Daraus entstanden zwei konträre Fassadenkonstruktionen. Für die Realisierung wählten die Architekten mit Schindler Fenster + Fassaden aus Roding einen erfahrenen Fassadenbauer mit großem Know-how.
Als äußere schützende Schale bekleiden grobmaschige Streckmetall-Elemente aus „Tecu-Classic“ Kupfertafeln von KME gefertigt, die straßenseitigen Fassaden. Die Farbigkeit der Kupferelemente nimmt Bezug zu den Klinkerbauten der Umgebung. Während hinter den Streckmetall-Tafeln auf den Schmalseiten der drei Gebäuderiegel keine Fenster liegen, lässt ein Teil der Verkleidung des Kopfbaues tief blicken. Neben den fest installierten Elementen wurde im Bereich der Fenster aus dem gleichen Fassadenmaterial ein drehbarer, windstabiler Sonnenschutz ausgeführt. Die motorisch gesteuerten Vertikallamellen aus „Tecu-Classic“ Kupfer-Streckmetall sind auf den ersten Blick nicht als Sonnenschutz zu erkennen. Sie schließen und öffnen die Fassade nach Bedarf. Durch die drehbaren Elemente entsteht eine lebendig strukturierte Fassade, die ja nach Blickwinkel mehr oder weniger geschlossen wirkt. Mit ihrer Dreidimensionalität schafft sie einen spannungsreichen Kontrast zu den ebenen Ansichten der dahinterliegenden Gebäude.
Für die Lochfenster der straßenseitigen Fassaden des Kopfbaues wählten die Architekten „Wicline 75 evo“ von Wicona, ein Aluminiumfenster mit 75 mm Bautiefe, das über ein hochwärmegedämmtes Mehrkammersystem verfügt.
Helle Schnittkanten
Die sich zugewandten Fassaden der Gebäuderiegel erwecken Assoziationen mit den aufgeschnittenen Innenseiten eines Apfels: sie sind plan ausgeführt, ohne sichtbare Profile, und bilden mit Festverglasungen den glatten, hellen Kern. Hier kam ein weiß emailliertes, hinterlüftetes Einscheiben-Sicherheitsglas von Glas Marte zum Einsatz. Schmale weiße Lochblechpaneele strukturieren im Wechsel mit dem Weißglas und raumhohen Fenstern die Fassaden. Die Paneele wurden von Schäfer-Lochbleche eigens für das Projekt gefertigt. Als Sonnenschutz wählten die Architekten das Warema „Fenster-Markisen ZIP-System“. Die Fenster-Markise mit Stab-ZIP-Führung ist äußerst filigran und gleichzeitig sehr belastbar.
Durchblick und Orientierung
Im neuen Campus der Hochschule Ruhr-West in Bottrop sind die Institute „Informatik“ sowie „Energiesysteme und Energiewirtschaft“ mit umfangreichem Raumprogramm untergebracht. Über die gläserne Magistrale, die alle Gebäuderiegel miteinander verbindet, erfolgt die Haupterschließung. Mit ihrer klaren Richtung und Transparenz bietet die kommunikative Verbindungsachse eine einfache Orientierung, in dem sie Einblicke in das Innere der Hochschule und in die Innenhöfe gewährt. Bereits beim Betreten des Kopfbaues befindet man sich auf der Magistralachse, die im Eingangsbereich zu einem Foyer erweitert wurde. Direkt angrenzend ist die Bibliothek untergebracht. In den oberen Geschossen des Kopfbaues befinden sich Büros und Besprechungsräume der Verwaltung.
Im Erdgeschoss der Gebäuderiegel sind weitere öffentliche Funktionsbereiche wie Mensa und Hörsäle angegliedert. Die nicht öffentlichen Bereiche, bestehend aus Laboren, Seminarräumen, Werkstätten sowie Büroräumen, schließen sich in den Obergeschossen an. Zwischen Hörsälen und Mensa verbindet ein Glasdach die beiden mittleren Riegel und macht damit den Außenraum zum Innenraum. Der sogenannte Boulevard kann als erweiterter Speisesaal oder Veranstaltungsraum genutzt werden.
Mit viel Fingerspitzengefühl gelang den Architekten die sensible Einbindung des Gebäudeensembles in das Stadtbild. Der Wechsel von Geschlossenheit und Transparenz kennzeichnet das Entwurfskonzept und zieht sich durch alle Ebenen, sowohl von außen als auch von innen. So entstanden trotz klarer Gebäudekubaturen spannungsvolle Räume, die eine kreative Arbeitsatmosphäre erzeugen und ganz im Dienste der Forschung und der Lehre stehen.
Dipl.-Ing. Claudia Närdemann
Prof. Klaus Legner: „Eine robuste Bekleidung bildet die schützende Schale der Hochschule. Vergleichbar mit einem aufgeschnittenen Apfel öffnet sich das Gebäude mit seinen Schnittkanten zu den Innenhöfen mit transparenten und glatten, weiß emaillierten Glaselementen.“
Architekten:
h4a Gessert + Randecker + Legner Architekten GmbH, Düsseldorf
vögele architekten + generalplaner gmbh, Stuttgart


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