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Retentions-Gründach für ein neues Wohnquartier in Braunschweig

Grüner Speicher

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Ob Starkregenereignisse, Hitze oder Trockenheit: Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch hierzulande spürbar. Grünflächen im urbanen Raum können dabei helfen, diese Folgen etwas zu mildern. In einem neuen Wohnquartier in Braunschweig wurden nun 5 780 m2 Tiefgaragendecke mit einem Retentions-Gründach versehen, das im Falle von Starkregen große Wassermengen speichert und zeitversetzt abfließen lässt.

Anforderung:

Ökologisches und nachhaltiges städtisches Wohnquartier mit hoher Aufenthaltsqualität

Lösung:

Retentions-Gründach auf Tiefgarage als vielfältig bepflanzter Innenhof sowie extensiv begrünte Dächer mit PV-Anlage


Roland Appl, ZinCo | vs

Das Wohnquartier Noltemeyer Höfe wurde auf dem Gelände der ehemals ansässigen Papierfabrik Noltemeyer im westlichen Braunschweiger Ringgebiet realisiert, auf einer Gesamtfläche von rund 16 000 m². Phase 5 Architekten ordneten die sechs modernen Mehrfamilienhäuser städtebaulich so an, dass mehrere Höfe entstanden. Diese verleihen der Anlage ihr charakteristisches Erscheinungsbild und erfüllen zudem das Bedürfnis der Menschen nach einem grünen Erholungsraum.

Die hellen und hochwertigen Wohneinheiten verfügen allesamt über einen Balkon, eine Loggia, eine Terrasse oder Dachterrasse und damit über eine enge Verbindung zwischen innen und außen. Allseitig bodentiefe Fenster eröffnen den Bewohnern einen freien Blick nach draußen und lassen zudem viel Licht ins Innere.

Im Außenbereich „verschwinden“ 232 Tiefgaragenstellplätze unsichtbar unter einer Landschaft aus Rasenflächen, Bäumen, Sträuchern, Hecken und Bodendeckern nebst Geh- und Fahrbelägen sowie 22 Außenstellplätzen. Klare Linien und Formen dominieren bei der Gestaltung der Außenflächen und spiegeln den modernen Charakter der gesamten Gebäudearchitektur wider.

Schutz vor Hochwasser inklusive

Der Außenraum ist jedoch nicht nur optisch ansprechend gestaltet, sondern erfüllt zudem eine unsichtbare Funktion. Denn auf der gesamten 0°-Tiefgaragendachfläche kam das Retentions-Gründach von ZinCo zum Einsatz, das im Falle von Starkregenereignissen große Mengen an Regenwasser gezielt speichert und zeitverzögert in die Kanalisation abfließen lässt. Dafür sorgen die speziellen Retentionsspacer-Elemente „RSX 80“ in Kombination mit präzise regulierbaren Drosselelementen.

Auf der Grundlage einer wurzelfesten Dachabdichtung – aufgebracht im Heißbitumenverfahren – wurde zunächst auf der Gesamtfläche von 5 780 m² eine stabile Trenn- und Gleitfolie („TGF 20“) in überlappenden Bahnen sowie ein Filtervlies („Systemfilter PV“) als Schutzlage verlegt. Darauf folgten die 0,60 m x 0,60 m großen und 80 mm hohen Retentionsspacer-Elemente „RSX 80“. Diese bis zu 50 t/m² belastbaren und daher auch für Fahrbeläge geeigneten Spacer-Elemente ließen sich über Verbinder untereinander fixieren und damit zu einem flächigen Verbund zusammenschließen. Die objektspezifische Sonderanfertigung von 80 mm Höhe erlaubt ein maximales Anstauvolumen von etwa 76 l/m². Bezogen auf die Gesamtfläche ergibt sich damit ein errechnetes Anstauvolumen von insgesamt 439 280 l Wasser, welches über einen vordefinierten Zeitraum (etwa 24 h) in die Kanalisation abfließt. Eingestellt wird dieser Abflussvolumenstrom über gegeneinander verschiebbare Ringe der Drosselelemente, die auch als Überlauf fungieren.

Beläge und Grünflächen

Auf die Retentionsspacer folgte vollflächig wiederum das mechanisch hoch belastbare Filtervlies und – je nach Nutzungsvariante – der weitere Systemaufbau.

Für die geplanten 2 320 m² Begrünung kamen 20 – 30 cm Untersubstrat („Zincolit Plus“) und 30 cm Systemerde („Dachgarten“) auf die Tiefgarage. Dank des stabilen Unterbaus, der die Abdichtung schützt, war das Befahren der Dachfläche zur Substrat-Aufbringung per Bagger möglich. Für die gewünschten 790 m² Gehbeläge folgten auf das Filtervlies ein Sand-Steingemisch als Frostschutzschicht (20 – 30 cm), eine Schottertragschicht (20 cm) sowie Splitt (5 cm). Auf dieser Bettung ist ein 8 cm dickes Rechteckpflaster im Verband verlegt. Diese Dimensionierung und Verlegeart wählte man auch für die 1 940 m² Fahrbeläge. Der spezielle Fischgrätenverband beugt Pflasterverdrehungen vor, die ansonsten durch das Befahren von Autos, Abfallentsorger- und Feuerwehr-Fahrzeugen entstehen würden. Darunter befindet sich eine entsprechend höhere Schottertragschicht (40 – 60 cm) sowie eine 5 cm Splitt-Bettung. Auf der Feuerwehraufstellfläche sind Rasengittersteine verlegt. Solche versickerungsaktiven Flächen gewährleisten bei Starkregen eine zügige Oberflächenentwässerung.

Vielfältige Pflanzenauswahl

Die Gestaltung mit Solitärbäumen, gezielten Sträucherreihen und Strauchpflanzungen inmitten ausgedehnter Rasenflächen verleiht dem Wohnquartier einen offenen und weiträumigen Charakter. Dabei weist die Bepflanzung eine große Vielfalt auf: So wachsen auf dem Gelände insgesamt 20 verschiedene Baum- und Sträucherarten mit unterschiedlichen Blütenfarben und Blühzeiten – u.a. Magnolien, Edelflieder, Japanische Blütenkirsche, Zierapfel und der Gemeine Schneeball. Dazu kommen allein fünf verschiedene Ahornarten. Zusammen mit den Bodendeckern Hartriegel und Heckenkirsche ergibt sich ein harmonisch strukturiertes Gesamtbild. Inmitten des Grüns laden Sitzbänke und Spielplatzgeräte zum Aufenthalt ein.

Solar und Grün auf allen Dächern

Die sechs Mehrfamilienhäuser im Wohnquartier Noltemeyer Höfe stehen nicht nur inmitten einer vielfältig gestalteten Tiefgaragenbegrünung, sondern tragen ihrerseits auch ein Gründach. Insgesamt 2 500 m² Extensivbegrünung in Kombination mit einer 1 300 m² großen Photovoltaik-Anlage wurden hier realisiert. Dadurch entsteht ein Synergieeffekt: Im Vergleich zu einem bekiesten Dach sorgt die Bepflanzung nämlich für eine geringere Umgebungstemperatur. Dies steigert nachweislich die Leistungsfähigkeit der Photovoltaik-Anlage und bringt damit ein finanzielles Plus. Ein weiterer Synergieeffekt zeigte sich bei der Montage: Die speziellen Solarbasisplatten „SB 200“ von ZinCo, welche die Solargrundrahmen „SGR“ zur Aufständerung der Photovoltaik-Module tragen, sind in den Begrünungsaufbau integriert und werden von dessen Auflast gehalten. Dadurch können Dachdurchdringungen verhindert werden.

Urbanes Bauen der Zukunft

In Zeiten zunehmender Starkregenereignisse sind begrünte Retentionsdächer ein probates Mittel, um die Hochwassergefahr zu reduzieren. Darüber hinaus verbessern Dachbegrünungen das Mikroklima, lindern Wärme-Insel-Effekte, filtern Staub und Schadstoffe aus der Luft und tragen zu einer höheren Biodiversität sowie Aufenthaltsqualität bei. Das Wohnquartier Noltemeyer Höfe in Braunschweig zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass insbesondere begrünte Retentionsdächer keine Zukunftsmusik sind – sondern unerlässlich, um urbane Räume ökologisch aufzuwerten.


Bauherr: Caja 16 Projekt GmbH, Bocholt

Architekten: phase 5 GmbH, Düsseldorf
www.phase5.com

Landschaftsplanung: IBF Felling Beratende Ingenieure Partnerschaft mbB, Dülmen
www.ibf-felling.de

Grünkonzept Landschaftsarchitekten, Dipl. Ing. Klaus Deppe, Coesfeld
www.gruenkonzept-deppe.de


Peter Mischel, Technischer Fachberater ZinCo: „Diese Retentionsthematik war auf der Baustelle für alle Beteiligten ein Novum und gelang hervorragend dank entsprechender Einweisung. Bei größeren Objekten ist natürlich auch immer die Warendispostion und Baustellenorganisation eine Herausforderung, die hier erfreulicherweise trotz engem Zeitfenster wunderbar gemeistert wurde. Oberhalb des Retentionsvolumens gab es ja auch die vielfältigsten Nutzungsvarianten, zu deren Realisierung allerlei Materialien gebraucht wurden.“


Schrägdachbegrünung

Auf der Oberseite der Tiefgarageneinfahrt befindet sich eine etwa 8 m x 14 m große und 14,3 % geneigte Rampenfläche, welche den ZinCo-Systemaufbau „Schrägdachbegrünung“ mit „Floraset FS 75“ trägt. Hier folgten auf die Heißbitumenabdichtung zunächst die Bewässerungs- und Schutzmatte „BSM 64“, das Dränelement „Floraset FS 75“ aus EPS-Hartschaum, die Systemerde „Steinrosenflur“ und schließlich eine Sedum-Sprossen-Aussaat mit einer bunten Vielfalt an Sedumpflanzen.


Anstauvolumen

Die objektspezifische Sonderanfertigung der Retentionsspacer-Elemente von 80 mm Höhe erlaubt ein maximales Anstauvolumen von etwa 76 l/m². Bezogen auf die Gesamtfläche ergibt sich damit ein errechnetes Anstauvolumen von insgesamt 439 280 l Wasser, welches über einen vordefinierten Zeitraum (etwa 24 h) in die Kanalisation abfließt.


Mehr zum Thema

  • Weitere interessante bba-Beiträge zum Thema Gründach (beispielsweise zum Wasserhaushalt bei Dachbegrünungen) finden Sie hier:

www.hier.pro/bba-gruendach



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