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Glaswald vorgehängt

Wohnanlage in Wien
Glaswald vorgehängt

Lärmschutzfassade aus Glas: Als optischer Blickfang dienen rote Symbole, die einen Wald darstellen.
Eine nicht alltägliche Wohnanlage ist in der Breitenfurter Straße in Wien entstanden.

Der Bauträger, die Firma Heimbau Gemeinnützige Bau-, Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft mbH, beauftragte hierfür den Wiener Architekten Helmut Wimmer. Er entwarf den Plan für 188 Wohnungen, die sich auf fünf Gebäudeeinheiten verteilen und sowohl architektonisch als auch aufgrund ihrer Ausstattung als gelungenes Beispiel gelten.. Das Grundstück befindet sich im 12. Wiener Gemeindebezirk zwischen Kirchfeldgasse, Steininger Straße und Breitenfurter Straße.
Bezogen werden konnten die 188 geförderten Genossenschaftswohnungen nach rund zweijähriger Bauzeit Ende 2002.
Lärmschutzfassade aus Glas
Da die Breitenfurter Straße eine sehr belebte Hauptverkehrsstraße ist und dort laut Bebauungsplan Hauptfenster untersagt sind, ließ sich Architekt Helmut Wimmer etwas Besonderes einfallen.
Er realisierte eine Lärmschutzfassade aus Glas, die sich über fünf Geschosse erstreckt. Als optischer Blickfang dienen dabei rote Symbole, die einen Wald darstellen. Eingebaut in diese Fassade sind Gemeinschaftsräume, Kinderwagenraum, Treppenhäuser und Lifte.
Von dieser transparenten Glasfassade führen geschossweise Laubengangstege zu den einzelnen Gebäudezeilen.
Zwischen den Baukörpern wiederum wurden ebenfalls Brücken gespannt, an welche die Laubengangstege anschließen. Durch dieses System konnten geschossweise Vorgärten, Terrassen und grüne Freibereiche realisiert werden.
Verteilt über fünf Gebäudeteile wurden drei 1-Zimmer-Wohnungen (38 m²), 75 2-Zimmer-Wohnungen (54 bis 62 m²), 78 3-Zimmer-Wohnungen (71 bis 91 m²), 24 4-Zimmer-Wohnungen (91 bis 105 m²) sowie acht 5-Zimmer-Wohnungen (113 m²) errichtet. Sämtliche Fenster der Wohnanlage blicken in einen Grünbereich oder in den Hof.
Niedrigenergiehaus-Standard
Da die Wohnanlage als Niedrigenergiehaus geplant wurde, sind die Wohnungen stark wärmegedämmt.
Bei den Außenwänden entschied man sich für Liapor-Leichtbeton in Kombination mit einem Wärmedämmverbundsystem. Diese Bauweise wird den divergenten Anforderungen von statischer Tragfähigkeit, Dauerhaftigkeit, hohem Schallschutz, Dichtigkeit, guter Wärmespeicherung und exzellenter Wärmedämmung gerecht.
Zudem überzeugt ein Leichtbeton mit Liapor-Zuschlägen durch weitere Vorteile: Das Material ist für bewehrten und unbewehrten Leichtbeton sowie für Spannleichtbetone aller Festigkeitsklassen geeignet.
Leichtbeton- Eigenschaften
Die Struktur der luftporendurchsetzten keramischen Tonkugeln im Liapor-Leichtbeton sorgt für eine gute Wärmedämmung und speichert Wärme, schluckt Schall und lässt Wasserdampf diffundieren. Liapor ist leicht sowie formstabil. Es verhält sich im Wasser neutral, schimmelt und verrottet nicht, ist unempfindlich gegen Feuchtigkeit und Frost, beständig gegen Säuren und Laugen und als nicht brennbarer Baustoff in die Brandschutzklasse A1 nach DIN 4102 eingeordnet.
Die Außenwände der Wohnanlage haben eine Stärke von 25 Zentimeter plus 10 cm Wärmedämmverbundsystem aus Styropor, das mit Mineralputz in der Stärke fünf Millimeter verputzt wurde.
Luftwechsel
Der Niedrigenergiehausstandard stellt hohe Ansprüche an Dämmung und Dichtigkeit: Die sorgfältige Dichtung auch von Fenstern und Türen unterbindet jede Zirkulation. Um Schimmel- und Geruchsbildung zu vermeiden, ist ein ausreichender Luftwechsel für das Raumklima zwingend erforderlich. Dafür sorgt eine kontrollierte Wohnraumlüftung.
Die Zuluft wird über ein Lüftungsbauwerk angesaugt, welches sich im begrünten Innenhof befindet. Diese Frischluft durchläuft in der Erde verlegte Leitungen, welche die Luft im Winter erwärmen und im Sommer abkühlen. Die Wärme kann in den Wohnungen ebenso individuell reguliert werden. Das Lüftungssystem ist zudem mit Pollen- und Staubfiltern ausgestattet. In die Wohnräume wird die Luft über der Tür eingeblasen und im Bad, WC und der Küche wieder abgesaugt.
Farbkonzept
Die Wohnanlage besticht sicherlich nicht nur durch technische Raffinessen, sondern auch durch ein individuelles Farbkonzept. Während die Fassadenflächen in Weiß und kräftigem Rot gestrichen wurden, sorgen bunte Farbtupfer bei den Gängen und Balkonplatten für Auflockerung.
Weitere Informationen
Leichtbeton in Kombination mit WDVS bba 504
Architekt: Helmut Wimmer, Wien
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