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Fassade aus Metallprofilen für einen umgenutzten Wasserturm in Pirach

Fassade aus Metallprofilen für einen umgenutzten Wasserturm in Pirach
Glänzende Landmarke

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Als der alte Wasserturm in Pirach im Traunreuter Alpenvorland zum Verkauf stand, griff Schorsch Brüderl zu: Er wollte das inzwischen arg lädierte und unter Denkmalschutz stehende Gebäude wieder einer sinnreichen Nutzung zuführen. Für neuen optischen Glanz inklusive Fernwirkung sorgt eine Fassade aus horizontal gegeneinander versetzten, silberfarbenen Metallprofilen.

Anforderung:

Optische Aufwertung eines umgenutzten, weithin sichtbaren Wasserturms inklusive Wetterschutz

Lösung:

Fassade aus horizontal gegeneinander versetzten Metallprofilen


Karl Cerenko | vs

Am Ende einer langen Konzeptionsphase einigte sich der neue Eigentümer mit den kritischen Genehmigungsbehörden auf eine Mischnutzung: Im Inneren des prägnanten Gebäudes sollten im Zuge einer Totalsanierung hochwertige Wohn- und Ausstellungsräume entstehen. Genehmigt wurde zudem ein dreigeschossiger Anbau, der sich mit seiner kubischen Form und der dunklen Holzfassade optisch stark zurücknimmt.

In den ersten beiden Etagen befindet sich heute eine großzügige Privatwohnung, im zweiten OG wurde eine Ferienwohnung eingerichtet. Alle Geschosse dienen zudem als „Erlebniswelt“ für die exklusiven Einrichtungsobjekte der brüderl-Möbelmanufaktur. Die Aufenthaltsbereiche orientieren sich zum Anbau hin, der durch die Komplettverglasung seiner Stirnwand einen fantastischen Ausblick über die Hügellandschaft des Chiemgaus und auf die Alpen bietet. Außerdem sorgt er dafür, dass ausreichend Tageslicht ins Innere des ansonsten „fensterarmen“ Rundbaus dringt.

Optische Aufwertung

Für den exponiert liegenden Turm musste eine besondere Fassade entwickelt werden. Wind und Wetter hatten dem Außenputz stark zugesetzt. Zudem wollte der Bauherr die weithin sichtbare Landmarke auch optisch aufwerten und mit dem Turm ein architektonisches Highlight in der Region setzen.

Die Entscheidung fiel schließlich auf eine vorgehängte hinterlüftete Metallfassade von Domico. Plane Flächen, die in Segmenten der Rundung folgen, dazu eine durchdringungsfreie Befestigung der Elemente, das waren ausschlaggebende bautechnische Argumente für die „Planum“-Fassade. Dass diese überdies mittels ihrer flexiblen Unterkonstruktion den mitunter heftigen Toleranzausgleich meisterte, sprach ebenso für die Entscheidung. Nicht zuletzt ermöglichte die gemeinsam erarbeitete Fassadenlösung eine sowohl handwerklich wie gestalterisch akkurate Integration der Fenster.

Optimale Segmentierung

Wie das Eckige gefällig ans Runde bringen? – so lautete die große Frage bei der Gestaltung der Fassade. Denn der Durchmesser von rund 10 m machte ebenso eine Segmentierung notwendig wie der auf rund 30 m konisch nach oben sich verjüngende Turmkorpus.

Die optimale Segmentschnürung ergab am Ende die Aufteilung in 19 breitengleiche Teilsegmente horizontal und elf Abstufungen vertikal. Eine Variation in der Segmenthöhe betont die Basis samt Eingang im Erdgeschoss. Auch die an einen Leuchtturmumgang erinnernden hochformatigen Fenster an der Turmspitze führten zu einer Höhendifferenzierung der beiden oberen Segmentreihen. Alle dazwischen liegenden Segmente sind in ihrer Höhe baugleich. Zur Ausführung kamen einheitlich 60 cm breite sowie 1,25 mm starke Planum-Elemente im Farbton Weißaluminium, RAL 9006, der auch für alles sichtbare Zubehör übernommen wurde.

Die unterschiedlichen Spiegelungen und das Spiel von Licht und Schatten im Tageslauf verleihen dem Turm eine große Lebendigkeit. Zudem erzeugen die horizontal gegeneinander versetzten Fassadenelemente eine interessante Fernwirkung: Fast sieht es aus, als würde sich der Turm drehen und in den Himmel schrauben.


Bauherr und Architekt: brüderl Architektur GmbH, Traunreut
www.bruederl.de

Standort: Pirach (Trostberg), Oberbayern


Bauherr und Planer Schorsch Brüderl: „Wir wollten die über 360 Grad weithin sichtbare Landmarke auch optisch aufwerten und dem Wahrzeichen wieder Leben schenken.“


Baukonstruktive Herausforderung

An der Basis des Wasserturms stolze 80 cm dick, verjüngt sich das Mauerwerk aus kleinformatigen Ziegelsteinen bis zur Traufe auf rund 35 cm. Weil man seinerzeit auf vergleichsweise wackeligen Gerüsten arbeitete und überdies keine Lasermessung kannte, fallen die Toleranzen in der runden Fläche sowohl innen wie außen ziemlich großzügig aus. Zudem verjüngt sich der Durchmesser des Turmes um rund 70 cm auf die volle Höhe. Für die konzeptionelle Gestaltung und Herstellung der Außenfassade stellten diese Rahmenbedingungen eine große Herausforderung dar.


Historie

Bis Ende der 1960er-Jahre sicherte der damals erst zehn Jahre alte, rund 250 000 l fassende Turmbehälter die Wasserversorgung der umliegenden Dörfer. Nach der Umstellung auf Pumpspeicherwerke fristete der rund 30 m hohe Wasserturm zunächst ein vergessenes Dasein. Später wurde er zum Träger von Mobilfunk-Antennen umfunktioniert. Gegen eine geplante Verlängerung dieser Funktion setzten sich die Anwohner allerdings erfolgreich zur Wehr. Um sich der Unterhaltungskosten zu entledigen, stellte die Stadt Traunreut die Immobilie vor sechs Jahren zum Verkauf.




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