Neues Zentralstadion Leipzig

Geschwungen und viergeteilt

rpr /red.

Als der Fußball in Deutschland noch jung war, gehörte die Stadt Leipzig zu den Hochburgen des Volkssports. In Leipzig wurde der Deutsche Fußball Bund (DFB) gegründet und 1955 ein Zentralstadion mit einer Kapazität von 100 000 Sitzplätzen gebaut. Doch jetzt entsprach es nicht mehr den Erfordernissen der Zeit.
Anlässlich des 100. Geburtstages des DFB legte man deshalb im Januar 2000 den Grundstein für den Nachfolgebau.
Die Pläne für diese moderne Arena stammen federführend von den Architekten Wirth+Wirth (Leipzig und Basel), die mit Glöckner Architekten (Nürnberg, Leipzig, Berlin) sowie Körber, Barton, Fahle (Freiburg) das Objekt konzipierten. Die Ausführungsplanung lag bei der Zech Planungs GmbH Leipzig.
Filigran und witterungsbeständig
Prägendes Element der ovalen Arena bildet das geschwungene, viergeteilte Dach aus Stahltrapezprofilen. Stützenfrei überspannt es mit seiner 17 m hohen Tragkonstruktion aus Stahl die Tribünen. Das Tragwerk besteht aus zwei nach außen geneigten, seilunterspannten Bogenbindern in Längsrichtung sowie Quer- und Längsträgern.
Um die Planungsvorgabe der Architekten bezüglich des Gesamtobjektes erfüllen zu können, durften nur filigrane, leichte und dauerhaft witterungsbeständige Materialien zum Einsatz kommen.
Die Hauptbinder der filigran gegliederten Unterkonstruktion, ausgeführt in Stahl St 52, spannen in Längsrichtung des Stadions und gehen dann in den Außenring über. Die Forderungen, keine brennbaren Baustoffe einzusetzen und ein auf 28 kg/m2 begrenztes Eigengewicht einzuhalten, forderte das Know-how der Verarbeiter in höchstem Maße.
Verwendet wurden deshalb Stahltrapezprofile von 0,88 mm als dünnstes und 1,25 mm als dickstes Profil in den Endfeldern. Bei Stützweiten zwischen 9 und 10 Metern rastert sich die Unterkonstruktion in Fünf-Feld-Träger auf. Die Standard-Trapezprofiltafeln wurden durch aufwändige, individuelle Anpassarbeiten an das Achsraster des Stahlbau-Konzeptes angeglichen.
27 000 m2 Trapezprofile
Mittels Setzbolzen befestigte man die Stahlprofilprofile auf der Stahlunterkonstruktion. Unterschiedliche Gesamtblechdicken sowie Festigkeiten und Dicken der Unterkonstruktion erforderten geeignete Treibladungen für die Kartuschen. Mit dem Setzen von Probebefestigungen ermittelte man zuvor die geeignete Kartusche.
Insgesamt 27 000 m2 Trapezprofile wurden nach den Montagerichtlinien des IFBS Industrieverband für Bausysteme im Stahlleichtbau e. V. von dem IFBS-Mitgliedsbetrieb Radabau GmbH, Erzhausen, verlegt.
Radabau oblag außerdem die detaillierte Planung und Erstellung der aufwändigen Unterkonstruktionen, die Ausarbeitung der maßgeschneiderten Verlegepläne und die Ausstattung der Dachflächen mit wirkungsvollen Entwässerungs- sowie Belichtungssystemen.
Viergeteiltes Arenadach
Das viergeteilte Arenadach gliedert sich in die beiden gegenüberliegenden Tribünendächer sowie die zwei verbindenden Kurvendächer. Die Oberflächen der Dachlandschaften sind gewölbt, was bei der Montage der Trapezprofile exakte Verlegepläne voraussetzte.
Nur solche Stahltrapezprofile kamen zum Einsatz, deren Dehnverhalten sich dem der Konstruktionsbauteile anglichen. Auch hierbei waren im Vorfeld Versuche zur Bestimmung der Formänderungen erforderlich.
Vertikal werden die Lasten des Daches durch den äußeren Stadionring abgefangen. Das komplette Dach ist als Warmdach mit einer Mineralfaserdämmung auf der Unterkonstruktion und einer hochwertigen PVC-Abdichtungsbahn als Dachhaut ausgebildet.
Um Regen und Niederschläge zügig ableiten zu können, wurde die Entwässerung des Daches abschnittsweise als Drucksystem ausgeführt und großzügig bemessen.
Auf der Dachhaut sorgt ein zusätzliches Wasserführungssystem für die Ableitung. Das Niederschlagswasser läuft abschnittsweise aus acht bis zehn Gullys zusammen, um zentral abgeleitet zu werden.
Qualitätszeichenprüfung
Die Ausführungsarbeiten an den Dachsegmenten erfolgten zwischen Januar und Juni 2003. Anfang April wurde auf der Baustelle eine Qualitätszeichenprüfung durch einen Prüfer des IFBS durchgeführt. Diese Prüfungen finden jährlich statt und berechtigen bei erfolgreichem Verlauf zur Führung des IFBS-Qualitätszeichens für ein weiteres Jahr. Seit Sommer 2003 werden alle Qualitätszeichenurkunden nur noch zeitlich befristet bis zum Ende des Folgejahres verliehen, um die ständige Qualitätsüberprüfung der IFBS-Mitgliedsbetriebe zu verdeutlichen.
Bei der Prüfung im April wurden zunächst u.a. der ordnungsgemäße Zustand der Montageausrüstungen, der Zustand der Gerüst- und Treppentürme und die fachgerechte Lagerung des Materials kontrolliert.
Die Prüfung der Montageleistung selbst umfasste alle Gewerke, die von dem IFBS-Mitgliedsbetrieb Radabau übernommen worden waren. Hierbei konnte eine mängelfreie Montageleistung attestiert werden, die u.a. die Verlegung, Befestigung und ein einwandfreies Ausführen von Öffnungen und Verbindungen umfasste.
Weitere Informationen
IFBS-Qualitätsstandard bba 529
Architekten: Architekten Wirth+Wirth, Leipzig und Basel Architekten Glöckner, Nürnberg, Leipzig, Berlin Architekten Körber, Barton, Fahle, Freiburg Ausführungsplanung: Zech Planungs GmbH, Leipzig Werk- und Detailplanung: Radabau GmbH, Erzhausen

Anzeige

Anzeige

Anzeige


Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der bba-Infoservice? Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Medien GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum bba-Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des bba-Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de