Neubau einer Ganztagesschule mit Mensa in Heilbronn-Sontheim

Geradlinige Komposition

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In Heilbronn entstand als Gemeinschaftsprojekt dreier Schulen der Neubau einer Ganztagesschule mit Mensa. Trotz engem Budgetrahmen gelang es dem Architekten Matthias Müller, ein unverwechselbares Gebäude mit kind-gerechter Architektur und kreativer Atmosphäre zu schaffen. Prägend hierbei sind u.a. Transparenz durch filigrane Glas-Alu-Elemente sowie punktuell platzierte Farbflächen.

Dipl.-Ing. Claudia Närdemann | jo

Für die Schüler der Uhlandschule, der Mörike-Realschule sowie des Justinus-Kerner-Gymnasiums sollte in Sontheim-Ost eine Ganztagesschule mit Mensa errichtet werden. Das vorgegebene Raumprogramm beinhaltete verschiedene Nutzungsmöglichkeiten einzelner Räume und stellte den Heilbronner Architekten Matthias Müller vor eine besondere Herausforderung. Ergebnis ist ein geradliniger Entwurf, der sämtlichen Anforderungen gerecht wird und dabei eine gewisse Selbstverständlichkeit ausstrahlt. Klare Strukturen charakterisieren die Architektur. Dennoch, oder gerade deshalb, wird Multifunktionalität bei diesem Entwurf groß geschrieben.
Der Standort liegt östlich des Justinus-Kerner-Gymnasiums, zwischen Sportplatz und dem Schulgebäude. Zwei axiale Beziehungen kennzeichnen die städtebauliche Situation. An der Nord-Südachse zwischen Sportplatz und Bestandsgebäude sind die Erschließung für den Pausenhof sowie die Parkplätze angeordnet. In der Verlängerung dieser Achse befinden sich die Mörike-Realschule und die Uhland-Schule, wodurch eine direkte Anbindung an die neue Ganztagesschule mit Mensa gewährleistet ist und für kurze Wege sorgt. Auf der Ost-West Achse liegt in der Verlängerung des nördlichen Schulgebäuderiegels der Neubau.
Klare Kubatur
Die Kubatur der neuen Ganztagesschule formt ein dem Justus-Kerner-Gymnasium zugewandtes „U“, das in massiver Stahlbeton-Fertigbauweise mit einem Flachdach ausgeführt ist. Mit der Form des Neubaus nimmt der Architekt auch auf den Außenraum Einfluss, gliedert und gestaltet diesen spannungsvoll. Zur Ostseite hin wird der Schulhof eingefasst, zudem bildet das neue Gebäude einen Puffer zum dahinterliegenden Sportplatz. Durch das „U“ entsteht ein zu drei Seiten eingegrenzter Hof mit Aufenthaltsqualität, in dessen Mitte ein Laubbaum gepflanzt wurde.
Auf die Außenwände des Neubaus wurde „StoTherm classic“ aufgebracht, ein zementfreies Wärmedämm-Verbundsystem mit hoher Risssicherheit und Stoßfestigkeit. Darüber kam der Siliconharz-Oberputz „StoSilco K“ zum Einsatz. Der witterungsbeständige Kratzputz besitzt eine vorbeugende Wirkung gegen Algen- und Schimmelbefall. Als Anstrich wählte der Architekt eine Fassadenfarbe mit Lotuseffekt, die den besonderen Anforderungen im Schulbereich standhält. „Lotusan G“ von Sto mit der Lotus-Effect-Technologie sorgt für reduzierte Haftung von Schmutzpartikeln und eine Selbstreinigung bei Regen.
Während sich die Außenseiten des Gebäudes in Weiß präsentieren, sind die Außenwände um den Innenhof herum in einem satten warmen Orangeton gestrichen, der sich innen in der Mensa fortsetzt. Durch die Verglasung des Foyers und die scheinbar durchgehende Farbe gehen Außen- und Innenraum ineinander über. Der kräftige Orangeton akzentuiert bereits von weitem sichtbar den Hof- und Eingangsbereich und weist optisch den Weg in das Gebäude.
Für reichlich Lichteinfall sorgen großzügige Glas-Aluminium-Elemente, die entlang des Foyers verlaufen. Hier fiel die Wahl auf das hochwärmegedämmte, selbsttragende Pfosten-Riegel-Fassadensystem Schüco „FW 50+.HI“. Damit konnten alle gestalterischen und technischen Anforderungen problemlos umgesetzt werden. Die schmale Profilansichtsbreite von nur 50 mm erzeugt Leichtigkeit und Transparenz.
Multifunktionalität im Innenbereich
Das Raumprogramm war klar umrissen: Gefordert waren drei Betreuungsräume und eine Mensa, die im Bedarfsfall auch als Veranstaltungsraum genutzt werden soll. Daneben mussten WCs, Stuhllager, Technik und Küche untergebracht werden.
Mit einem einfachen, aber wirkungsvollen Gestaltungselement im Innenraum gelang es dem Architekten, der Eingangsfassade eine unverwechselbare Ansicht zu verleihen. Eine lebhaft gestaltete Multifunktionsregalwand trennt das Foyer von der dahinterliegenden Mensa und bildet einen heiteren Blickfang durch die Verglasung der Fassade hindurch. Die farblich auf das Gebäude abgestimmte Regalwand dient den Schülern als Ablage und visualisiert den Leitgedanken des Entwurfes, Ästhetik und Funktion bei höchstmöglicher Variabilität zu vereinen.
Trotz der kompakten Kubatur des Baukörpers herrscht eine lichtdurchflutete, leichte Atmosphäre mit vielfältigen Blickbezügen, die durch großzügige Verglasungen von Fassaden, Türen sowie Trennwänden im Inneren erreicht wird. Der verglaste Eingangsbereich sorgt für einen fließenden Übergang von innen nach außen. Bereits beim Betreten des Foyers wird die klare Raumstruktur des Gebäudes ersichtlich und eine einfache Orientierung ermöglicht. Von hier aus erfolgt die Erschließung sämtlicher Räume. Für die verglasten Elemente im Innenbereich kam das nicht wärmedämmende Tür- und Trennwandsystem „ADS 65.NI“ von Schüco zum Einsatz, mit 65 mm Grundbautiefe. Die Elemente ermöglichen bereits im Foyer, rechts und links der Regalwand, einen ersten Durchblick und Zugang zur 230 m2 großen Mensa.
Aus der Vorgabe, die Mensa als Multifunktionsraum mit angegliederter, temporär nutzbarer Bühne zu entwerfen, entwickelte der Architekt ein gestalterisches Highlight. Was bei Veranstaltungen für Vorträge, Konzerte oder Theaterstücke genutzt wird, dient im Alltag den Schülern der Ganztagesschule als Betreuungsraum: Die sogenannte Bühne. Über die beiden an die Mensa angrenzenden Seitenflügel werden die Betreuungsräume, die WC-Anlagen und Küchenbereiche erreicht. Einer der Betreuungsräume dient zugleich als Mediathek und erweitert somit die multifunktionalen, variablen Nutzungsmöglichkeiten, die das Gebäude charakterisieren.
Auch im Bereich des Bodens wurde nichts dem Zufall überlassen. Mit „Sikafloor 330“ kam eine elastische, rißüberbrückende und trittschalldämmende Beschichtung zum Einsatz, die sich u.a. besonders für den Einsatz in Schulen eignet. Versiegelt wurde die strapazierfähige Beschichtung mit „Sikafloor 305-W“. Die matte, pigmentierte und wasserbasierende Versiegelung ist UV-beständig, emissionsarm und sorgt für eine einfache Reinigung der Böden. Für den durchgehenden fugenlosen Belag, der die Räume größer wirken lässt, wurde ein helles Grau ausgewählt.
In dem neuen Gemeinschaftsgebäude dreier Schulen herrscht eine lebendige Atmosphäre, in der Kommunikation ebenso stattfindet wie konzentriertes Arbeiten. Mit Leichtigkeit, im wahrsten Sinne des Wortes, löste der Architekt die Problematik, die durch die breite Altersspanne der Nutzer der Ganztagesschule mit Mensa und deren teils unterschiedlichen Bedürfnisse zu Beginn des Entwurfes viele Fragen aufwarf. Es entstand ein signifikantes Gebäude, das allen vom Grundschüler bis zum Abiturienten gerecht wird.
Dipl.-Ing. Matthias Müller: „Unser Gebäude ist eine Komposition aus Fantasie, Konstruktion, Proportion und die Fügung der Verantwortung gegenüber der Umwelt und die Einbindung in die Umgebung.“
Ausführliche Erläuterung auf Seite 78|79
Architekten:
müller . architekten, Heilbronn


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