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Geradlinig und feuerfest

Neubau eines Hotel- und Veranstaltungszentrums in Sierpc in Polen
Geradlinig und feuerfest

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Ein Schiefermonolith bestimmt den zentralen Eingangsbereich des Hotel- und Konferenzzentrums in Sierpc. Das Gebäude befindet sich innerhalb des völkerkundlichen Museums des Masowischen Landes unweit von Warschau. Auch innen sind Wände und Decken mit Schiefer bekleidet und feuerfest ausgeführt.

Dipl. Ing. Gerard Halama | jo

Der völkerkundliche Park wurde 1975 gegründet und 1987 mit dem ethnografischen Museum Masowiens verbunden. Im Park können Besucher historische Gebäude u.a. eine originale Schmiede, eine Windmühle, eine Kirche oder einen kleinen Gutshof besichtigen. Liebevoll ausgestattet lädt der Park mit ländlicher Gastronomie zum Verweilen ein. Das neu errichtete Kultur-, Hotel- und Konferenzzentrum bietet den Besuchern darüber hinaus die Möglichkeit, vor Ort länger zu verbleiben und sich zu erholen. Rund 90 Autominuten von Warschau entfernt, empfiehlt sich die Anlage auch für Tagungsgäste aus der Hauptstadt. Das neue Zentrum besteht aus drei scheunenähnlichen Gebäuden, die unter den aufgeschütteten Grashügeln miteinander verbunden sind. Mit diesem Trick reduzieren die Architekten das große Bauvolumen auf ländliche und zum übrigen Baubestand des Museums passende Maßstäbe.
Der zentrale Eingangsbereich mit rund 4 000 m² Schieferbekleidung beherbergt die Gastronomie, der rechts gelegene Gebäudeteil u.a. einen Multifunktionssaal für Vorträge oder Konzerte und der links gelegene Teil ein Hotel für 148 Gäste mit modernem Schwimmbad und Spabereich.
Ruhige Atmosphäre
Der Eingang des Zentrums liegt im Schiefermonolithen. Zwei große raumteilende Kamine gliedern das Gebäude in Rezeption und Restaurant und bestimmen zusammen mit der anthrazitfarbenen Schieferbekleidung die angestrebte ruhige Atmosphäre dieser Räume. Die Außenflächen des Monolithen bestehen aus 27° geneigten Dächern und glatten Fassadenflächen, die über innenliegende Kastenrinnen miteinander verbunden sind. Die „Intersin“-Schiefer der Größe 40 x 25 cm von Rathscheck sind als Rechteck-Doppeldeckung auf Dachlatten (4 x 6 cm) mit Edelstahlschrauben fixiert. Das Dach ist zweilagig mit insgesamt 30 cm, die Fassade einlagig mit 15 cm Steinwolle gedämmt.
Brandschutz über Kopf
Die Schieferdeckung der Innenflächen forderte umfangreiche Beratung seitens Rathscheck Schiefer. Für die senkrechten und über Kopf liegenden Flächen wünschten die Architekten nämlich nicht brennbare Materialien, die mindestens 60 Minuten einem Feuer widerstehen müssen. Dabei war sehr von Vorteil, dass Rathscheck 2012 eine nicht brennbare und bauaufsichtlich geprüfte Schieferkonstruktion vorstellte. Die Neuerung dieser Fassadenlösung war unter anderem eine spezielle selbstschneidende Schraube, die bis zu 4 mm dicke Aluminiumplatten durchbohren kann. In Anlehnung an diese Erfahrungen konnte in den Beratungen aufgezeigt werden, dass die vorgesehene Montage möglich ist, zumal die geplante Sandwichkonstruktion aus zwei Gipsfaser-Brandschutzplatten mit einem integrierten feuerverzinkten Stahlblech, ein noch sichereres Brandverhalten verspricht.
Aufgrund der Erkenntnisse aus den Beratungsgesprächen entschieden sich die Architekten gemeinsam mit dem Generalunternehmen Skanska für eine Sandwich-Unterkonstruktion aus einer 15 mm dicken Gipsfaser-Brandschutzplatte, einem feuerverzinkten 0,6 mm dicken Stahlblech und einer zweiten 12,5 mm dicken Gipskarton-Brandschutzplatte.
Die Schieferplatten, die innen aus Gewichtsgründen 20 x 25 cm groß und als Rechteck-Einfachdeckung eingedeckt wurden, sind mit zwei Edelstahlschrauben im Kopfbereich und die über Kopf hängenden Schieferplatten zusätzlich auch im Fußbereich in das Gips-Stahl-Gips-Sandwich geschraubt.
Als weitere Sicherheitsmaßnahme gegen ein Herunterfallen im Brandfall sind alle über Kopf verbauten Schieferplatten zusätzlich mit einem für Schiefer geeigneten Kleber befestigt. Die Decken- und Wandkonstruktionen sind über klassische Trockenbau-Unterkonstruktionen unter den Dachstuhl oder vor die Wand montiert.
Im Umfeld der historischen landwirtschaftlichen Bauten verbindet der grafitfarbene Schiefermonolith heute traditionelle Bauweisen mit einer modernen, schlichten und geradlinigen Architektursprache.
Architekt:
konsorcjum Consultor architekci (arch. Michał Kapturczak, arch. Joanna Kapturczak), Poznan + Ahor pracownia Anita Horowska, Tarnowo Podgórne

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