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hammeskrause architekten: Neubau eines Forschungszentrums in Hamburg

Identitätsstiftend
Neues Forschungszentrum in Hamburg von hammeskrause architekten

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Mit ihrem Entwurf des internationalen Zentrums für die Grundlagenforschung von Röntgenlasern schufen die Stuttgarter hammeskrause architekten ein unverwechselbares Gebäude, dessen Architektur in all ihren Fassetten ganz im Dienste der Wissenschaft steht. Transparenz und Geschlossenheit, dynamische Linien und klare Raumstrukturen bilden keine Gegensätze, sondern ergänzen sich zu einer kreativen Atmosphäre für interdisziplinäre Forschungsarbeit.

Dipl.-Ing. Claudia Närdemann

Die Kooperation zwischen der Universität Hamburg, der Max-Planck-Gesellschaft und des Deutschen Elektronen-Synchrotrons legte den Grundstein zum Bau des europaweit einmaligen Wissenschaftszentrums für die Forschung an Lichtquellen der nächsten Generation, dem „Center for Free-Electron Laser Science“, kurz CFEL genannt. Zur Zusammenführung der verschiedenen Forschungskompetenzen zu einem wissenschaftlichen Kollektiv sollte ein besonderes Gebäude errichtet werden, welches als architektonisches Aushängeschild das CFEL repräsentiert.
Komplex und sehr vielschichtig gestalteten sich die Anforderungen der Auftraggeber an das Stuttgarter Büro hammeskrause architekten. Für die Zusammenarbeit von über vierhundert Wissenschaftlern musste ein ausgeklügeltes Raumkonzept mit hochfunktionalen Grundrissen entwickelt werden. Die besonderen bautechnischen Bedingungen an die verschiedenen Funktionsbereiche des Gebäudekomplexes erforderten viel Know-how und planerische Sorgfalt.
Transparenz und Geschlossenheit
Das CFEL gliedert sich in Labor- und Bürobaukörper, die in ihrer Materialität und ihrer Form völlig konträr ausgeführt sind. Von außen zeigen sich die massiven Fassaden des eingeschossigen, verklinkerten Laborgebäudes geschlossen und machen die Funktion, die dahinter steckt, ablesbar. Hier findet das experimentelle Arbeiten statt, das spezielle baudynamische Anforderungen an die Räumlichkeiten stellt: Die Lasermessräume müssen schwingungsentkoppelt ausgeführt sein, damit keinerlei Erschütterungen auftreten, die die Messergebnisse beeinflussen könnten.
Für die Fassaden des Sockelgeschosses wählten die Architekten Klinker des Typs „STP-LF490/52–14/8B-FS“ von der Janinhoff Klinkermanufaktur. Die dunklen Klinker sind etwa doppelt so lang wie üblich, wodurch die Fassade stark in der Horizontalen betont und deren Höhe optisch verringert wird. Das Material hebt die schlichte Kubatur des Laborgeschosses hervor und verleiht dem Gebäude, sinnbildlich gesehen, Gewicht.
Highlight des Entwurfs ist die dreigeschossige Rotunde mit einem Durchmesser von 57 m, welche sich mittig über dem Sockelgeschoss erhebt. Der dynamische runde Baukörper bildet mit seiner filigranen Fassade einen deutlichen Kontrast zum Erdgeschoss. Zwischen den umlaufenden Fensterbändern verkleiden weiße, ebenfalls horizontale Bänder aus gebogenem Aluminiumglattblech die Fassade, was den schwebenden Charakter verstärkt.
Für die Fensterbänder fiel die Wahl der Architekten auf das Schüco Pfosten-Riegel-System „FW 50+ HI“ mit hochwärmegedämmten „AWS 75 SI“ Fenstern. Mit dem flexiblen Fassadensystem, das über schmale Profilansichten verfügt, erhielt die Fassade die gewünschte Leichtigkeit bei gleichzeitig hoher Funktionalität. Lüftungsflügel zwischen den Fenstern gliedern als senkrechte, anthrazitfarbene Elemente aus 2 mm starkem Aluminiumblech zusätzlich die Pfosten-Riegel-Fassade. Die Fenster und die dazwischenliegenden Aluminiumelemente verlaufen übereinander versetzt, so dass in der Vertikalen keine durchgehende Linie entsteht und die Betonung auf den horizontalen Bändern liegt. Die Aluminiumblech-Elemente der Fassade sind Sonderanfertigungen der Firma Hupfeld & Schlöffel aus Berkatal, die auch für die Montage verantwortlich war.
Aufgrund der großen Fensterflächen der Rotunde war ein Sonnenschutz erforderlich. Hier entschieden sich die Architekten für den Raffstore „E80 A6“ von Warema mit 80 mm randgebördelter Lamelle, der sich mit seinem filigranen Design gestalterisch in die Fassade einfügt.
Raumprogramm
Im CFEL-Neubau sind auf rund 8 500 m2 Hightech-Labore, Büros unterschiedlicher Struktur und Größe, verschiedene Meeting-Zonen sowie offener Raum zur Kommunikation untergebracht. Bereits beim Betreten des Haupteinganges erschließt sich das Gebäude dem Besucher auf den ersten Blick in seiner ganzen Dimension.
Das haushohe lichte Foyer verbindet die unterschiedlichen Funktionsbereiche über vier Geschosse miteinander. Ein großzügig dimensioniertes Oberlicht öffnet den Raum zum Himmel und versorgt Foyer sowie angrenzende Räume mit Tageslicht. Es besteht aus mehrlagigen Folienkissen, getragen von einer filigranen Stahlkonstruktion aus Rundrohrprofilen. Die luftdruckstabilen Kissen des „Texlon ETFE Systems“ von Vector Foiltec bestehen aus recycelfähiger ETFE-Folie (Ethylen-Tetrafluorethylen). Das Material ist UV-beständig und resistent gegen Luftverschmutzungen, da die Oberflächen extrem glatt sind. Sonnenschutz bietet eine auf der Unterseite der oberen Folienlage aufgedruckte Punktmatrix.
Spezielle Geometrie
Charakteristisch für das Bürogebäude von hammeskrause Architekten ist seine spezielle Geometrie: Um ein sphärisches Dreieck rotieren die Büroebenen, die über brückenartige Treppenläufe verknüpft werden. Durch viel Glas, Licht und die ganz eigene Dreidimensionalität des offenen Raumes erreichten die Architekten eine besondere kommunikationsfördernde Dynamik.
Hinter den Fenstern der Rotunde befinden sich flexible Zellenbüros mit weiten Ausblicken. Hier kann sowohl das konzentrierte, einzelne Arbeiten stattfinden als auch die Zusammenarbeit in kleineren Gruppen. Gläserne Konferenzräume begrenzen im Inneren das sphärische Dreieck in den Obergeschossen. Großzügige Begegnungs- und Kommunikationsbereiche mit Teeküchen, die sogenannten Kombizonen, befinden sich zwischen Büros und Besprechungsräumen. Im Erdgeschoss sind um das Foyer und die zwei innenliegenden begrünten Höfe drei Seminarräume, 24 Lasermessräume und die Cafeteria angeordnet.
Konträr und doch homogen
Transparenz und Geschlossenheit kennzeichnen die beiden konträren Baukörper, sowohl in Form als auch Funktion. Dennoch bilden sie architektonisch eine Einheit und bieten praktischen labortechnischen Forschungsarbeiten und wissenschaftlichem Dialog den passenden Rahmen.
Das Besondere am CFEL sind seine offenen Raumstrukturen im Zentrum. Sie machen die verschiedenen Ebenen und deren vielschichtigen Bezüge zueinander sichtbar. Zahlreiche Blickachsen gewähren spannende Ein- und Ausblicke in alle Richtungen und erzeugen zusammen mit den unterschiedlichen horizontalen und vertikalen Erschließungswegen sowie den vielen Aufenthaltsbereichen eine lebendige Atmosphäre, die von Begegnung und Kommunikation geprägt ist.
Dipl. Ing. Markus Hammes: „Raum für Kommunikation wird nicht länger als überflüssiger Luxus angesehen, sondern als notwendiger Bestandteil eines nachhaltigen Gebäudekomplexes.“


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