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Flachdachfenster: Neue Wegen für das Tageslicht - in diesem Fall von oben

Flachdachfenster
Licht von oben mit Chic

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Die relativ neue Produktgruppe der Flachdachfenster kombiniert die Einbausituation von Lichtkuppeln im Flachdach mit dem Nutzungskomfort klassischer Fenster. Der gute Wärmeschutz und die verbesserte Ansichtsqualität eröffnen vor allem in Wohnungen neue Wege für das Tageslicht – in diesem Fall von oben.

Markus Hoeft

Die Lichtkuppel ist und bleibt eine einfache und sehr wirksame Lösung für die Belichtung unter einem Flachdach, was ihren vielfältigen Einsatz in Industrie- und Hallenbau erklärt. Bei bestimmten Einbausituationen und Nutzungsarten stoßen herkömmliche Kunststoff-Lichtkuppeln jedoch an ihre Grenzen – vor allem beim Wärmeschutz, aber in höherwertigen Wohn- oder Büroumgebungen eventuell auch im Hinblick auf Ambiente und Gestaltung. Je nach Art und Qualität des verwendeten Kunststoffs wird auch die Durchsichtscharakteristik höheren Ansprüchen nicht immer genügen.
Die Alternativen für eine Belichtung von oben in repräsentativen Gebäuden waren bisher vor allem Glasdächer oder Lichtbänder, die beide sehr elegant gestaltet werden können, aber beide durch ihre großen Dachöffnungen auch einiges an Aufwand und Kosten verursachen. Mit dem Flachdachfenster schließt nun eine neue Produktgruppe die Lücke zwischen den kleinen, aber ästhetisch im Wohnungsbau nicht immer überzeugenden Lichtkuppeln und den edlen, aber eben auch aufwändig-großen Glasdächern.
Etwas salopp gesagt sind Flachdachfenster Lichtkuppeln, die anstelle der transparenten Kuppel aus Kunststoff eine waagerecht eingebaute, ebene Isolierverglasung haben. Zur eindeutigen Unterscheidung vom Kunststoff wird oft auch von Silikatglas oder „echtem“ Glas gesprochen.
Schon allein dieser Materialwechsel verbessert den Wärmeschutz, denn eine Dreifach-Isolierverglasung erreicht Ug-Werte um 0,6 W/m²K, während dreischalige Acrylkuppeln bei etwa 1,8 W/m²K liegen.
Darüber hinaus werden Flachdachfenster mit mehrkammerigen Kunststoff- oder thermisch getrennten Aluminiumprofilen hergestellt, so dass der Uw-Wert für das ganze Fenster, auf den es bei der energetischen Planung ja eigentlich ankommt, bis zu Größenordnungen von 1,0 W/m²K oder darunter absinkt. Damit entspricht der Wärmeschutz von Flachdachfenstern etwa der Qualität von Senkrechtfenstern, was den Weg für die Verwendung in Wohnungen bzw. ganz allgemein im modernen energieeffizienten Bauen frei macht.
Auch das Design der Flachdachfenster unterstützt diesen Einsatz. Denn neben dem Wärmeschutz zeichnen sich die Produkte über eine höherwertige Ansichtsqualität aus. In der Raumansicht von innen bzw. unten wird auf eine ästhetische, klare Linienführung ohne sichtbare technische Funktionsteile Wert gelegt. Aber auch die Dachansicht von oben kann sich in vielen Fällen sehen lassen und demonstriert mit ihrer meist puristisch-reduzierten Rahmengeometrie und der flach abschließenden Scheibe vielleicht am deutlichsten den Unterschied zur Lichtkuppel des Industrie- und Gewerbebaus.
Flachdachfenster fügen sich damit gut in einsehbare oder sogar aktiv als Dachgarten/Dachterrasse genutzte Flachdächer in städtischer Umgebung ein. Der Einsatz ist zur Belichtung der obersten Etage im mehrgeschossigen Bauen ebenso denkbar wie für ansonsten unbelichtete, „gefangene“ Räume im Flachdach-Bungalow bzw. Flachdach-Einfamilienhaus. Und schließlich kann die Kombination aus Wärmeschutz und Design auch für höherwertige Büro- und Gewerberäume oder für das Tageslicht in architektonisch anspruchsvollen Treppenhäusern und Fluren eine Lösung sein.
Planung des Wärme- und Tauwasserschutzes
Die verbesserte Wärmedämmung der Flachdachfenster dient der Energieeffizienz des Gebäudes, also der Einsparung von Heizenergie und der Erfüllung der Anforderungen nach EnEV. Mindestens ebenso wichtig sind aber die Vermeidung örtlicher Wärmebrücken und die Verhinderung von Tauwasser. Denn das an (zu) kühlen Zonen von Oberlichtern entstehende Tauwasser tropft zwangsläufig in den Raum zurück, was gerade in höherwertig ausgestatteten Immobilien ein nicht hinnehmbarer Mangel ist.
Bei der Auswahl eines Flachdachfensters sollte deshalb geprüft werden, ob der Anbieter den Isothermenverlauf für ein typisches Innenraumklima berechnet hat.
Speziell an den Rand- und Eckbereichen darf die Taupunktlinie bei den realistisch zu erwartenden Temperaturverhältnissen in keinem Fall auf der Innenseite des Fensters liegen.
Zu beachten ist außerdem, dass die genannten Uw-Werte von 1,0 W/m²K und teils auch weniger zunächst nur für das Fenster mit seinem Rahmen gelten. In den meisten Einbausituationen wird man jedoch einen Aufsetzkranz benötigen, der das Flachdachfenster aus der wasserführenden Ebene heraushebt und einen fachgerechten Anschluss der Flachdachabdichtung ermöglicht.
Der Aufsetzkranz muss in jedem Falle wärmegedämmt sein und in die Planung des Wärme- und Tauwasserschutzes einbezogen werden. Das Bauteil hat einen eigenen U-Wert, in dessen Berechnung auch die Abwicklungsfläche eingeht – jedes Grundrissmaß und jede Höhe eines Aufsetzkranzes innerhalb einer Modellreihe hat dadurch ggf. einen anderen Wärmedurchgangskoeffizienten.
Optik und Sicherheit
Speziell beim Design der Dachansicht von Flachdachfenstern haben sich die Anbieter einiges einfallen lassen, so dass die Unterschiede der einzelnen Produkte hier besonders markant hervortreten. Grundlage ist meist eine rechteckige oder sogar quadratisch-waagerechte Verglasung. Die waagerechte Einbaulage sieht sehr elegant aus, kann aber stehendes Wasser und Verschmutzungen auf der Scheibe verursachen. Schon ein leicht um ca. 3° geneigter Einbau reduziert dieses Problem erheblich.
Andere Modelle besitzen zum Schutz des Glases und zum besseren Wasserablauf über der Glasscheibe eine Kuppel aus Kunststoff. Die dachseitige Ansicht erinnert dann an herkömmliche Lichtkuppeln, während die Funktionalität und die Innenansicht einem Flachdachfenster entsprechen. Eine andere spezielle Form ist die Ausführung der Verglasung ähnlich dem Structural Glazing, so dass der Eindruck einer rahmenlosen Scheibe entsteht. Weitere Varianten der Gestaltung ergeben sich aus runden statt eckigen Grundrissen oder aus der Materialität und Farbigkeit des Rahmens.
Doch egal, welche Optik gewählt wird, das Wasser muss in jedem Falle sauber über den Rand abfließen können. Flachdachfenster werden schließlich gezielt als höherwertige Bauelemente ausgewählt, so dass nach einiger Zeit sich einstellende hässliche Fließspuren kaum zu akzeptieren sind.
Aus der Perspektive des Innenraums sind die Oberlichter Über-Kopf-Verglasungen und demzufolge mit Sicherheitsglas ausgeführt. Bei genutzten Flachdächern ist zusätzlich zu überprüfen, ob eine permanent durchsturzsichere Ausführung nach GS-Bau 18 erforderlich ist.
Bedienung und Komfort
Im Hinblick auf den Bedien- und Nutzungskomfort bieten Flachdachfenster die Vielfalt, wie sie auch für moderne Lichtkuppeln heute verfügbar ist. So gibt es neben den starren Ausführungen allein zur Belichtung natürlich auch bewegliche Fenster mit Lüftungsfunktion. Auf irgendwelche mechanischen Bedienungen über Kurbeln und Gestänge wird dabei meist verzichtet und stattdessen auf die für hochwertige Einbauteile heute übliche Motorisierung gesetzt. Die Kettenschubantriebe sind optisch unauffällig in den Rahmen integriert und stören nicht die Ästhetik des Anblicks. Die Motoren lassen sich als Insellösung über Wandtaster oder Funkfernbedienungen ansteuern. Je nach Modell können aber auch eine Vernetzung zur App auf dem Smartphone oder dem Tablet, die zusätzliche Integration eines Wind- und/oder Regensensors sowie die Anbindung an eine zentrale Steuerung der gesamten Haustechnik möglich sein.
Ein wichtiger Aspekt beim Flachdachfenster ist der Sonnenschutz, denn wo planmäßig viel Licht eintreten kann, gelangt auch die Sonnenhitze nahezu ungebremst in den Raum. Jede anspruchsvolle Systemlösung sollte darum mit Faltstoren oder Markisen gegen die Überhitzung des Raums ausgerüstet sein. Je nach Einbausituationen müssen eventuell zusätzlich Funktionen wie Verdunkelung, Sichtschutz oder Insektenschutz berücksichtigt werden.
Weitere Kriterien für die Produktauswahl können der Schallschutz und – sofern das Flachdach zugänglich ist – der Einbruchschutz sein. Durch ihre Zwei- oder Dreifach-Silikatverglasung schneiden Flachdachfenster beim Schallschutz meist gut ab, haben jedoch die Besonderheit, dass die Trommelgeräusche des Regens auf der waagerechten Scheibe unter Umständen zu hören sind. Abhilfe kann hier eine zusätzliche Kuppel über der Verglasung schaffen. Oder aber das Geräusch wird akzeptiert und als Teil des besonderen Charmes beim Fenster im Dach angesehen.


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