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Erweiterung des St. Vinzenz Kindergartens in Aalen

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Autark und trotzdem Teil des baulichen und sozialen Gefüges – so präsentiert sich der neue Erweiterungsbau des katholischen Kindergartens St. Vinzenz in Aalen. Das Büro Liebel/Architekten BDA schuf mit seinem Entwurf eine kindgerechte Architektur, die trotz schwieriger Lage viel Raum und lichte Atmosphäre zur Entfaltung der kleinen Nutzer bietet.

Die Nähe zur Innenstadt und sein pädagogisches Konzept machen den Kindergarten St. Vinzenz in Aalen zu einer beliebten Einrichtung. Da der gestiegene Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren aufgrund mangelnder Raumkapazitäten nicht mehr gedeckt werden konnte, war eine Erweiterung erforderlich. Für zwei Ganztageskrippen mit jeweils zehn Plätzen sollten neue Räumlichkeiten geschaffen werden.

Gefordert waren der Umbau des Bestands sowie ein Neubau mit integrativer Anbindung. Die örtlichen Rahmenbedingungen erschwerten die komplexe Aufgabe: Ein enges Baufenster und die unmittelbare Nähe zur Bahnlinie stellten die Planer vor eine besondere Herausforderung. Bei dem ausgelobten Wettbewerb überzeugte das Entwurfskonzept des Aalener Büros Liebel/Architekten BDA mit seiner kompromisslos kindgerechten Architektur die Jury. Bei vorgegebener kurzer Bauzeit wurde ein einstöckiges Gebäude und damit besonders kinderfreundlich geplant. Die ebenerdige Bauweise und das großzügige Raumgefüge erfüllen die speziellen Bedürfnisse der Kinder in besonderem Maße.
Ohne rechten Winkel
Parallel zu den Bestandsgebäuden wurde der Neubau errichtet, dessen Außenwände in Anordnung und Richtung auf den Bestand reagieren und Räume mit verschiedenen Funktionen bilden. Dabei entstand ein Baukörper ohne rechte Winkel. Die nördlichen Außenwände erzeugen auf beiden Stirnseiten Einschnitte zwischen Neubau und Bestand. Sie bilden klare Eingangssituationen, die zum Betreten des Kinderhauses einladen. Während der Hauptzugang von Osten erfolgt, dient der Westzugang in erster Linie als Zutritt zum Garten. Im Zentrum verschmelzen beide Gebäude miteinander und verfügen über eine gemeinsame Mitte. Zur südlich angrenzenden Bahnlinie hin zeigt sich der holzverschalte Neubau geschlossen und kompakt mit tiefliegenden Öffnungen in unterschiedlichen Größen für neugierige Kinderaugen.
Mit der nach oben geneigten Fassade wird die Höhe des langgezogenen Gebäudes optisch verringert. Außerdem erscheint die schräge Fassade aus Kindersicht weniger massiv als eine senkrechte. Ein zusätzlicher Effekt: Die schmale Fläche zwischen Gebäude und Bahnlinie wirkt größer.
Leicht und dynamisch
Trotz seiner kompakten Kubatur präsentiert sich der Neubau leicht und dynamisch. Die Dynamik entsteht durch die Asymmetrie des Baukörpers, die schräge Fassade und das gefaltete Dach, das als Gründach mit einem System von Optigrün ausgeführt ist. Das Gründach schützt die Dachabdichtung vor Extremtemperaturen und weiteren Witterungseinflüssen. Außerdem speichert es einen Teil des Niederschlags und trägt damit zur Gebäudekühlung, Luftbefeuchtung und Feinstaubfilterung bei. Ebenso dynamisierend wirkt die Längsverschalung der Fassade mit unterschiedlich breiten Brettern, die scheinbar willkürlich angeordnet sind. Auch sie lässt das Gebäude niedriger erscheinen und sorgt für eine lebendige Ansicht.
Während der Neubau zur Bahnlinie hin geschlossen ausgeführt ist, öffnet er sich mit einer großzügigen Verglasung nach Westen zum Garten. Hier wurde das energieeffiziente Fenstersystem „Geneo“ von Rehau eingesetzt, mit dem Hightech-Werkstoff „Rau-Fipro“, einem Faserverbundwerkstoff, der für ein besonders stabiles Profil sorgt und Stahlarmierungen in den meisten Fällen überflüssig macht. Im Inneren sorgen die Eingangsbereiche sowie Lichtkuppeln von Essmann für viel Tageslicht. Die energieeffizienten Lichtkuppeln verfügen über einen stabilen Einfassrahmen mit angeformter Regenkante.
Alles auf einer Ebene: Überblick und Aufsicht vereinfacht
Mit ihrem Entwurf gelang es den Architekten, eine Synergie zwischen pädagogischem und architektonischem Konzept zu schaffen. Der Kindergarten arbeitet nach dem halboffenen Prinzip. Danach sind die Kinder zwar einer Gruppe zugeteilt, dürfen aber auch gruppenübergreifende Angebote nutzen. So können sie ihren individuellen Interessen und Fähigkeiten gemäß gefördert werden. Um das halboffene Konzept architektonisch zu unterstützen und den Austausch zwischen den Gruppen anzuregen, waren eine einfache Orientierbarkeit und kurze Wege erforderlich, die durch die Eingeschossigkeit des Neubaus und die zentrale Mitte erreicht wurden. Beim Betreten des Kinderhauses öffnet sich ein großer lichtdurchfluteter Raum, die sogenannte zentrale Mitte, die Bestand mit Neubau verbindet und Teil von beidem ist. Sie dient als Foyer und lädt zugleich zum Toben und Spielen ein. Durch die mobile Wand des Mehrzweckraums kann das Foyer vergrößert und für Veranstaltungen genutzt werden. Die integrierte Küche dient als Bewirtungsstelle. Sie bietet sonnige Sitzplätze und als Highlight sogar ein Sitzfenster.
Sowohl für die Kinder als auch für das pädagogische Personal hat die Ausführung des Gebäudes auf einer Ebene weitere entscheidende Vorteile: Da es keine Treppen gibt, reduziert sich die Unfallgefahr deutlich. Die Kinder spielen nicht nur in den Gruppenräumen, sondern auch in den Flur- und Gemeinschaftszonen. Mit der Bauweise auf einer Ebene wird ein guter Überblick gewährt und damit auch die Aufsicht wesentlich vereinfacht.
Kosten im Blick: Multifunktionale Materialien
Immer die Kosten im Blick, achtete Projektleiter Steffen Kainzbauer auch auf die Multifunktionalität der eingesetzten Materialien. So kam für die Wände der Anprallschutz „Mawi Tex“ mit textiler Oberfläche zum Einsatz. Er verbessert den Schallschutz, schützt die Wand und verbreitet außerdem Kuschelatmosphäre. Die etwa 15 mm dicke, homogene Polsterschicht aus PE-Schaum ist mit dem textilen Obermaterial werkseitig mittels Flammkaschierung trennfest verbunden.
Als Bodenbelag wählte der Architekt „DLW Linoleum Colorette LPX“ in Gelb und in Grau. Der farbenfrohe, dezent strukturierte und pflegeleichte Linoleumbelag eignet sich mit seiner LPX Oberflächenvergütung besonders für Kindergärten. Der Bodenbelag ist zudem fußwarm und haptisch angenehm.
Um die erhöhten Anforderungen hinsichtlich der Raumakustik zu erfüllen, kam das „Knauf Cleaneo Akustik Deckensystem“ zur Anwendung. Die Decken mit dem Lochmuster fügen sich in die Architektur ein und erfüllen zudem die entsprechenden Brandschutzanforderungen. Durch den „Cleaneo“ Luftreinigungseffekt tragen sie zusätzlich zur Raumluftverbesserung bei.
Wie selbstverständlich der Entwurf der Liebel/Architekten den Neubau in den Bestand integriert, wird vor allem im Inneren deutlich. Hier verschmelzen die Gebäude im Kern miteinander, so dass das Kinderhaus als Ganzes wahrgenommen wird. Das halboffene Konzept zieht sich wie ein roter Faden durch die Architektur und ist innen wie außen erlebbar.
Dipl.-Ing. Claudia Närdemann
Architekt Bernd Liebel: „´Wir sind klein, aber wichtig´ – dieser Satz stand im Mittelpunkt unserer Konzeption für das Kinderhaus.“
Architekten:
Liebel/Architekten BDA, Aalen


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