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Aluminiumfassade mit Oberflächenlack für 3D-Effekt

Neubau eines Clubgebäudes in London
3D-Fassade mit Wellengang

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Nach Entwürfen des japanischen Architekturbüros Jun Aoki & Associates ist der exklusive Mitgliederclub am Heron Quay fertig gestellt. Für die Umsetzung an der Canary Wharf wurden die Londoner Architekten von Adamson Associates beauftragt. Gewellte Fassadenelemente fangen die Bewegung der Themse ein und bieten ein schillerndes Farbenspiel mit 3D-Effekt. Die Aluminiumfassade umhüllt mit speziellem Oberflächenlack auf 6 000 m² den Quay Club seit Sommer 2020.

Anforderung:

Exklusiver Club an der Themse mit aufsehenerregender Architektur

Lösung:

Aluminiumfassade mit 2-Schicht-Lack für 3D-Effekt: Hochbelastbare Systemkomponenten Kassetten und Bolzen


Stephanie Lindenschmidt, Pohl | be

Im Herzen des ehemaligen Londoner Hafengebiets liegt das Büro- und Einkaufsviertel Canary Wharf. Wo einst der Seehandel mit den Kanarischen Inseln florierte, entstand seit den 1980er Jahren eine Alternative zum Londoner Finanzdistrikt. Anfang der 2000er Jahre zog die Nachfrage an und in Canary Wharf siedelten sich große Firmen wie J.P. Morgan oder Thomson Reuters an.

Die Quay Club-Gründer Gary Landesberg und Familie Waney sind in London nicht nur durch den legendären Arts Club in Mayfair stadtbekannt. Neben dem Restaurant Zuma in Knightsbridge und der japanischen Restaurantmarke Roka verspricht auch das neue Projekt in Canary Wharf mit auffallender Aluminiumfassade gut besucht zu sein.

Der überwiegende Teil des Gebäudes steht auf Holzpfählen im Wasser. Dabei grenzt der Eingangsbereich direkt an die Canary Wharf und ist bis zum 1. OG mit gewellten Marmorelementen gestaltet. Von der Dachterrasse des fünfstöckigen Quay Clubs können die Mitglieder einen weiten Blick über das Middle Dock des alten Hafengeländes genießen. Innen laden ein Bar- und Lounge-Bereich sowie ein Restaurant mit privaten Essensräumen zum Verweilen ein. Neben einem aufwendigen Fitness- und SPA-Angebot rundet ein Boutique-Hotel für Gäste der Mitglieder das Angebot ab.

Farbenspiel an der Aluminiumfassade auf dem Wasser

Die Exklusivität des Clubs findet sich auch in der Außenhülle des Gebäudes wieder. Rund 1 700 Fassadenelemente aus Aluminium in drei Größen spiegeln die Wellenbewegungen der Themse. Die größten Kassetten messen 1 840 x 2 040 mm, die Kleinsten 920 x 420 mm. Zusätzlich zu den Blechpaneelen lockern perforierte Fassadenelemente die Gebäudehülle auf. Eckverbindungen oder Fenster-Ausschnitte bewegen sich in ähnlichen Dimensionen.

Um die changierenden Wellen auf das Aluminium zu übertragen, arbeitete der Kölner Fassadenspezialist Pohl mithilfe von Schablonen und Formen, die auf 3D-Zeichnungen basieren. Allein die spezielle Krümmung des Aluminiums macht die Illusion einer schillernden Wasseroberfläche aber noch nicht perfekt. Jun Aokis Vision lässt das Gebäude je nach Lichteinfall und Blickrichtung die Farbe wechseln. Bei Sonnenschein leuchtet der Quay Club in einem warmen Goldton, bei bedecktem Himmel schimmert die Fassade silbern. Um diesen Effekt zu erzielen, wurde in Köln ein spezieller 2-Schicht-Lack entwickelt – das i-Tüpfelchen der architektonischen Vision. Zum Schutz vor der rauen Witterung am Wasser und vor Industrieabgasen erhielten die Aluminiumkassetten noch eine Seaproof-Vorbehandlung (chromfrei, Korrosionsklasse C4).

VHF in Metall optimal befestigt

Für den Quay Club fiel die Wahl der Architekten auf eine vorgehängte hinterlüftete Aluminiumfassade. Die VHF, immer nach dem gleichen Schema aufgebaut, überzeugt durch viele konstruktive Vorteile. Auf dem Tragwerk wird die Unterkonstruktion montiert, darauf die Isolierung, Hinterlüftung und Bekleidung. Dank dieses Aufbaus wird das Gebäude wirksam gegen Umwelteinflüsse oder mechanische Belastung geschützt.

Durch die Verwendung von Edelstahl-Wandhaltern werden außerdem Wärmebrücken vermieden und die höchsten energetischen Anforderungen erfüllt. Den Projektzuschlag hierfür erhielt Pohl Europlate, ein Bolzen-Einhang-System mit scharfkantigem Erscheinungsbild. Die Europanel Kassette wird vormontiert geliefert und dann über den Bolzen in die Tragschienen der Unterkonstruktion eingehängt. Einzelne Fassadenkassetten können später problemlos entfernt und wieder eingebaut werden. Die mehrfach vorgelochten Wandhalter ermöglichen außerdem, Rohbautoleranzen von +/- 25 mm auszugleichen.

Systemfassade: Geringere Planungskosten und höhere Belastbarkeit

Bereits in der Planungsphase kann mithilfe einer Pohl Systemfassade der Aufwand im Engineering erheblich reduziert werden. Vorkonstruierte Grundsatzdetails oder sogar fertige statische Bauteilversuche sind klare Vorteile eines gut etablierten Systems.

Zusammen mit einem Ingenieurbüro für Glas und Fassadenbau als DIBt zertifizierte Stelle hat das Unternehmen im vergangenen Jahr die Tragfähigkeit der Systemkomponenten von Pohl Europlate und Europanel anhand von Bauteilversuchen ermittelt. Beispielsweise ist die Anzahl der Bolzen pro Blech ein wichtiger Faktor für Planungs-, Material-, und Statik-Kosten. Für die maximale Blechgröße von 2 x 6 m kann der Anbieter nun die Durchbiegung durch Windlasten mit Tests belegen. Das Resultat ist eine bis zu 30 % höhere Belastbarkeit als bisher rechnerisch angenommen.

  • Seaproof-Vorbehandlung (chromfrei, Korrosionsklasse C4)
  • 2-Schicht-Lack für 3D-Effekt

Projekt: Club für Mitglieder, Canary Wharf, London

Entwurf: Aoki Jun Associates, Japan
www.aokijun.com/en

Ausführende Architekten: Adamson Associates Architects, London
www.adamson-associates.com

Fertigstellung: Sommer 2020


Peter Marquardt, Leiter Technik und Projektmanagement bei Christian Pohl GmbH: „Wir stellen unseren Partnern alle Zeichendetails unserer VHF Systemfassaden in 2D und 3D zur Verfügung. Auch BIM basierte Planung ist damit möglich.“


Aluminiumfassade mit hoher Tragfähigkeit

Systemkomponenten von Pohl Europlate und Europanel: Für Blechgrößen von max. 2 x 6 m belegen Tests die Durchbiegung durch Windlasten. Das Resultat ist eine bis zu 30 % höhere Belastbarkeit als bisher rechnerisch angenommen.



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