Neubau eines Ferienhauses in den Niederlanden

„Beton“ auf leichtem Aluminium

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Für ein Ferienhaus auf einer Nordsee-Halbinsel war offenes, naturnahes Wohnen für die Familie gewünscht. Metall und Holz sollten sichtbar verbaut werden. Dass auch noch Beton ins Spiel kam, ist einer Oberflächenvariante des Aluminium-Verbundpaneels zu verdanken: Sie lässt das leichtgewichtige Materialkomposit wie eine Betonkonstruktion aussehen.

Anforderung:

Pflegeleichte, lang ansehnliche Fassade mit sichtbarer Holz- und Metallgestaltung

Lösung:

Leichte Aluminium-Verbundplatte mit UV-stabiler Betonoberfläche


Kay Rosansky | be

Was geschehen kann, wenn zwei Bau-Profis ihr Know-how in die Planung eines Hauses einfließen lassen, lässt sich an diesem niederländischen Ferienhaus sehr schön ablesen. Der Bauherr besitzt eine Firma, die sich auf die metallische Verkleidung für Fassade und Dach von Industriebauten spezialisiert hat und die ihn während der Woche sehr in Anspruch nimmt. Zum Ausgleich, und um möglichst viel Zeit mit Frau und drei Söhnen verbringen zu können, träumte er seit langem von einem Wochenendhaus, möglichst auf der niederländischen Nordsee-Halbinsel Walcheren, auf der er schon als Kind die Ferien mit seinen Eltern verbracht hat. Als in Strandnähe ein Ferienhaus zum Kauf angeboten wurde, stellte er fest, dass dieses zwar nicht mehr zeitgemäß war, das Grundstück mit seiner ruhigen Lage inmitten einer gewachsenen Ferienhaussiedlung aber nahezu perfekt seinen Anforderungen entsprach.

Gemeinsam mit dem Architekten Erik ten Hove, mit dem er auch beruflich zusammenarbeitet, beschloss er, das vorhandene Gebäude abzuräumen und ein neues Haus zu errichten. Das Briefing für den erprobten Geschäftspartner war relativ kurz. Dem Bauherren schwebte ein konkretes Raumprogramm vor, geprägt im Wesentlichen durch ein sehr offenes, weitläufiges Erdgeschoss mit witterungsgeschützter Veranda und einer großen Terrasse sowie durch Schlafräume mit jeweils eigenem Bad für alle Familienmitglieder im Obergeschoss.

Außerdem wünschte er sich die Verwendung von metallischen Bauteilen, wie Trapezblechen, die ihn auch in seinem beruflichen Alltag begleiten. Damit diese insgesamt nicht zu kühl wirken, sollte Holz sichtbar verbaut werden. Gleiches galt für die Fassade, die zum Garten hin möglichst offen, und für viele Jahre ansehnlich und doch pflegeleicht, sein sollte. Gestaltungsvorgaben machte er seinem Architekten nicht.

Als dieser nach einiger Zeit erste Entwürfe vorlegte, verschlug es dem Auftraggeber die Sprache: „Zunächst dachte ich: Was ist das denn?! Und dann konnte ich fünf Minuten lang gar nichts mehr sagen. Und dann fand ich es richtig gut!“

Und das ist es wirklich, denn dem Architekten ist es hervorragend gelungen, die Vorgaben in ein einzigartiges Gebäude einfließen zu lassen, das auffällt, ohne um Aufmerksamkeit zu buhlen, und innen wie außen eine sehr angenehme Atmosphäre ausstrahlt. Die etwas konservativere Nachbarschaft, welche zunächst den Abriss und dann die Bauarbeiten kritisch verfolgte, hat inzwischen keine Einwände mehr und kann mit dem Solitär gut leben.

Das Erdgeschoss besteht, wie gefordert, aus einem Raum, der zweiseitig verglast ist. Die energetisch wirksamen und leichtgängigen Schiebetürelemente von Schüco lassen bei entsprechendem Wetter Öffnungen zur umlaufenden Terrasse zu. Einen Teil der Terrasse kann die Familie in der Übergangszeit mit verfahrbaren Glaselementen zu einem temporären Wintergarten umfunktionieren.

Die in der Decke verarbeiteten Trapezelemente sind geschlitzt und wirken positiv auf die Akustik. Das tropische Holz Iroko, hierzulande besser bekannt als Kambala, trägt im Inneren die Decken und nimmt im Außenbereich die Lasten der auskragenden Elemente auf. Gleichzeitig bietet es Ansichtsflächen in warmer Farbe und sorgt mit seinen schräg gestellten Stützen, welche auf die Neigung des Pultdaches reagieren, für eine gewisse Spannung, ohne angestrengt zu wirken.

Die Schlafzimmer im ersten Geschoss sind unterschiedlich zugeschnitten, verfügen aber trotz Schrägen über große Raumhöhen und individuell gestaltete Bäder. Die angenehmen Ausblicke – im Erdgeschoss in Richtung Garten, im Obergeschoss in die Ferne – entstanden nicht zufällig.

Die Platzierung des Hauses auf dem nicht allzu großen Grundstück möchte ich als ideal bezeichnen, auch gemessen an den eigenen Ansprüchen des Architekten: „In meinen Entwürfen versuche ich stets, die Lage und die Umgebung in ein gutes Verhältnis zum Sonnenverlauf und den Blickbeziehungen zu setzen.“ Der Baukörper fügt sich harmonisch in die nachbarliche Bebauung und weist in deren Richtung eine gewisse Geschlossenheit auf, während er sich zu den nicht einsehbaren Bereichen maximal öffnet. Dieses Konzept funktioniert auch an einem sonnigen Novembertag, wenn die nahezu entlaubten Bäume keinen Sichtschutz mehr bieten.

Leichte Aluminium-Verbundfassade

Mit der Fassade ist dem Architekten eine Überraschung gelungen. Von außen betrachtet wirkt das Gebäude nämlich von der Bodenplatte bis zum Dach wie ein aus Beton gebautes, aufgebogenes U-Profil mit einer eingeschobenen Zwischendecke, die das erste Geschoss trägt. Viele Betrachter halten diese Konstruktion für gewagt, zumal die Stützen aus Kambala auf den ersten Blick heillos überfordert scheinen. Tatsächlich handelt es sich um eine recht leichte Konstruktion, die mit einer dreilagigen Aluminium-Verbundplatte von 3A Composites bekleidet wurde. Dieses Materialkomposit lässt sich nicht nur sehr genau kanten und biegen, es weist aufgrund seiner Dreischichtigkeit und seines geringen Flächengewichts außerdem eine hohe Biegesteifigkeit auf.

Alucobond ist in zahlreichen Farben und Oberflächen erhältlich. Die Serie Vintage hat der Hersteller eigens für Anwendungen wie diese aufgelegt, indem nämlich ein bewittertes Material zu einem definierten Zeitpunkt der Patinabildung optisch eingefroren und als fotorealistische Darstellung in Form eines äußerst widerstandsfähigen Lacksystems aufgebracht wird. Mit der hier eingesetzten Oberfläche D0057 Concrete war es möglich, in ungewöhnlicher Form Beton einzusetzen, ohne die dafür notwendigen, extremen statischen Voraussetzungen schaffen zu müssen. Abgesehen von der Gewichtsersparnis ergeben sich Vorteile in der Unterhaltung des Hauses, denn die UV-stabile Oberfläche zeigt ein sehr geringes Anschmutzungsverhalten. Das kommt den Vorstellungen des Bauherren entgegen, der seinem Domizil zwar eine Inspektion pro Jahr zugesteht, ansonsten aber postuliert: „Wir wollen das Haus in unserer Freizeit genießen und nicht pflegen!“


Standort Wochenendhaus: Nordsee-Halbinsel Walcheren, NL

Bauherren: privat

Architekt: Erik ten Hove, Wilnis, Niederlande

www.architenhove.nl


Erik ten Hove: „In meinen Entwürfen versuche ich stets, die Lage und die Umgebung in ein gutes Verhältnis zum Sonnenverlauf und den Blickbeziehungen zu setzen.“


Fassadenplatte

Mit der hier eingesetzten Oberfläche war es möglich, eine Betonoptik zu erreichen, ohne dafür notwendige statische Voraussetzungen schaffen zu müssen.


Mehr zum Thema

  • Ferienhaus auf Nordseeinsel in bba Fachartikel

www.hier.pro/bba0917-Ferienhaus



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