Wärmeschutz bei Attiken und Brüstungen

Einpacken oder thermisch trennen?

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Zur Klärung der Frage, ob Attiken und Brüstungen eingepackt oder thermisch getrennt werden sollen, sind statische, bauphysikalische und kostentechnische Argumente zu berücksichtigen. Die Analyse kommt zum Schluss, dass ein Passivhaus-zertifiziertes, tragendes Wärmedämmelement bessere Werte bietet und eine kostenneutrale Lösung darstellt.

Dipl.-Ing. Patricia Sulzbach, Bauphysikerin, | Dipl.-Ing. Nadine Böttrich, Produktmanagerin Wärmedämmung, Schöck Bauteile GmbH | be

Von der römischen Baukunst bis hin zum Klassizismus wurden auf der Attika eines Gebäudes spektakuläre Statuen aufgestellt oder eindrucksvolle Inschriften aufgebracht. Die Attika hat bis heute in der Baupraxis ihren Platz behalten, allerdings als eine eher funktionale, nach oben gerichtete Auskragung über dem Hauptgesims eines Gebäudes, um die Dachkonstruktion zu verdecken und zu schützen. Auch wenn sich der Fokus etwas verschoben hat, heißt das nicht, dass man sich über die Attika heute keine Gedanken mehr macht. Dabei gibt es eine zentrale Frage: Attiken und Brüstungen einpacken oder thermisch trennen?
In erster Linie hat die Attika die Funktion, die Dachkonstruktion zu schützen. Bei Flachdächern ist sie grundsätzlich erforderlich, die Konstruktion ist normativ geregelt. Penthouse-Wohnungen sind sehr begehrt, die Dachterrassen sind oft der Ausgangspunkt einer architektonisch gezielt inszenierten Aussicht und erweiterter Wohnraum. Attiken oder Brüstungen haben in diesem Fall nicht nur eine schützende Funktion für den Dachaufbau, sondern unterstreichen die attraktive, moderne Architektur.
Wärmetechnische Problemstellungen
In der Baupraxis werden Attiken oder Brüstungen häufig eingepackt oder thermisch getrennt. Neben unterschiedlicher Wärmedämmleistung spielen bei der Auswahl der Konstruktion auch die Kosten für das Bauteil eine Rolle, da Attiken oder auch Brüstungen entlang der gesamten Gebäudekante verlaufen. Bei Attika-Anschlüssen ergeben sich die gleichen wärmetechnischen Problemstellungen wie bei Balkonen. Attiken sind jedoch zusätzlich an der Außenecke zwischen Wand und Decke angeschlossen. Somit besteht hier neben der Tatsache, dass die Attika als Kühlrippe wirkt, ein weiterer geometrischer Einfluss durch die Außenecke, die das Oberflächenverhältnis innen/außen ungünstig beeinflusst. Die Verankerung der Attika in der Wand bzw. Decke stellt zudem analog zum Balkonanschluss eine materialbedingte Wärmebrücke dar. Es handelt sich um eine typische konstruktive Wärmebrücke.
Unterschieden wird hier der Wärmeverlust bei Attika-Anschluss einmal mit umlaufender Dämmung und einmal mit thermischer Trennung. Der Anschluss mit umlaufender Dämmung weist hohe Wärmeenergieverluste durch die Attika auf, dies verursacht niedrige Innenoberflächentemperaturen. Dagegen wird beim Anschluss mit thermischer Trennung kaum Wärmeenergie durch das tragende Wärmedämmelement geleitet.
Kostenvergleich: Einpacken versus Wärmedämmelement
Der Vergleich der Baukosten am Beispiel einer Brüstung zeigt, dass nur ein unwesentlicher Unterschied zwischen Einpacken und einer Konstruktion mit Wärmedämmelement besteht. Bei dem berechneten Detail handelt es sich um eine 1,4 m hohe und 16 cm breite Brüstung mit Wärmedämmverbundsystem auf der Fassadenseite. Im Vergleich zu einer Brüstung mit thermischer Trennung muss die Kopf- und Innendämmung, die aufwendigere Befestigung der Dichtung auf der Innendämmung sowie die aufwendigere Befestigung der Abdeckung berücksichtigt werden.
In der Konstruktion mit thermischer Trennung schlagen das im 2 m-Abstand laufend eingesetzte Produkt der Systemlösung sowie die Zwischendämmung zu Buche. Bei normengerechter Planung und fachgerechter Ausführung belaufen sich die Kosten für eine eingepackte Brüstung auf ca. 560 Euro je Laufmeter, die Differenz zur wärmedämmtechnisch effizienteren Lösung mit einer thermischen Trennung sind maximal 20 Euro.
Im Vergleich zu einer Attika ist diese Differenz zwischen Einpacken und thermisch Trennen mit ca. 5 Euro nochmals wesentlich niedriger. Dies resultiert hauptsächlich durch den punktuellen Einsatz der thermischen Trennung. Der Abstand der einzelnen Wärmedämmelemente kann bei einer Attika aufgrund der geringeren Belastung deutlich höher gewählt werden. Diese Analyse beinhaltet dabei allerdings nur die Baukosten; auf weitere Aufwände durch Instandhaltung wird noch eingegangen.
Einfluss der Dämmmethode auf die Bauphysik
Wenn eine Attika umlaufend mit Dämmung eingepackt wird, führt dies im Vergleich zur ungedämmten Variante zu einer Reduzierung des Wärmeverlustes. Der Wärmefluss wird durch die Dämmung vermindert. Im Vergleich zur Verwendung eines thermischen Trennelements, wie dem Schöck Isokorb, ist der Energieverlust aber immer noch um ein Vielfaches höher. Was ist der Grund hierfür? Durch das Einpacken gehört die Attika zum beheizten Gebäudevolumen. Das Ganze lässt sich gut mit einer Hand im Handschuh vergleichen – sie ist eingepackt, aber durch ihre große Außenfläche stark der Kälte ausgesetzt. Wird die Attika bereits auf der Ebene der Decke durch ein Wärmedämmelement thermisch getrennt, liegt sie außerhalb des beheizten Gebäudevolumens.
Ein weiterer Vorteil dabei ist, dass sie durch diese Konstruktionsweise nur punktuell angeschlossen ist und im dazwischenliegenden Bereich eine ungestörte Dämmebene ausgeführt werden kann. Die Attika wird in diesem Fall nicht beheizt und so kann der Energieverlust deutlich reduziert werden. Die Reduktion ist so signifikant, dass diese Lösung als passivhausgeeignet zertifiziert ist und somit den höchsten energetischen Standards entspricht.
Energieverluste bei fehlender Kopfdämmung
Betrachtet man die umlaufend gedämmte Attika etwas genauer, stellt man fest, dass die Energieverluste besonders hoch sind, wenn die Kopfdämmung fehlt. Fügt man eine Kopfdämmung hinzu, wird der Energieverlust somit reduziert. Dies ist allerdings stark von der Höhe der Brüstung bzw. Attika abhängig. Hier kann festgestellt werden, dass der Einfluss der Kopfdämmung mit zunehmender Höhe der Attika bzw. Brüstung abnimmt.
Da die Wärmeleitung für eine längere Strecke einen größeren Widerstand überwinden muss, ist eine kurze ungedämmte Attika energetisch schlechter gestellt als eine hohe. Mit dem neuen Schöck Isokorb Typ Axt, ein Wärmedämmelement speziell für Attiken und Brüstungen, können sehr niedrige ψ-Werte erreicht werden. Dies wird unter anderem durch die Dämmstoffdicke von 120 mm ermöglicht.
Langfristiger Einfluss auf Nutzung und Instandhaltungskosten
Bisher wurden die anfallenden Kosten während der Bauausführung berücksichtigt. Was ist aber mit den Heiz- und Instandhaltungskosten? Eingepackte Bauteile können aufgrund der Ausführung sehr gut mit einem gedämmten Flachdach verglichen werden. Schäden an der Dämmung ziehen Sanierungs- und Erhaltungskosten nach sich.
Ebenso ist die Abdichtungsproblematik durch eine zusätzliche Befestigung von Geländern oder Abdeckungen auf der Dämmung nicht zu unterschätzen. Bei thermisch getrennten Attiken können Geländer und Abdichtungen direkt auf dem Beton befestigt werden. Da die Trennung bereits in der Dämmfuge verläuft, ergeben sich hierdurch auch keine weiteren Wärmebrücken. Ein weiterer Punkt, der sich ebenfalls auf die Kosten niederschlägt, ist der Flächengewinn der Terrasse durch den Entfall der Wärmedämmung an der Innenseite. Da diese in die Nutzfläche einbezogen werden, ist dies eine deutliche Wertsteigerung der Immobilie. Der Wärmeabfluss bei der eingepackten Brüstung bzw. Attika schlägt sich zusätzlich in Heizkosten nieder. Bei Berücksichtigung der unterschiedlichen ψ-Werte der Konstruktion und folgender Annahmen: Energiekosten 8,5 Ct/kWh und Heizgradtage 3 500 Kd/a zeigt der Vergleich, dass sich die Investition in eine thermische Trennung schon innerhalb weniger Jahre amortisiert. Bei einer Attika bereits nach 5,5 Jahre und bei einer Brüstung nach 12,5 Jahren.
Lösung für thermische Trennung
Die thermische Trennung mit dem Schöck Isokorb Typ Axt bietet gegenüber eingepackten Attiken und Brüstungen eine effiziente und kostenneutrale Lösung ohne jegliche Wärmeverluste. Zusätzlich ist es eine nachhaltige und dauerhafte Lösung, ohne weitere Zusatzkosten durch Sanierungsmaßnahmen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Brüstung in Sichtbetonweise ausgeführt werden kann, was der gestalterischen Freiheit maximalen Spielraum lässt.
Bei der Planung von Attiken und Brüstungen auf Passivhausniveau können negative Ψψ-Werte für die Wärme-brückenbilanz genutzt werden.
Das tragende Wärmedämmelement von Schöck ist das einzige, das vom Passivhaus Institut in Darmstadt als wärmebrückenfreie Konstruktion zertifiziert ist.
Im Wärmebrücken-Rechner von Schöck besteht die Möglichkeit, die betreffende Attika bauphysikalisch zu untersuchen: Nach der Wahl der Konstruktion wird die Anschlussausführung bestimmt. Danach erhält der Planer den resultierenden Energieverlust und weitere bauphysikalische Eigenschaften des Anschlusses.


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