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Neubau eines Plusenergie-Wohnhauses in Ostwestfalen

Energetisch effizientes Sechseck

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Das Plusenergie-Wohnhaus am Hang ermöglicht auf unregelmäßigem Sechseck-Grundriss eine nachverdichtende Zweite-Reihe-Bebauung mit Landschaftsweitblick. Der Grundriss passt sich in die Umgebung ein, ergänzt von einer sich nach Süden neigenden Dachfläche. Diese nutzt die Sonneneinstrahlung – Hauptfaktor des Bauvorhabens – mit Photovoltaik.

Anforderung:

Plusenergie-Haus in Hanglage mit ressourcenschonender Technik

Lösung:

Sechseck-Grundriss für optimierte Sonnen- und Tageslichtnutzung; PV-Module mit Speicher und Wärmepumpe


Eva Mittner | be

Geplant hat das Bauvorhaben Harald Semke, Inhaber von pape oder semke Architekten. Er passte mit seinem Team das Haus stimmig in das Hanggrundstück ein. Der Freisitz öffnet sich vom Balkon aus mit einer Tiefe von 1,50 m bis zur 3,0 m tiefen Terrasse. Diese bindet den Koch-, Wohn- und Essbereich barrierefrei und gebäudeeinfassend an den Garten an. Die mit dem Freisitz verknüpften Innen- und Außenräume sind je nach Jahreszeit und Bedarf mit Sonne, Schatten oder Teilschatten versorgt – ein fundamentales Entscheidungskriterium für das Projekt, das Plusenergie-Standard erreicht.

Statik am Hang

Für Baukonstruktion und Statik fand Harald Semke trotz des schwierigen Grundstücks eine Lösung: Statt kostenintensiver Baugrube im felsigen Baugrund wurden – der natürlichen Topographie folgend – nur Einzelfundamente gegründet, die Stützen einer Holz-Stahlkonstruktion tragen. So sparte man Kosten ein und schuf eine interessante Bauform, die den natürlichen Hang belässt. Dank Vorfertigung verkürzte sich die Bauzeit enorm.

Die 44 cm hohen Bodenplattensegmente bestehen aus Traghölzern, beidseitigen Holzwerkstoffplattenbeplankungen und Zellulosebefüllung von Isocell. Die Füllung kompensiert die barrierefrei bedingte Großflächigkeit der Bodenplatte bei Volleinblasung der Dämmung in statischer Tragrippenhöhe, wärmetechnisch und geometrisch optimal.

Flächenoptimiert

Der 65 m2 große zentrale Wohnraum mit Raumhöhen von 2,85 bis 4,20 m fasst Wohnen, Kochen, Essen und Arbeiten flächenoptimiert zusammen. Die rückwärtige Gebäudehälfte beinhaltet barrierefrei alle anderen benötigten Wohnräume auf nur einer Grundrissebene: Schlafzimmer mit angegliedertem Bad, ein kleiner Gästeraum sowie Technikbereich. Der Eingangsbereich richtet sich zweckmäßig nach Norden aus.

Vorrangig wurde Holz als wohltuender Baustoff verwendet: Unbehandeltes Massivholz der Brettsperrholz-Rippendecken aus Weißtanne im Wohnraum, Massivholzdecken in den Schlafräumen, beides von Lignotrend. Weitere Materialien, die die Aufenthaltsqualität steigern, sind gekälkte und geölte Eichenholzböden sowie Dünnputze aus Sumpfkalkschlamm an allen konsequent diffusionsoffenen Wänden und Decken.

Energieoptimiert für Plusenergie-Haus

Als „Technikbereich“ bietet die eingangsnahe Treppe des rückwärtigen Gebäudeteiles Platz für die Geräte zur Wartung von Solaranlage, Energiespeicher und Wärmepumpe. Das Niedrigtemperatur-Wand-/Deckenheizungssystem ist so konzipiert, dass es fehlende Wärme analog zur passiven solaren Gebäudeerwärmung angenehm mild strahlend und automatisiert „nachschiebt“ – und zwar allergikerfreundlich. Zusammen mit den ökologisch-baubiologischen Baustoffen arbeitet das Bauteilheizsystem mit geringen Heizflächentemperaturen und schafft ein gesundheitsförderndes Innenraumklima. Harald Semke konzipierte es selbst und ließ es bauteiloptimiert durch einen sachkundigen Handwerker fertigen.

Das Bauvorhaben glänzt durch enorme Energieoptimierung. Ein größerer Aufwand als die hier verwendete Luft-Wasser-Wärmepumpe mit kombiniertem Pufferspeicher für Heizung und Warmwasser zusammen mit einer vergleichsweise kleinen Photovoltaikanlage plus Batteriespeicher (5,3 kWp PV-Modul mit PV-Speicher 7,2 kWp) wäre nicht gerechtfertigt gewesen. Allein dadurch wurde für dieses Gebäude Plusenergiebilanz erreicht.

Die Photovoltaikmodule von Kyocera wählten die Planer aufgrund der hohen Ausgangsleistung und großen Zuverlässigkeit aus. Die Batteriekapazität mit 7.2 kWh bietet verbesserte Leistung, Dauerhaftigkeit und Ökologie. Mit der verwendeten Split Luft/Wasser-Wärmepumpe (SupraEco A SAS-2 von Bosch-Junkers) wird preisgünstig die Luft der Umgebung als regenerative Energiequelle genutzt – sowohl für Heizung und Warmwasser als auch für die aktive Wohnraumkühlung.

„Das Haus am Hang war für uns eine besondere Bauaufgabe“, berichtet Projektleiter Harald Semke. „Wir entwickelten diesen Holzhybridbau auf Pfählen am naturbelassenen Hang genau nach individuellen Bauherrenwünschen – aber auch überaus energieoptimiert.“


Nutzung: Privatwohnhaus mit Endenergiebedarf von 11,7 kWh/(m²a)

Architekten (alle LP mit Bauüberwachung und Energiekonzept): pape oder semke Architekturbüro, Detmold
www.papeodersemke.de

Statik und wärmetechnische Berechnungen: BCS-Ingenieure GmbH, Lage
www.bcs-ingenieure.de


Architekt Harald Semke: „Entstanden ist ein baubiologisches Plusenergiegebäude, das wir als Low-Cost- und Low-Tec Vorhaben in drei Monaten Bauzeit zu durchschnittlichen Baukosten realisiert haben. (…) Das Ergebnis ist individuell, einfach, verstehbar, schön, barrierefrei und nutzerfreundlich. Eine wunderbare Motivation für weitere Bauvorhaben.“


Gemäß EnEV wurde im gesetzlich vorgeschriebenen Regelnachweis beim Sechseckhaus ein Transmissionswärmeverlust über die Gebäudehülle von 18,3 % weniger als für Neubauten vorgeschrieben nachgewiesen. Der nach EnEV nachgewiesene Jahres-Endenergiebedarf QE liegt mit 11,7 kWh/(m²a) mehr als 80 % besser als für Neubau vorgeschrieben.


Mehr zum Thema

  • Projektbilanzierung nach DIN V 18599

www.hier.pro/DINV_Auslegungen_18599–68632



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