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Luftdicht im System

Pferdeställe zu Kulturzentrum ausgebaut
Luftdicht im System

Dipl. Ing. (FH) Gerard Halama

Der luftdichte Ausbau von Dachgeschossen ist ein aktuelles Thema stets mit kleinen Hindernissen.
In Potsdam wurden die kaiserlichen Pferdeställe, von Karl Friedrich Schinkel geplant, zu einem Kulturzentrum ausgebaut.
Wände atmen nicht
Über Luftdichtungen wird viel diskutiert. Dabei tauchen immer wieder unausrottbare Begriffe wie „atmende Wände“ auf.
Erstaunlich ist, wie zäh sich diese ursprünglich aus der Werbesprache stammende Wortschöpfung selbst im Gebrauch unter Fachleuten hält.
Wie sagte es Prof. Dr. Gertis einst sinngemäß: Durch das Schlüsselloch eines Badezimmers strömt mehr feuchte Luft heraus, als durch alle umfassenden Wände dieses Bades zusammen.
Natürlich müssen Baukonstruktionen die Möglichkeit haben, ihre Feuchtigkeit abzuleiten und auszutrocknen. Diese Wände atmen aber nicht, sie trocknen durch langsame Diffusionsvorgänge aus.
Luftdichte Konstruktionen erfüllen vor allem den Sinn, die eingesetzten Dämmstoffe trocken und funktionstüchtig zu halten. Und auch hierbei ist mit dem Märchen ein Ende zu machen, dass Schadensfeuchte von außen kommt.
In den meisten Fällen stammt die Feuchte in schadhaften Konstruktionen aus dem Inneren der Räume, aus Duschen oder Küchen. Dort entstehen die Mengen an Wasserdampf, die den Konstruktionen zu schaffen machen. Und vor allem dort gilt es die Luftdichtung zu installieren. Und es werden dafür nicht irgendwelche Folien und Klebebänder genommen, sondern ganz spezielle Folien und ganz spezielle Klebestoffe eingesetzt. Denn nur im System lassen sich luftdichte Ebenen erzeugen, die tatsächlich und über Jahrzehnte funktionieren.
Luftdichtungsebene exemplarisch
Am Beispiel eines Bauvorhabens in Potsdam sei hier exemplarisch eine vorbildliche Planung und der Einbau einer Luftdichtungsebene dargestellt. Dabei werden auch Unwägbarkeiten beschrieben.
Das Objekt, um das es sich hier handelt, sind die Kaiserlichen Pferdeställe. Einst wurden diese Bauwerke 1829 von Karl Friedrich Schinkel erbaut.
Die Ställe gehörten zur ersten Kasernenanlage in Deutschland. Bis dahin wurden Soldaten der kaiserlichen Armee privat einquartiert. In Potsdam entstand damals erstmals eine professionelle Unterkunft für Soldaten, Offiziere und Pferde – eine riesige Kaserne.
Die Pferdeställe erlebten in den zurückliegenden Jahrhunderten die verschiedensten Nutzungen. Selbst der russische KGB hat hier residiert.
Jetzt entsteht im Rahmen der Sanierung des Quartiers Schiffbauergasse in den alten Pferdeställen mit angeschlossener Reithalle ein Kulturzentrum.
Dazu mussten die Räume des Zentrums für Kunst und Soziokultur grundlegend saniert, umgebaut und so gut es geht, vor allem im Bereich der großen Dachgeschosse, mit Wärmedämmung versehen werden.
Es wurden schadhafte Holzbalken ausgetauscht, Teile der Konstruktion erneuert und wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt.
Neue Nutzungen als Theater-, Ausstellungs- und Vortragsräume bringen wieder Leben in die lange ungenutzten, aber in bester zentraler Lage einst dahinsiechenden Bauten.
Bedingung: Einsatz im System
Beim Einbau der Luftdichtungen ist es bei weitem nicht damit getan, die Folien sauber untereinander und an die umschließenden Wände zu verkleben.
Es stellt sich die Frage, wo verlaufen Technikebenen, Lüftungen oder Kabelkanäle? Wie sind die Baustoffe beschaffen, an die diese Lüftungsebene angeschlossen werden sollen? Sind diese Oberflächen trocken und glatt genug, um eine sichere und dauerhafte Verklebung zu gewährleisten?
Im Fall des Kulturzentrums entscheiden sich die Architekten für eine 20 cm dicke Zwischensparrendämmung und das LDS Luftdicht-Dämmsystem von Knauf Insulation.
Das System ist auf eine Haltbarkeit von 50 Jahren getestet und erfüllt damit zurzeit die höchsten Anforderungen an eine solche Funktionsebene.
Bedingung ist allerdings der Einsatz im System, denn nur wenn Folien und Klebebänder aufeinander abgestimmt sind, gelingt das Unterfangen auch dauerhaft.
Im vorliegenden Fall planten die Architekten, die Technikebene in einen ohnehin vorhandenen Drempel zu legen. Alle Versorgungsleitungen verlaufen im Inneren des Gebäudes, d.h. die Luftdichtungsebene wurde so gelegt, dass sie später nicht mehr unplanmäßig für die Verlegung irgendeines vergessenen Kabels perforiert und wieder geflickt werden muss.
Die großen, langen Dachräume wurden durch Giebelwände aus KS-Blöcken mit Dünnbettmörtel und mörtelloser Stoßfuge in einzelne Räume unterteilt. Das Giebeldreieck ist oberhalb des gezahnten KS-Mauerwerks mit Beton glatt betoniert. In den Wänden sind im Bereich des späteren Drempels Durchbrüche für verschiedene Medien vorgesehen.
Das ausführende Trockenbauunternehmen musste neben der Dämmung vor allem eine luftdichte Ebene herstellen.
Im ersten Schritt wurden auf Höhe der späteren Luftdichtung die KS-Wand und der aufbetonierte Betonstreifen mit einem schnell abbindenden Kunstharzspachtel geglättet. Damit verfüllten die Handwerker etwaige Kiesnester im Beton. Daneben wurde der unter Umständen zu feuchte Untergrund für eine Verklebung vorbereitet, denn der schnell abbindende und ebenso schnell trocknende Kunstharzspachtel ist eine gute Basis für eine Verklebung.
Mit diesem Spachtel wurden auch die offenen Stoßfugen der KS-Vermauerung geschlossen. Die Stoßfugentechnik ohne Mörtel ist weit verbreitet und findet neben den KS-Steinen ebenso Einsatz zum Beispiel in Bims oder Ziegelmauerwerken.
Unvermörtelte Stoßfugen
Mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Verzahnung der Stoßfugenbereiche wird das Mauerwerk optisch dicht. Anschließend verputzt, spielt die unvermörtelte Stoßfuge dann keine Rolle mehr. Doch soll an solche Mauerwerksflächen bereits im Rohbau eine Luftdichtungsebene angeschlossen werden, gibt es Probleme. Verlaufen nämlich die Luftdichtungsebenen quer über moderne Mauerwerke mit nicht vermörtelten Stoßfugen, kann Raumfeuchte über die Stoßfugen entweichen. Fazit: Neben einer bewussten Planung ist auch die qualitativ hochwertige Ausführung von Luftdichtungsebenen von allergrößter Bedeutung für einen funktionierenden Wärme- und Feuchteschutz. Das LDS-System bietet in dieser Hinsicht ein hohes Maß an Sicherheit.
Architekt: Helmut Riemann Architekten GmbH, Lübeck Bauleitung: Architektengemeinschaft Maier und Zierhut GbR, Potsdam

Luftdicht für 50 Jahre und mehr
Knauf Insulation lies nach eigenen Angaben als erster Dämmstoffhersteller sein System aus Dampfbremsen und Klebebändern auf eine 50-jährige Dauerhaftigkeit der Verklebungen testen. Das LDS-System entspricht damit zuverlässig den Forderungen der EnEV. Das System besteht aus den Thermolan-Produkten Unterspannbahn LDS 0,02 (sd # Wert 0,02 m), der Dampfbremse LDS 2 (sd-Wert = 2 m) oder LDS 100 (sd-Wert . 100 m), dem Klebeband Soliplan (Kraftpapier) und Soliflex (dehnbare Folie), dem Dichtkleber Solifix und dem Dichtband. Neu im System sind die Kleberaupe von der Rolle und verschiedene Luftdichtheitsmanschetten.
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