Neubau einer Unternehmenszentrale in Wetzlar

Effizienz im Fokus

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Die neue Unternehmenszentrale der Leica Camera AG markiert für die traditionsreiche Marke Anfang und Rückkehr an ihre historische Stätte im 100. Jahr der Leica Fotografie. Temperiert wird das vom Architekturbüro Gruber + Kleine-Kraneburg ent- worfene Gebäude mit Betonkernaktivierung und Flächenheizung.

Auf 27 000 m2 Grundfläche ist ein hochmodernes Gebäudeensemble für 700 Mitarbeitern aus Produktion, Verwaltung, Akademie und Customer Care der Leica Camera AG entstanden. Frei einsehbare Fertigungsbereiche, ein Erlebnisbereich, eine Leica Galerie sowie ein Store, ein Fotostudio, Restaurant und Kaffeehaus ergänzen das Angebot für Besucher. Ein zentraler Platz verbindet den Hauptsitz der Leica Camera AG mit den bereits im Leitz-Park bestehenden Firmengebäuden.

Das von der HPI Himmen Ingenieurgesellschaft entworfene und in Zusammenarbeit mit Imtech Deutschland umgesetzte Energiekonzept hatte die architektonischen Belange genauso zu berücksichtigen wie die funktionalen Anforderungen an die Temperierung des öffentlichen Bereichs, der Fertigungsflächen mit Reinraumtechnik sowie der Büroflächen.
Dem Team um Projektleiter Dipl.-Ing. Jürgen Drolshagen ist es gelungen, mit dem Energiekonzept den Energieverbrauch gegenüber den Anforderungen der EnEV 2009 um 46,4 % zu unterschreiten.
Das Gebäude ist mit dem Greenbuilding-Zertifikat der EU ausgezeichnet und hat eine Präqualifikation des DGNB in Gold erhalten. Eine Bachelorarbeit der Europäischen Studienakademie Kälte-Klima-Lüftung (ESaK) dokumentiert, dass hier gegenüber einem konventionellen Energiekonzept mit Gasbrennwertkessel und Kompressionskältemaschinen 2 773,6 Mwh/a Primärenergie und 773,1 t/a eingespart werden. Die höheren Investitionskosten rechnen sich demnach bereits nach fünf Jahren und zwei Monaten Betriebszeit. Der ermittelte Primärenergiebedarf des Gebäudes von 108,1 kWh/m2a wird mit Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung erzeugt. Diese verknüpft die Energieerzeugung mit Gas-Blockheizkraftwerken und angekoppelten Absorptionskältemaschinen mit Wasser-Sole-Wärmepumpe.
Zwei Drittel der Energie werden von BHKW und ein Drittel via Wärmepumpe erzeugt. Der Erzeugerverbund aus Absorber, BHKW, Brennwertkessel, Kältemaschinen und Wärmepumpe wird mit einer eigens hierfür entwickelten Steuerung gemanagt.
Betrieben werden der öffentliche Bereich des Gebäudes und die Büroflächen mit Zent-Frenger Betonkernaktivierung Batiso und Uponor Flächenheizung Classic im Niedertempe-raturbereich. Die Energie für die Wärmepumpen wird mit 80 Erdsonden aus 120 m Tiefe gewonnen. Die Erdsonden – als Quelle und auch als Senke zur Kühlung genutzt – werden, haben eine Entzugsleistung von 1 200 MWh/a.
Die Sole vom Erdsondenfeld wird im vorgedämmten erdverlegten Rohrsystem Ecoflex in den Sprinklertank im Gebäude geleitet und dort der Wärme-pumpe zugeführt. So wird die Sole von 10 °C auf 15 °C erwärmt, zudem das Sprinklerwasser auf konstante Temperatur von 15 °C gekühlt. Das Wasser wird zur Kühlung der Produktionsmaschinen genutzt; die erwärmte Sole erhöht zudem die JAZ der Wärmepumpe auf 4.
Wärme und Kühlung
Die Energie für Beheizung der RLT-Anlage und zur Trinkwassererwärmung wird mit zwei gasbetriebenen Blockheizkraftwerken (Jahresleistung 3 100 MWh/a) erzeugt. Die erzeugte Stromjahresleistung von 2 080 MWh/a wird im Gebäude genutzt oder ins öffentliche Netz eingespeist.
Im Kühlfall wird die Grundlast mit Absorptionskältemaschine abgedeckt, die über BHKW mit Wärme versorgt wird. Zudem werden die Wärmepumpen als Kältemaschinen betrieben. Bei Spitzenlasten werden drei weitere Kompressionskältemaschinen zugeschaltet. Mit freier Kühlung aus den Erdsonden werden der öffentliche Bereich und die Büroflächen mit Betonkernaktivierung, Flächentemperierung und Kühldecken gekühlt. Ziel ist es, das Gebäude in Übergangszeiten ohne energieintensive Kältemaschinen zu betreiben.
Das von HPI Himmen entwickelte Energiekonzept basiert auf einer detaillierten Lastberechnung, die auch den Einfluss des solaren Eintrages ins Gebäudeinnere durch Sonnenstände berücksichtigt.
Im EG ist eine elegant als Galerie ausgeführte Doppelwand entstanden. Hinter geschosshohen Glaselementen sind Betonwände gesetzt, die mit Zent-Frenger Batiso thermisch aktiviert sind. Die Wände und Böden können entsprechend des solaren Eintrages und der im Zwischenraum gemessenen Raumtemperatur gekühlt und erwärmt werden. Dadurch können im Zusammenwirken mit innen liegendem Sonnenschutz die Lasteinträge abgefahren werden. Die Besucher empfinden damit trotz großer Glasflächen in der Galerie dank der unsichtbaren Strahlungskälte und -wärme ein angenehmes Raumklima.
Zusätzlich wird auch der Fußboden in der Galerie mit der Uponor Fußbodenheizung thermisch aktiviert. Die zwischen Glas- und Betonflächen entstandene Galerie funktioniert als thermischer Puffer, damit in großen Produktionsräumen eine konstante Temperatur (21 °C) und definierte Luftfeuchtigkeit (50 %) geschaffen werden können.
Entwurf: Architekturbüro Gruber + Kleine-Kraneburg, Frankfurt Energiekonzept: Projektleiter Dipl.-Ing. Jürgen Drolshagen, HPI Himmen Ingenieurgesellschaft, Köln Imtech Deutschland, Frankfurt/Main


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