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Stilgerecht adaptiert

Umnutzung von Geschäfts- zu Wohnraum in London
Stilgerecht adaptiert

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Wohnen in der Innenstadt von London: Geht das überhaupt? Die gelungene Umnutzung von Geschäftsraum in Wohnraum in der Regent Street zeigt, dass es geht. Dabei ist nachhaltiger Umgang vorhandener Gebäudesubstanz dank zeitgemäßer Fenstersysteme mit sehr filigranen Stahlprofilen nicht nur möglich, sondern beschert auch ein besonderes Wohnerlebnis.

Anne-Marie Ring, München | be

Die Regent Street gehört zu den bekanntesten Einkaufsstraßen Londons; von der Anzahl der Besucher steht sie den hoch frequentierten Shoppingmeilen der Welt wie der Champs-Elysées oder der 5th Avenue in nichts nach. Ähnlich wie die großen Boulevards in Paris entstand auch die Regent Street am Reißbrett und war wie diese eine städtebauliche Intervention im großen Maßstab. Der Architekt John Nash brach hier Anfang des 19. Jahrhunderts eine Pracht- und Zeremonienstraße für den Prinzregenten und späteren König Georg IV. in die vorhandene, eng bebaute mittelalterliche Stadtstruktur. Als herausragender Architekt der Regency-Periode – Nash war Hofarchitekt unter Georg IV. – verwirklichte er zahlreiche Bauprojekte und gab der Innenstadt von London ein neues, klassizistisches Gesicht.
Bis heute gehört der größte Teil der Regent Street zum Immobilienbesitz der Krone, auch wenn nahezu alle seinerzeit von Nash errichteten Gebäude in den 1920er-Jahren durch Bauten im Neobarockstil ersetzt wurden. Zwar stehen auch die meisten dieser Fassaden unter Denkmalschutz (Grade II), aber Bauen im Bestand hat viele Fassetten, wie man am Beispiel „27, Regent Street“ sieht:
Wenn der Bereich des denkmalpflegerisch zu Schützenden – wie hier – nicht mehr die originalgetreue Rekonstruktion der historischen Befensterung umfasst, sondern der Schwerpunkt
die Realisation einer nachhaltigen Gebäudehülle für zeitgemäße neue Nutzung bildet, dann steht die möglichst stilgerechte Adaption der historischen Fensterkonstruktion im Vordergrund.
Der enge gestalterische Spielraum für die Anpassung von historischen Bauten an heutige bauphysikalische Anforderungen – besonders den baulichen Schall- und Wärmeschutz – stellt für die planerische Praxis stets eine besondere Herausforderung dar. Oberstes Ziel sollte die Harmonie der ästhetischen Erscheinung bleiben. Bei den reich gegliederten Fassaden dieses Bestandes war für die Kompatibilität zwischen der Fassadenarchitektur und der Ersatzbefensterung die kleinteilige Gliederung der vorhandenen Fassadenöffnungen entscheidend.
Stahlprofile für neue Fenster
Die Architekten entschieden sich für die stilgerechte Erneuerung der großen Fensterflächen mit einem Stahlprofilsystem, das ursprünglich für die Sanierung einer Industriehalle entwickelt wurde. Mit dem äußerst filigranen Profilsystem Janisol Arte von Schüco Stahlsysteme Jansen – es weist Profilansichtsbreiten von nur 25 bis 40 mm auf, bei einer Bautiefe von 60 mm – lässt sich auch bei der Umnutzung vorhandenen Baubestands zu Wohnraum die Wärmeschutzverordnung problemlos einhalten.
Und wenn, wie hier bei einigen Fensterachsen, die in Richtung Piccadilly Circus weisen, erhöhte Anforderungen an den Schallschutz zu erfüllen sind, dann lassen sich diese mit einer Doppelfensterlösung realisieren. Bei den über 220 cm hohen Fenstertüren wurde Janisol Arte aus statischen Gründen mit Janisol Primo kombiniert. Da beide Profile die gleiche Bautiefe aufweisen, ist auch das problemlos möglich. Für eine gelungene Wohnarchitektur ist nichts vorteilhafter als Helligkeit und Licht, um angenehme Räume zu schaffen; das zeigen die Bilder des Regent Street Projektes. Eine ganz besondere Rolle spielen hier die äußerst filigranen Stahlprofile Janisol Arte, die ein feines Netz vor die großen Fensteröffnungen spannen und so innen mit außen wohltuend verbinden.
Moderne Standards in Bezug auf Schall- und Wärmeschutz müssen dabei nicht vernachlässigt werden. Wenn es also wie hier gelingt, die Gefahr der Dissonanz zu vermeiden, die durch historisch unpassende Fensterelemente unweigerlich entsteht – dazu ist das Bauteil Fenster für die ästhetische Gesamtwirkung der Architektur einfach zu entscheidend –, dann steht der nachhaltigen Nutzung vorhandener Strukturen nichts im Weg. Aber auch im modernen Wohnungsbau lässt sich bei vielen starkrahmigen Fensterkonstruktionen so manches Beispiel finden, das durch eine Gliederung der großen Verglasungsflächen mit filigranen Sprossenelementen architektonisch gewinnen könnte.
Denkmalgerecht und zeitgemäß
Mit dem Stahlprofilsystem Jansiol Arte bietet Schüco Stahlsysteme Jansen Architekten und Planern nicht nur eine attraktive Alternative für das Bauen im Bestand – auch bei Neubauvorhaben lassen sich mit dem dezenten Profilsystem zeitgemäße Lösungen realisieren. Das System basiert auf einer völlig neuartigen Profil- und Verbindungstechnologie. Verschiedene anerkannte Prüfinstitute haben Janisol Arte geprüft, es hat die CE-Klassifizierung nach EN 14351–1 mit besten Werten erreicht. Mit dem schlanken Stahlprofilsystem sind Fenstergrößen von bis zu 800 auf 1600 mm möglich – als ein- oder zweiflügeliges Drehfenster nach innen oder außen öffnend, als einflügeliges Kipp- oder Klappfenster oder als einflügeliges Senkklappfenster nach innen oder außen öffnend.
Architektur: Eric Parry Architects, GB-London


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