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Stahlprofil-System für Türen und Glasflächen

Neubau Bauhaus-Museum in Weimar
Robust für hohe Frequenz

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100 Jahre nach Gründung hat das Bauhaus in Weimar ein eigenes Gebäude bezogen. Bei dem selbstbewussten, minimalistischen Kubus kamen nur wenige Materialien – Beton, Glas und Stahl – zum Einsatz, ganz im typischen „Bauhausstil“. Zur Realisierung der teils großformatigen Glasflächen wählten die Architekten bewährte Stahlprofil-Systeme, die hier auch die Konstruktion der Türen einbezogen.

Anforderung:

Museumsneubau im Bauhausstil: Reduziert mit ausgewählt wenigen Materialien

Lösung:

Türen auf Basis eines Stahlprofil-Systems für individuelle und funktionelle
Anwendungen


Anne Marie Ring, München | be

2019 beging das Bauhaus 100-jähriges Jubiläum. Die legendäre Architektur- und Designschule, deren Novum die gemeinsame Ausbildung von Künstlern, Handwerkern und Architekten war, gilt als Wegbereiter der Moderne – zunächst in Weimar, später in Dessau und Berlin. Ab 1925, als die Kunstschule aus dem konservativen Weimar in die Industriestadt Dessau umzog, rückte die neu eingerichtete Architekturabteilung in den Mittelpunkt der Ausbildung. Walter Gropius entwarf das neue Schulgebäude mit großer Glasfassade und weiteren Details, die bis heute den Stil des Bauhauses prägen: Kubische Formen, klare Linien sowie Verzicht auf alles schmückende Beiwerk ohne Funktion.

Zum 100. Gründungsjahr hat das Bauhaus erstmals auch am Ort seiner Gründung ein eigenes Gebäude bezogen. Reduziert selbstbewusst und mit klarer Formensprache fügt sich der Neubau nach Entwurf von Prof. Heike Hanada, Berlin, in Kooperation mit Prof. Benedict Tonon, Berlin, in den Hang des Weimarhallenparks ein. So markiert der Standort den Bruch, den die Aufschüttung des Geländes für den Bau des nationalsozialistischen „Gauforums“ in direkter Nachbarschaft verursachte. Diese Nachbarschaft hatte das Bauhaus schon 1933 aus Deutschland vertrieben. Dem riesigen Komplex stellten Hanada / Tonon einen minimalistischen Kubus auf Betonsockel gegenüber.

Besucher erreichen den Museumseingang entweder vom Weimarhallenpark aus über eine vorgelagerte Terrasse mit Cafeteria im UG oder von der Stadtseite her über ein großzügiges Foyer im EG. Diese Eingangshalle ist Ausgangspunkt für alle Wege im Museum. Die insgesamt fünf Ebenen sind über jeweils zweigeschossige Kaskadentreppen miteinander verbunden. Horizontale und diagonale Blickbeziehungen in die angrenzenden Lufträume machen auf die einzelnen Funktionsbereiche aufmerksam. Der Rundgang mündet in einer Himmelsleiter, die vom obersten Geschoss zurück ins EG führt.

Vielseitig gestalten mit Stahlprofil

Wenige Materialien kennzeichnen den nach außen weitgehend geschlossenen Kubus. Fußboden und Wände entsprechen in Materialität und Haptik dem Betonsockel im Außenbereich. Nur wenige Öffnungen durchbrechen die Fassade. Der Tradition des Bauhauses folgend, wählten die Architekten Stahlprofile zur Realisierung der teils großformatigen Konstruktionen. Das rund 9 m hohe Eingangsportal – eine Pfosten-Riegelkonstruktion mit zwei automatischen Drehtüren und einer Karusselltür – wurde aus dem Stahlprofil-System Viss der Jansen AG in einer Ansichtsbreite von nur 50 mm gefertigt. Allerdings erfuhren die Profile eine Sonderbehandlung: Auf Wunsch der Architektin wurden sie mit Galvalume überzogen, einem Feinblech mit einer Aluminium-Zink-Veredelung.

Senkklappfenster an der Fassade bilden den Verlauf der Himmelsleiter ab. Der Metallbauer montierte sie als objektspezifische Sonderkonstruktion in einen Rahmen aus dem Stahlprofilsystem Viss. Eine Zustimmung im Einzelfall erteilte die obere Baubehörde mit Sitz in Weimar für die raumhohen Brandschutztüren im Inneren des Gebäudes. Ausgeführt wurden sie aus dem Stahlprofilsystem Janisol 2 EI30 als ca. 3 m hohe, vollverblechte Konstruktion. Die Cafeteria lässt sich mit Hebeschiebetüren aus dem Profilsystem Janisol zur Terrasse hin öffnen. Nicht zuletzt ermöglicht eine dreiflügelige Falttür die problemlose Anlieferung auch größerer Objekte. Hierbei handelt es sich um eine Sonderanfertigung aus dem wärmegedämmten System Janisol HI (HI: High Insulation).

Die Vielzahl der unterschiedlichen Elemente am Neuen Bauhaus Museum Weimar belegt überzeugend: so individuell die gestalterischen Vorstellungen der Architekten auch sein mögen – mit Stahlprofil-Systemen von Jansen lassen sich robuste Konstruktionen für hoch frequentierte Anwendungen realisieren, die lange Zeit zuverlässig funktionieren.


Stiftung: Klassik Stiftung Weimar

Architektur: Prof. Heike Hanada, laboratory of art and architecture, Berlin; mit Benedict Tonon, Berlin, und Architekturbüro
Manfred Schasler, Berlin
www.b-tonon.de
www.schasler.de

Metallbauer: Itema Industrietechnik GmbH, Suhl


Klassik Stiftung Weimar zum Neubau: „Als Ort der offenen Begegnung und Diskussion erinnert es an die frühe Phase der bedeutendsten Design- und Kunstschule des 20. Jahrhunderts und verknüpft deren Geschichte mit Fragen zur Lebensgestaltung von Heute und Morgen.“


Sonderbehandlung für Pfosten-Riegelkonstruktion des
9 m hohen Eingangsportals: Auf Wunsch der Architektin wurden die Stahlprofile mit „Galvalume“ überzogen, einem Feinblech aus einer Aluminium-Zink-Veredelung.


Mehr zum Thema

  • Architektin Hanada zum Museumsbau

www.hier.pro/youtube_Statement_Architektin

Bauen mit Stahlprofil-Systemen

https://www.bba-online.de/fachthemen/bauelemente/denkmalgerecht-rekonstruiert/



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