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Offen für Veränderungen mit variablem Tageslichteinfall

Neubau eines Wohn- und Gewerbegebäudes in Hamburg-Wilhelmsburg
Offen für Veränderungen mit variablem Tageslichteinfall

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Das „Hybrid House“ wurde von KPW-Architekten als Exzellenz-Projekt der IBA für ein nutzungsunabhängiges bzw. gemischt genutztes Wohn- und Gewerbegebäude geplant: Wohnen und Arbeiten sind mit flexibel anpassbarem Flächenbedarf, variablem Tageslichteinfall und nachhaltiger Energieeffizienz möglich.

Ein Blick auf die zentralen Ideen und Umsetzung in einer transparenten und zugleich energieeffizienten Gebäudehülle des „Hybrid House“ zeigt Perspektiven auf die Architektur der Zukunft. Systemtechnik sorgt in Fassaden und Dächern für die intelligente und ästhetisch ansprechende Variation des zentralen Themas „Transparenz“ und Tageslichteinfall.

Die Grundidee des IBA-Projektes Hybrid House als exemplarisches Beispiel für eine zukünftige Gebäudeentwicklung besteht darin, flexibel nutzbare Einheiten zum Wohnen und Arbeiten anzubieten, die sich den verändernden Anforderungen der Nutzer anpassen können. Die Grundrisse erlauben es, dass der Flächenbedarf zwischen den jeweiligen Nutzungen dynamisch wachsen bzw. schrumpfen kann, so dass den Bewohnern ein Höchstmaß an Flexibilität geboten wird. Insgesamt umfasst das Gebäude 16 Nutzungseinheiten mit Größen zwischen ca. 70 m² und ca. 135 m².
Die gebäudetechnischen Standards für die raumlufttechnische und elektrische Versorgung sind für alle Nutzungsarten vorgerüstet. Das Gebäude erfüllt zudem ein Höchstmaß an energetischen Anforderungen.
Grundrissplanung
Die innovative Grundidee des aus zwei Baukörpern bestehenden Objektes wird durch eine durchdachte Architektur mit neuartigen Grundrissen umgesetzt. Insgesamt 16 Einheiten, größtenteils Maisonetten, sind durch die Kombination aus einem Ost-West- und einem Nord-Süd-Modul in alle vier Himmelsrichtungen ausgerichtet. Dank dieser Bauweise ergeben sich pro Wohneinheit Blicke in alle Richtungen und damit vier spezifische Tageslichtsituationen, wie sie sonst nur in einem freistehenden Haus möglich sind. Loggien und Gärten schaffen die Verbindungen zum Freien. Eine Dachterrasse für die oberen Maisonetten sorgt für zusätzliche Ausblicke – beispielsweise auf den angrenzenden Inselpark.
Das Hybrid House geht damit speziell auf die Bedürfnisse von Menschen ein, die phasenweise und zu unterschiedlichen Tageszeiten auch zu Hause, vom eigenen Büro oder Atelier aus arbeiten.
Mit seiner gebauten räumlichen Vielfalt ist das Hybrid House sowohl zum Arbeiten als auch zum Wohnen geeignet. Eine zentrale Außenerschließung durch ein gemeinsames Treppenhaus und einen Laubengang erlaubt die konsequente Umsetzung des modularen Systems bei gleichzeitig freier Aufteilung der Grundrisse. Ob auf der unteren Ebene gearbeitet und oben gewohnt, oder aber Arbeitsplätze auf beiden Etagen in die Wohnung integriert werden, steht den Bewohnern frei.
Um eine noch größere Variabilität der Grundrisse zu erreichen, bieten beide Gebäudeblöcke zusätzliche Einheiten in der ersten und dritten Etage an, die bei Bedarf den benachbarten Maisonetten zugeschlagen werden können. Durch seine Flexibilität in Bezug auf Größe und Aufteilung der Einheiten kann das Haus auf sich wandelnde Lebensumstände und Bedürfnisse seiner Umwelt und Bewohner reagieren.
Konstanter Energiestandard auch bei wechselnder Nutzung
Das Hybrid House nutzt baulich und anlagentechnisch durchgehend umweltschonende, nachhaltige Gebäudetechniken – es erfüllt damit den Energieeffizienzhaus 70-Standard. Beiträge dazu leisten neben den baulichen Maßnahmen die zentrale Wärmeversorgung über einen Fernwärmeanschluss sowie über eine kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärme- und Feuchterückgewinnung.
Nachhaltigkeit ist aber auch über Flexibilität bereits im Nutzungskonzept eingeplant: Der bauliche Aufwand eines Nutzungswechsels ist im Vergleich zu herkömmlichen Wohngebäuden sehr gering. So werden bei einer Zusammenlegung, Verkleinerung oder Umnutzung der Einheiten nicht nur Zeitaufwand und Kosten gespart, sondern auch der Materialverbrauch kann so niedrig wie möglich gehalten werden.
Ein Umbau aufgrund sich ändernder privater und/oder gewerblicher Umstände der Bewohner/Nutzer stellt somit nie das gesamte Gebäude in Frage, sondern ist bereits Teil des nachhaltigen Gesamtkonzepts des Hauses.
Variable Ideen für den Lichteintrag
Der Tageslichteintrag in das Innere der beiden Baukörper wird über unterschiedliche Formen von Lichtöffnungen in Fassaden und Dächern realisiert. Die dafür verwendete Systemtechnik von Schüco ist dabei sowohl gestalterisch als auch funktional und energetisch mit prägend für die Architektur des Objektes. Horizontal strukturierend wirken die von vorstehenden grauen Bleicheinfassungen gerahmten Aluminium-Fensterkonstruktionen, die geschossweise mit weiß verputzten, weitgehend geschlossenen Fassadenbereichen alternieren. Dort, wo die Putzfassade sich dem Lichteinfall öffnet, geschieht dies über Gruppen von jeweils vier schmalen vertikalen Fensterelementen, die aufgrund ihrer winkelig zum erwünschten Lichteinfall arrangierten Position die Anmutung von Kiemen haben.
Die großen Fensterelemente, gefertigt aus dem System Schüco AWS 75.SI, sind durchgängig ca. 2,50 m hoch. In der Breite variieren sie je nach Fassadenausrichtung und Einbausituation in zwei Ausführungen zwischen ca. 2,80 m und 4,80 m. Teile der Elemente sind mit öffenbaren Einsatzflügeln ausgestattet. Eine weitere Besonderheit stellen die sechs großen, horizontal arrangierten Lichtdächer aus dem System Schüco AWS 57 RO dar, die zu Belüftungszwecken motorisch betrieben werden können.
Energetisch relevante Aspekte wie erhöhte Wärmedämmung in der kälteren Jahreszeit sowie Sonnen- und Blendschutz wurden in Abhängigkeit von der Fassadenausrichtung individuell behandelt.
Die durchgängige Dreifach-Isolierverglasung integriert in Teilbereichen Sonnenschutzglas und variable Beschattungselemente sorgen an sonnenexponierten Fassadenbereichen und vor Balkonen für wirksame Beschattung. Kalkulierter Nebeneffekt der hoch isolierten Aluminium-Rahmenkonstruktionen mit Dreifach-Isolierverglasungen ist eine erhöhte Schallschutzwirkung.
Drei Häuser, drei Ansätze
Als erstes Hybrid House eröffnete 2011 das 4-geschossige igs-Zentrum, das bis Ende 2013 als Geschäftsstelle und Besucherzentrum genutzt wurde. Nach 2013 endete dieser erste Nutzungszyklus und das Haus steht für eine gemischte Nachnutzung bereit. Hier entfaltet sich erstmals die ganze Besonderheit des Gebäudes, denn der Nutzungswandel war mit einem äußerst geringen Umbauaufwand verbunden. Durch ein System aus Stützen und modular aufgebauten Obergeschossen können sich die einzelnen Bereiche den wandelnden Bedürfnissen der Nutzer anpassen: Büros wurden in Wohnungen umgewandelt und das Untergeschoss in große oder kleine Gewerbeeinheiten.
Gleich neben dem igs-Zentrum befindet sich das aus zwei Baukörpern bestehende und schlicht „Hybrid House“ genannte Gebäude mit zwölf Maisonette-Einheiten im Eigentum. Im Tagesverlauf unterschiedliche Lichtverhältnisse für Wohnen und Arbeiten – das ist die besondere Idee dieses Gebäudes mit seinen neuartigen Grundrissen und verschachtelten Einheiten. Wie in einem freistehenden Haus bietet jede Einheit einen Blick in alle vier Himmelsrichtungen und geht damit auf die Bedürfnisse von Menschen ein, die phasenweise auch von zu Hause aus arbeiten.
Das dritte Projekt der Hybrid Houses mit dem Titel „Hybride Erschließung“ wird südlich im Park, am Kanukanal, errichtet. Dieses Haus garantiert maximale Flexibilität auf der Etage und basiert wesentlich auf einer durchdachten Erschließungsstruktur. Wohnen und Arbeiten kann hier klar getrennt und nebeneinander funktionieren und mit geringem Aufwand auch miteinander verbunden werden. Innerhalb des Gebäudes können mehrere Einheiten horizontal kombiniert und sogar vertikal in Form von Maisonette-Einheiten organisiert werden.
Architekturbüro: Kleffel Papay Warncke Architekten Partnerschaft, Hamburg, Leistungsphasen 1–6 Projektmitarbeiter: N. Willms, O. Oellrich, D. Dietz, A. Klein, S. Weber


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