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Janusköpfig

Neubau eines Mehrgenerationenhauses in Amsterdam
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Inmitten einer individuell gestalteten Zeilenbebauung im Amsterdamer Norden hat das vor Ort ansässige Architekturbüro BETA ein kontrastreiches Mehrgenerationenhaus fertiggestellt: Zur Straße präsentiert sich der fünfgeschossige Bau vergleichsweise geschlossen mit einer schwarzen Lochfassade, rückseitig öffnet er sich mit einer durchgehenden Glasfront zum Garten. Dabei kam Dreifach-Isolierglas zum Einsatz.

Anforderung:

Fassade zum Garten großflächig
transparent öffnen

Lösung:

Raumhohe Fenster- bzw. Schiebetürelemente in Dreifach-Isolierverglasung mit reduziertem Gewicht


Robert Uhde

Ähnlich wie bei uns war es auch in den Niederlanden noch bis in die 1950er-Jahre hinein weit verbreitet, dass mehrere Generationen gemeinsam unter einem Dach lebten. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegsjahrzehnte und dem weiteren Ausbau von Sozialleistungen ist diese Wohnform zumindest in der Stadt fast vollständig verschwunden. Das ändert sich gegenwärtig. Denn durch rapide gestiegene Immobilienpreise sowie durch die veränderten Lebens- und Arbeitsgewohnheiten und die zunehmende Alterung unserer Gesellschaft erlebt das Mehrgenerationenwohnen aktuell eine Renaissance und hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen.

Viel Raum für sechs Personen

Eine gelungene Umsetzung findet sich im Amsterdamer Stadtteil Buiksloterham, wo das vor Ort ansässige Büro BETA office for architecture and city ein fünfgeschossiges, 8 m breites Mehrgenerationenhaus realisiert hat. Der Neubau wurde rückseitig mit einer transparenten Glasfassade ausgebildet, ansonsten aber mit tragenden Fassaden aus Betonmauerwerk sowie mit darauf aufliegenden, 330 mm dicken Deckenelementen aus Beton umgesetzt. Auf einer Wohnfläche von 450 m² integriert er zwei luftig geschnittene und materialbetont mit Beton, Glas und Holz umgesetzte Wohnungen, die durch ein zentrales Treppenhaus fließend miteinander verbunden sind.

Die untere der beiden Wohnungen wird durch die vierköpfige Familie von Partnerarchitekt Auguste van Oppen bewohnt und bietet neben freiem Zugang zum Garten auch einen zusätzlichen Büroraum im Erdgeschoss. In der barrierefrei über einen Fahrstuhl erreichbaren oberen Einheit sind die Schwiegereltern eingezogen. Beide haben bis vor kurzem noch auf dem Land gelebt und genießen jetzt in ihrem neuen Domizil den weiten Ausblick über die Stadt.

Bewusst doppelköpfig

Charakteristisch für den Neubau ist die kontrastreiche Gestaltung nach außen, die sich aus der Grundstückslage und aus dem Charakter des Stadtteils Buiksloterham ergeben hat: Das nördlich der Innenstadt und jenseits vom Fluss IJ gelegene Quartier wurde lange durch den Schiffbau bestimmt. Doch in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren hat sich rund um das Werksgelände der ehemaligen NDSM-Werft ein neuer Stadtteil mit vielfältigen Möglichkeiten für Kreative entwickelt.

Ein spannendes Experimentierfeld für individuelle Architekturentwürfe und für neue Formen des Zusammenwohnens bieten dabei die vier parallel ausgerichtetem Hauszeilen, die südlich vom Klaprozenweg entstanden sind. Bereits 2017 hatte BETA hier ein Wohnhaus mit strahlend-blauer Frontfassade für eine junge Familie umgesetzt, nur wenige Meter weiter liegt auch ihr 2018 bezogenes Mehrgenerationenhaus. Ausgehend von der Lage des Grundstücks zwischen der viel befahrenen Straße und der rückseitig angrenzenden Zeilenbebauung hat sich der Kontrast zwischen einer offenen und einer geschlossenen, beinahe anonymen Ansicht dabei fast von selbst ergeben.

Die Südfassade des Hauses in Richtung Garten haben die Planer im Kontrast zur Nordfassade als luftige Rahmenkonstruktion mit raumhohen Fenster- bzw. Schiebetürelementen ausgeführt: „Die schlanken Aluminiumprofile, das halbseitig um eine kleine Terrasse ausgeführte Staffelgeschoss auf der oberen Ebene sowie die mithilfe einer einfachen Stahlkonstruktion vorgesetzten, jeweils 1,40 m tiefen Balkone sorgen dabei für eine weitgehend stützenfreie Aussicht und einen freien Zugang nach außen auf sämtlichen Ebenen“, erklärt Architekt Auguste van Oppen. Das Aluminiumsystem für die Glasfassade (RT 72 Reflex) und für die Schiebetüren (AA4110) ist von Kawneer.

Für die 102 m² große Fassadenfläche kamen insgesamt 20 Fenster- bzw. Schiebetürelemente mit einer Größe von jeweils 260 x 200 mm und mit einer Dicke von bis zu 50 mm zum Einsatz. Der Einsatz der Dreifach-Isolierverglasung Climatop XN Light von Saint-Gobain Building Glass ermöglicht dabei eine hochwertige Wärmedämmung . Ausreichender Sonnenschutz wird über die vorkragenden Balkone sichergestellt.

Intelligente Innenraumgestaltung

Ähnlich funktional präsentiert sich auch das Innere des Hauses. Ausgehend von den Vorstellungen der Bewohner entstand ein intelligentes und weitgehend barrierefreies Raumkonzept: Es nutzt einerseits die Vorteile des Generationen übergreifenden Wohnens optimal und schafft vielfältige Möglichkeiten zur Begegnung, andererseits ermöglicht es aber auch ausreichend Privatsphäre für jeden einzelnen und stellt außerdem ein Maximum an Flexibilität für künftige Anpassungen sicher.

Als verbindendes Rückgrat fungiert das zentral platzierte, nach oben hin zunehmend offeneres und spielerisch durch die Farbe Gelb markierte Treppenhaus. Der angrenzende Lift ermöglicht zugleich einen getrennten und barrierefrei nutzbaren Zugang zur oberen Wohnung. Eine wichtige Rolle übernimmt außerdem die mittlere Ebene des Hauses: „Aktuell steht die Ebene als gemeinsam genutzte ‚Pufferzone‘ zwischen den beiden Wohnungen zur Verfügung, perspektivisch können wir sie aber ebenso wie den Gästebereich der Oberwohnung im 3. OG ohne größere Eingriffe der unteren Wohnung angliedern“, sagt der Architekt.

Große Sorgfalt legten die Planer auch auf die Grundrissgestaltung der verschiedenen Ebenen: „Ausgehend von den gegensätzlichen Fassadenansichten haben wir in Richtung Norden vor allem abgetrennte Räume, nach Süden eher offene und gemeinschaftlich nutzbare, teilweise auch doppelgeschossig ausgeführte Bereiche geschaffen“, erklärt Auguste van Oppen das Konzept.

Betont wird diese Anordnung durch eine materialbetonte Ausführung: In Richtung Norden trifft das weitgehend sichtbar gebliebene Betonmauerwerk hart und unvermittelt auf die 8 m langen Deckenelemente aus Beton, zum Garten hin haben die Planer an vielen Stellen zusätzlich auch Elemente aus Holz verwendet, um hier einen weicheren Raumeindruck zu erzielen.


Projekt: Mehrgenerationenwohnhaus

Standort: Buiksloterham, Amsterdam

Bauherr: privat

Planung: BETA office, Amsterdam
Planungsteam: Auguste van Oppen, Evert Klinkenberg
www.beta-office.com

Bauunternehmen: ATB Leerbroek, Leerbroek (NL)

Ausführung: Huibers Constructieadvies, Broek op Langedijk (NL)

TGA: Huibert Spoorenberg (NL)

Bruttogeschossfläche: 450 m2

Fertigstellung: 2018


Architekt Auguste van Oppen: „Nach ersten Skizzen hatten wir schnell die Idee, das Haus straßenseitig mit einer schwarz verputzten, dabei hochwärmegedämmten und in ihrer minimalistischen Reduktion beinahe abstrakt wirkenden Lochfassade aus Betonmauerwerk mit vergleichsweise kleinen Öffnungen zu gestalten, um so den Innenraum vom Straßenlärm abzuschirmen und den Wärmeverlust nach Norden zu reduzieren.“


Für die Fenster- bzw. Schiebetürelemente von je 260 x 200 mm Größe und 50 mm Dicke wurde die Dreifach-Isolierverglasung Climatop XN Light aus Wärmeschutzgründen gewählt – aber auch, weil das Gewicht geringer ist.


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