Erweiterung des Sprengel Museums Hannover

Großzügig rhythmisiert

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Ein wachsender Kunstbestand machte eine Erweiterung des Sprengel Museums in Hannover notwendig. Eine Herausforderung stellte die Verbindung zwischen Alt- und Erweiterungsbau dar. Um auch große Kunstwerke in die unterschiedlichen Räume bewegen zu können, mussten die neu verbauten Türen über besonders große Abmessungen verfügen.

Das Sprengel Museum Hannover zählt bundesweit zu den bedeutendsten Museen der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Es befindet sich am Nordufer des Maschsees, nahe dem Zentrum Hannovers. Ihren Anfang nahm die Geschichte des Museums im Jahr 1969, als der Schokoladenfabrikant Bernhard Sprengel seine umfangreiche Kunstsammlung der Stadt Hannover vermachte – darunter Werke von Marc Chagall, Franz Marc, Emil Nolde, Pablo Picasso, Paul Klee und vielen anderen namhaften Künstlern. Im Jahr 1972 wurde ein internationaler Wettbewerb für das Museumsprojekt ausgelobt, 1979 eröffnete das Hauptgebäude. 1992 entstanden zusätzlich Auditorium und Wechselausstellungshalle.

Durch Ankäufe, vor allem aber durch Schenkungen und Dauerleihgaben wuchs der Kunstbestand des Hauses kontinuierlich an. Bald war klar, dass der Museumskomplex nochmals erweitert werden musste. Den Wettbewerb konnten 2011 Meili & Peter Architekten aus Zürich für sich entscheiden. Durch ihren Erweiterungsbau gewann das Sprengel Museum 5 250 m2 an Fläche hinzu, davon 1 400 m2 an Ausstellungsfläche. Im Vergleich dazu verfügt der Altbau über etwa 11 800 m2 mit rund 5 250 m2 Ausstellungsfläche. Zudem erweitern nun Werkstätten, Depots und speziell klimatisierte Lagermöglichkeiten für fotografische Arbeiten die Kapazitäten des Museums.

Rhythmisierte Fassade

Eine große Herausforderung war es, den eigenständigen Neubau mit dem kleinteiligen Bestandsgebäude zu verbinden und dabei die horizontal unterschiedlich angeordneten Ebenen miteinander zu vereinen. Der Erweiterungsbau wurde als einfacher, rechteckiger Körper gestaltet: ein 75 m langer und 20 m breiter, anthrazitfarbener Block, der sich entlang der Uferpromenade des Maschsees ausrichtet. Von einem verglasten Sockelgeschoss getragen, scheint der auskragende Quader über dem Boden zu schweben. Das vor Ort gegossene Betonkleid, das den Quader umhüllt, ist 12 m hoch. Die Oberfläche weist reliefartige Vor- und Rücksprünge auf, die durch unterschiedliche Wanddicken (25, 36 und 47 cm) entstehen. Die Betonoberflächen sind teilweise mit unterschiedlichen Techniken handwerklich nachbearbeitet. Damit sollte die Erscheinung eines „Werkstücks“ erzeugt werden. Durch die unterschiedlichen Dicken der zweischaligen, kerngedämmten Konstruktion, durch Fensterbänke sowie drei verglaste Loggien wird eine Rhythmisierung der Gebäudehülle erzeugt, die mit der Gestaltung im Inneren korrespondiert.

Tanzende Räume

Im Ausstellungstrakt bewegen sich die Besucher durch die sogenannten „tanzenden Räume“. Unterschiedliche Raumformate und Deckenhöhen (4,80 m, 5,10 m und 5,70 m) sowie leichte Achsverschiebungen der Räume im Grundriss rhythmisieren den Rundgang. Integriert sind die drei Loggien, die von außen als Unterbrechung der Fassade sichtbar werden. Wer aus der Ausstellung heraus in sie hineinschlüpft, befindet sich von einer Sekunde zur nächsten auf einer spartanisch ausgestatteten Ruheinsel, die den Blick auf die Straße oder den Maschsee eröffnet.

Die unterschiedlichen Ebenen des Alt- sowie Erweiterungsbaus werden durch eine doppelgeschossige Halle und eine großzügige Rampen- und Treppenspirale miteinander verbunden. Diese Halle ist das Herzstück des Neubaus und benannt nach dem amerikanischen Künstler Alexander Calder („Calder-Saal“), dessen berühmte Mobiles in dem Raum zu sehen sind. Das große Rondell ist nicht nur Durchgangs- und Eingangsbereich, sondern bildet einen Saal mit offener Raumstimmung, der für Veranstaltungen genutzt werden kann. Für viel Licht sorgt eine ganzseitige Glasfront. Sie lässt sich zum Hof hin öffnen, sodass auch größere Kunstwerke direkt in den Neubau angeliefert werden können.

Maßgeschneiderte Türlösungen

In Museen werden an Türen besondere Anforderungen gestellt, was Sicherheit sowie Brand-, Rauch- und Schallschutz betrifft. Im Sprengel Museum mussten die verbauten Türelemente zudem über besonders große Abmessungen verfügen. Diese waren notwendig, um auch große Kunstwerke in die unterschiedlichen Räume bewegen zu können.

Gegenüber der komplett verglasten Front zum Hof im Calder-Saal befindet sich beispielsweise eine großzügig gestaltete Tür. Für die 10 m hohe Wandfläche entwickelte der Spezialtüren-Hersteller Schörghuber als Schnittstelle zwischen Alt- und Neubau eine Sonderlösung. Die zweiflügelige T30 Brand- und Schallschutztür ist flächenbündig, gut 3 m breit und 3,60 m hoch. Darüber setzen sieben F90 Brandschutz-Festverglasungen an, jede mit einem Gewicht von 240 kg. Diese Festverglasungen sorgen oberhalb der Tür für Brand- und Schallschutz sowie eine lichtdurchflutete Sichtverbindung zwischen alt und neu. Im Ausstellungsbereich des Neubaus sorgt eine raumhohe Nischentür des Herstellers für baulichen Brandschutz. Diese liegt im Normalbetrieb flächenbündig in der Wand, sodass sie die volle Durchgangsbreite gewährt. Im Brandfall schließt die Tür automatisch und trennt die Gebäudeteile voneinander ab.

Darüber hinaus kamen in dem Gebäude weitere T30 und T90 Brand- und Schallschutztüren von Schörghuber zum Einsatz. Aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen des Museums wurden diese zum Teil mit einer Sicherheitsausstattung wie z.B. Mehrfachverriegelungen, Stiftsicherungen und Riegelschlössern ausgestattet. So ist ein Teil der Türen bis zur Widerstandsklasse RC 3 zertifiziert. Als Zugang über das Foyer des Neubaus dient eine großflächig verglaste Massivholz-Rahmentür, in der sich der vis-à-vis liegende Maschsee spiegelt. Um noch mehr Transparenz zu erreichen, wurde die zweiflügelige Tür beidseitig mit Festverglasungen kombiniert. Für das Sprengel Museum Hannover hat Schörghuber also Türen jeglicher Art den besonderen Anforderungen des Ortes angepasst – und so eine Vielzahl an maßgeschneiderten Türlösungen entwickelt.

Architekten:

Meili & Peter Architekten AG, Zürich

www.meilipeter.ch

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