Neubau des Verwaltungsgebäudes der Handwerkskammer Dortmund

In die Lücke gestapelt

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Transparent, dynamisch und kommunikativ – so zeigt sich die von Gerber Architekten realisierte neue Hauptverwaltung der Handwerkskammer Dortmund. Zwischen zwei älteren Bestandsbauten fungiert das gläserne Solitärgebäude als Bindeglied, das sich trotz seiner gestalterischen Eigenständigkeit in die umgebende bauliche Struktur integriert.

Im Dortmunder Kammerbezirk sind derzeit knapp 20 000 Unternehmen mit rund 127 000 Beschäftigten aktiv. Als regionale Dachorganisation vertritt die Handwerkskammer Dortmund deren Interessen auf allen Ebenen des wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Lebens. Bisher war die Hauptverwaltung der Kammer in einem Gebäude an der Reinoldistraße in der Dortmunder Innenstadt untergebracht. Die Bildungszentren hingegen befinden sich in zwei Gebäuden an der Ardeystraße. Um für Übersichtlichkeit, kurze Wege und auch regen Besucherzulauf zu sorgen, sollte ein repräsentatives Zentrum unter Einbeziehung der bestehenden Gebäude geschaffen werden. Aus zwei Standorten wurde schließlich einer.

Mit ihrem unverwechselbaren Entwurf schufen die Dortmunder Gerber Architekten ein Gebäude, das inhaltlich und räumlich den Dreh- und Angelpunkt der Handwerkskammer Dortmund bildet. Transparenz, Geradlinigkeit und klare Strukturen standen Pate bei der Entwicklung des architektonischen Konzeptes.
Dynamische Silhouette
Gerber Architekten nutzten die schmale Lücke zwischen den beiden Altbauten und errichteten dort den neuen Verwaltungsbau, der sich als langgestreckter gläserner Gebäuderiegel mit „übereinandergestapelten“ Geschossen dazwischen schiebt. Trotz seiner fünf Geschosse wirkt der Neubau filigran und vermittelt zwischen den unterschiedlich hohen Bestandsgebäuden. Das erreichten die Architekten zum einen durch die Pfosten-Riegel-Glasfassade, zum anderen durch die Auskragungen der Obergeschosse an den Stirnseiten.
Straßenseitig bilden die Geschosse mit ihrer Abtreppung jeweils ein Dach für das darüber liegende, so dass eine dynamische Silhouette entsteht und damit auch eine prägnante Eingangssituation, die bereits von weitem wahrgenommen wird. Das zurückspringende, von allen Geschossen überdachte Erdgeschoss soll zum Betreten einladen. Hier ist die Glasfront größer dimensioniert als bei den darüber liegenden Geschossen, da das Erdgeschoss ein Galeriegeschoss bildet und deshalb über entsprechend mehr Höhe verfügt.
Bei der Fassade arbeiteten die Architekten mit dem hochwärmedämmenden Pfosten-Riegel-System „FW50+.SI“ von Schüco, welches das Abtragen großer Glaslasten mit bis zu 700 kg pro Riegel ermöglicht. Mit diesem System konnten sämtliche gestalterische wie auch technische und energetische Anforderungen erfüllt werden.
Für die Eingänge des Neubaus wurde ein automatisches Schiebetürsystem eingesetzt, das sich besonders für Glasfassaden eignet: „Slimdrive SL NT-FR“ von Geze. Hinter filigraner Leichtigkeit steckt hier richtig Kraft. Mit seinen 7 cm Bauhöhe lässt sich „Slimdrive“ nahezu unsichtbar in die Fassade integrieren und bewegt Flügelgewichte bis 125 kg.
Transparenz auch innen
Der Zugang zum neuen Verwaltungsgebäude erfolgt über den Haupteingang an der Stirnseite und über jeweils einen Eingang an den Längsseiten im Erdgeschoss. Die längsseitigen Eingänge liegen sich gegenüber, so dass das Gebäude hier auf kurzem Wege durchquert werden kann und eine direkte Verbindung zu den dazugehörigen Bestandsgebäuden realisiert wird. Mit dieser Erschließungsachse dockt der Verwaltungsbau an die beiden älteren Bauten an. Den rund neunzig Mitarbeitern stehen in dem fünfgeschossigen Gebäude an der Ardeystraße siebzig Büro- und neun Besprechungsräume zur Verfügung. Erdgeschoss mit Galeriegeschoss und die drei Obergeschosse sind komplett barrierefrei ausgeführt.
Wer das Erdgeschoss des langen Neubaus durch den Hauptzugang betritt, wird von einem lichtdurchfluteten großzügigen Raum empfangen. Hier bietet sich ein Überblick über das komplette Geschoss, das als reine Empfangs- und Erschließungszone genutzt wird. Das darüber liegende Galeriegeschoss begrenzt den Raum nach oben hin zu einer Seite. In der Fläche strukturieren die großdimensionierten Stützen, die Treppen sowie die Möblierung des Empfangsbereichs das offene Eingangsgeschoss. Die Transparenz des Geschosses macht die Tragkonstruktion sichtbar.
Die Großzügigkeit des Foyers wird durch einen fugenlosen durchgehenden Bodenbelag betont, der schon in den Bestandsgebäuden verwendet wurde. „Bitu-Terrazzo“ ist ein strapazierfähiger, geschliffener Gussasphalt-Nutzestrich, dessen Optik individuell gestaltet werden kann.
Büros mit Durchblick
Im Galeriegeschoss sind Beratungsräume und in den Obergeschossen die Büros für die Mitarbeiter untergebracht, die auf der Basis von Grundmodultypen mit einer Raumtiefe von 5 m entwickelt wurden. So ist eine flexible Nutzung im Falle einer Umnutzung gewährleistet und die Büroräume können veränderten Anforderungen angepasst werden.
Das Thema Transparenz ist Leitgedanke der Handwerkskammer und wird auch durch die Architektur des neuen Gebäudes verkörpert. So wurde selbst bei der Ausführung der Büroräume „Durchblick“ in Form von durchsichtigen Wänden geschaffen. Als Abtrennung von Flur zu Büro sowie zu den Beratungsräumen fiel deshalb die Wahl auf das Glastrennwandsystem „Life 137“ von Lindner. Zwischen den Büros kam Lindner „Life 620“ als Trennung zum Einsatz, dessen Einfachverglasung als rahmen- und ständerlose Konstruktion ohne Notwendigkeit vertikaler Tragelemente ausgeführt ist. Konsequent setzten die Architekten hier im Inneren des Gebäudes das transparente Konzept fort. Die Glastrennwandsysteme sorgen für eine helle, offene Atmosphäre und erlauben dennoch mit ihren schalldämmenden Eigenschaften ein konzentriertes und ungestörtes Arbeiten.
Für die Bodenbeläge des Galeriegeschosses und der Obergeschosse wurden Objektteppichböden von Girloon verwendet, als Bahnenware und als Teppichfliesen verlegt. Die Teppichböden vereinen Behaglichkeit, eine klassische Ausstrahlung und hohe Strapazierfähigkeit. Mit dem Girloon „easyTEX“-Rücken können Teppichbahnen und Fliesen ohne feste Verklebung nur mittels einer Fixierung verlegt werden. Neben der Vermeidung von Trittgeräuschen bieten die Teppichböden sehr gute schallabsorbierende Eigenschaften.
Der Entwurf von Gerber Architekten schließt räumlich und inhaltlich eine Lücke. Mit der unverwechselbaren Architektur des neuen Verwaltungsgebäudes erhält Dortmund einen weiteren wichtigen Stadtbaustein, der das Stadtbild entscheidend mitprägt. Der identitätsstiftende Neubau öffnet sich nach außen und macht seine Nutzung als Zentrum der Handwerkskammer Dortmund und seine städtebauliche Position weithin sichtbar, ohne sich dabei in den Vordergrund zu stellen. Ein Gebäude, das neugierig macht und einen Blick hinter die Fassaden erlaubt.
Dipl.-Ing. Claudia Närdemann
Prof. Dipl. Ing. Eckhard Gerber: „Das architektonische Gestaltprinzip des Gebäudeentwurfs formuliert sich durch das Übereinanderstapeln der Geschossdecken mit den sich daraus entwickelnden auskragenden Geschossen zur Bildung des neuen Haupteingangs.“
Hochwärmedämmende Pfosten-Riegel-Fassade
Schiebetürsystem
Bodenbelag: Gussasphalt-Nutzestrich
Glastrennwandsystem
Objektteppichböden
Architekten: Gerber Architekten, Dortmund


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