Büro- und Ausstellungsgebäude in Kirrlach

Funktionen delegiert

Für den Neubau des Büros mit Ausstellung der Schreinerei Kremer in Kirrlach (Region Heidelberg) hat sich der Bauherr – auch gleichzeitig Architekt – für eine Lösung der Beheizung und der Beschattung entschieden, die ausschließlich über die Isolierglasscheiben gelöst bzw. reguliert werden.

Das einstöckige Gebäude hat an der Vorderfront eine nach vorn geneigte Fassadenkonstruktion, die ganzflächig verglast ist. Die Fassade aus Aluminiumprofilen wurde vor eine Holzkonstruktion gesetzt. Das Dach wird zusätzlich durch vier Stahlträger getragen, die als bewusster ästhetischer Akzent vor das Gebäude gesetzt wurden.
Auch die nach Osten gelegene Seitenwand ist als Glasfassade ausgeführt, während die Rückfront und die zweite Seitenwand vollständig geschlossen sind. Das obere Stockwerk wird als Büroraum genutzt, dem unteren Bereich kommt die Funktion als Ausstellungsraum zu.
Glas mit Innenleben
Zum Einsatz kam das Heizglas Glastherm IL, in dessen Scheibenzwischenraum SZR eine bewegliche Jalousie integriert ist. Insgesamt wurden 85 m² Fläche mit 26 Isoliergläsern verglast, wobei die meisten der eingesetzten Scheiben eine Größe von mehr als 3 m² haben. Die einzelnen Scheiben sind Multifunktionsgläser, die neben den üblichen Funktionen einer Isolierverglasung noch zwei zusätzliche Funktionen, die der Beheizung und der regulierbaren Beschattung, übernehmen.
Die Heizfunktion wird über eine modifizierte, stromführende Low-E-Schicht erzielt, die an einen separaten Stromkreislauf angeschlossen ist. Je nach Heizbedarf und Größe der Scheibe beträgt die Spannung zwischen 48 und 230 Volt. Damit können Temperaturen von 45 bis 50°C erzielt werden.
Das Besondere bei Glastherm IL® liegt darin, dass hier der Strom nicht, wie bei anderen Heizgläsern, über VSG oder 3-fach Verglasung geführt werden muss. Durch eine besondere Stromführung reicht die Low-E-Schicht eines Softcoating-Glases und ein SZR von 32 mm aus, ohne dass die Gefahr eines Kurzschlusses besteht. Neben einem Kosten- und Gewichtsvorteil hat man zudem eine sehr neutrale Ansicht.
Die zusätzlichen Lamellen im SZR (Typ Isolette®) werden zur Beschattung und zur Tageslichtlenkung eingesetzt. Sie können gehoben und gesenkt sowie gedreht und gewendet werden. Die Lamellen werden bei diesem Objekt motorisch mit einem separaten 24-Volt-Gleichstrommotor angetrieben. Da die Vorderfront der Fassade nach vorn geneigt ist, sind die Lamellen mit jeweils drei Spannseilen fixiert, um ein Aufliegen auf der Scheibe und eine mögliche Beschädigung der Beschichtung zu verhindern.
Drei Aufgaben in einem
Das Multifunktionsglas Glastherm IL® bewältigt somit bei diesem Objekt alle Klimaaufgaben. Im Sommer werden die Funktionen Beschattung, Lichtlenkung und Sonnenschutz durch die Jalousien übernommen, während in den Übergangszeiten und im Winter die Beheizung für ein angenehmes Raumklima sorgt.
Die Raumtemperatur wird in dem Gebäude durch ein Thermostat kontrolliert, das mit einem Messfühler auf der Glasscheibe parallel geschaltet ist, um die Temperatur auf der Glasoberfläche zu regulieren. Somit ist eine automatische und gleichmäßige Beheizung gewährleistet.
Der Benutzer erhält durch die Beheizung der Räume mit Heizglas zudem eine Reihe weiterer Vorteile. Gegenüber konventionellen Heizungen wird Heizglas sehr schnell warm. Der Wärmeverlauf von außen nach innen bewirkt ein schnelleres subjektives Wärmegefühl, ein Behaglichkeitsempfinden wird schneller erreicht. Außerdem entfällt das unangenehme Kälteabstrahlung an den Scheiben.
Quasi als „Nebeneffekt“ dient die Heizung auch als Mittel zur Verhinderung möglicher Kondensation an den Scheiben.
Freie Durchsicht
Die architektonisch gewollte Transparenz des Gebäudes wird durch Aufbauten für Heizkörper und außenliegenden Sonnenschutz nicht durchbrochen. Über die gesamte Verglasungsfläche ist eine freie Durchsicht gewährleistet.
Im Resultat ist somit ein offenes Gebäude entstanden, das die Funktionen Wärmedämmung, Sonnenschutz und Beheizung an das Isolierglas delegiert, ohne deren Transparenz zu beeinträchtigen.
Das neuartige Produkt wurde von der Kirrlacher Glasmanufaktur Andreas Herzog GmbH in Waghäusel entwickelt und zum Patent angemeldet.
Weitere Informationen
Isolierglas bba 535
Architekt: Dipl.-Ing. Jürgen Kremer, Waghäusel

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