Büro- und Veranstaltungsgebäudes in Esslingen von Fritzen28 Architekten

Fluide Eleganz

Neubau eines Büro- und Veranstaltungsgebäudes in Esslingen von Fritzen28 Architekten

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Es war die letzte noch freie Ecke des neuen urbanen Quartiers im Esslinger Westen – das schmale, spitz zulaufende Dreieck zwischen Weinbergen und Neckar. Der Neubau von Fritzen28 Architekten macht sich das Grundstück zu eigen und fügt sich mit markanter Formensprache behutsam in seine Umgebung ein.

Dipl.-Ing. Claudia Närdemann | jo

Der Arbeitgeberverband Südwestmetall versteht sich als Forum und Partner für seine Mitglieder aus der Metall- und Elektroindustrie. Für die beiden bisherigen Standorte Esslingen und Göppingen der Südwestmetall Bezirksgruppe Neckar/Fils war eine Zusammenlegung geplant. Ein unverwechselbarer Ort der Kommunikation und Begegnung sollte entstehen, der Raum für Veranstaltungen sowie Büroflächen bietet.

Auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück schloss sich der Verband dem bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekt der Stadt Esslingen an: Die „Neue Weststadt“, ein urbanes Quartier mit gemischter Nutzung, das auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs und Areals der Firma Hengstenberg entsteht. Für das geplante Büro- und Veranstaltungsgebäude wurde der westlichste Punkt Esslingens gewählt, der zugleich den Eingang in die „Neue Weststadt“ markiert.

Vom Nadelöhr zum Tor

Die städtebauliche Situation stellte die Architekten vor eine große Herausforderung. Wie ein Keil liegt das spitz zulaufende Grundstück zwischen Bahngleisen und der Mettinger Straße, die als Hauptzufahrt zur Esslinger Weststadt gilt. Westlich der Straße steigen malerisch die Weinberge an. Im Osten verläuft hinter den Bahngleisen der Neckar.

Als Eingang zur Weststadt musste der Neubau den dort bislang fehlenden Kontext der bestehenden urbanen Struktur zur umgebenden Landschaft herstellen. Um die vorherrschende Nadelöhr-Situation zu entschärfen, lag der Fokus darauf, ein Gebäude zu planen, das eine stimmige Überleitung von den Weinbergen zur angrenzenden Blockrandbebauung bildet. Mit ihrem Entwurf gelang es den Architekten, einen unverwechselbaren Stadtbaustein zu schaffen, der sich mit seiner Umgebung verzahnt und darüber hinaus als Tor zur Weststadt wahrgenommen wird.

Entstanden ist ein unkonventionelles Bürogebäude an einem besonderen Ort, das von den schwierigen Abmessungen des Grundstücks und dessen exponierter Lage gestalterisch und funktional profitiert. Mit seiner geschwungenen und gestaffelten Kubatur spiegelt der Neubau die Analogie zu den benachbarten Weinbergen wider. Die Formen der einzelnen Ebenen sind nie identisch und erinnern an Höhenlinien einer topografischen Karte. An manchen Stellen rücken sie ein, an anderen wieder aus.

Konsequent setzt der Neubau das Thema der Terrassierung der Weinberge um, von den einzelnen Geschossen bis hin zum Gründach des vierten Geschosses, das sich auf der großzügigen Dachterrasse der dritten Ebene erhebt. Auch im Außenbereich wird die terrassierte Gestaltung des Gebäudes aufgenommen. Weiße Stützmauern integrieren sich in das Gesamtbild und ergänzen die Höhenstaffelung, die zur vorhandenen Blockrandbebauung überleitet.

Dynamische Fassaden

Auf dem Sockelgeschoss „stapeln“ sich drei weitere Ebenen. Die Materialität der Fassaden betont im Zusammenspiel mit der Formensprache die Schichtung und Dynamik des Neubaus. Verglasungen umrunden im Wechsel mit weißen Flächen das Gebäude, wodurch auch Transparenz entsteht.

Für die Fassaden wählten die Architekten das Wärmedämm-Verbundsystem „StoTherm Classic“ mit glatter Putzbeschichtung. Dieses System besteht durchgängig aus zementfreien Komponenten, wodurch es über eine hohe Elastizität verfügt. Das Ergebnis ist eine Fassade, die neben einer effizienten Wärmedämmung maximale Stoß- und Schlagfestigkeit sowie Riss-sicherheit bietet.

Um die vielen Rundungen problemlos meistern zu können, kam für die umlaufenden Verglasungen nur ein flexibles System in Frage. Die Architekten entschieden sich für das Pfosten-Riegel-Fassadensystem „Schüco FW 50+.HI“ , das auch in puncto Wärme- und Schallschutz alle Anforderungen erfüllt. Durch die schmalen Ansichtsbreiten der Pfosten wirken die einzelnen Fensterelemente wie durchgehende Fensterbänder. Da dieses Fassadensystem auch als Überkopfverglasung ausgeführt werden kann, wurde es ebenfalls als Dach über dem zentralen Lichthof eingesetzt. Ein Highlight in der Nordfassade sind die beweglichen Großlamellen des Typs „Schüco ALB“ , die vor dem Veranstaltungssaal vertikal montiert wurden. Sie sorgen jeweils für die richtigen Lichtverhältnisse, sowohl für Präsentationen und Filme als auch für Vorträge.

Kommunikativ konzipiert

Das maßgeschneiderte Raumkonzept hat mit dem eines klassischen Verwaltungsbaus wenig gemein. Schon beim Betreten des Gebäudes wird rasch klar, worum es hier geht: Kommunikation und Transparenz. Ein lichtdurchflutetes, offenes Foyer empfängt den Besucher. Es bietet einen schnellen Überblick und eine leichte Orientierung. Über den großzügigen Luftraum im Bereich der Treppe stellen die Galerien eine Verbindung zwischen den verschiedenen Ebenen her. Der Luftraum reicht bis ins dritte Geschoss und findet seinen Abschluss in einem Glasdach. Analog zu den Geschossebenen liegen die Ausschnitte der Öffnungen zwar übereinander, sind aber nicht identisch. Vielfältige Blickbeziehungen gewähren spannende Ein- und Ausblicke in alle Richtungen. Zusammen mit den horizontalen und vertikalen Erschließungswegen sowie den vielen Aufenthaltsbereichen erzeugen sie eine lebendige Atmosphäre, die von Begegnung und Kommunikation geprägt ist.

Um den Luftraum herum befinden sich Foyer, Empfang, Veranstaltungsflächen und Meeting Points. Sie bilden den Übergang zu den Bürobereichen, die entlang der Fassaden an der Ost- und Westseite des Gebäudes angeordnet sind.

Innenraum mit Ausstrahlung

Wertige und klare Materialien bestimmen die Atmosphäre. Verglasungen, weiße Wände und Decken sowie der warme Ton des geölten Bambusparketts von Moso dominieren den Raum. Die lange und breite Fußbodendiele der Serie „Bamboo Elite“ mit der Optik „Density gestreift“ besteht zu 100 % aus Bambus. Durch die quer verpresste Mittelschicht erhält die Diele eine entsprechend hohe Stabilität.

Für eine optimale Ausleuchtung sorgt die ausgeklügelte Lichttechnik, die auf LED-Leuchten und einer nutzungsorientierten sowie tageslichtabhängigen Steuerung von Nimbus basiert. Damit wird ein umgerechneter Strombedarf von 6 Watt pro Quadratmeter Nutzfläche erreicht. Alle Leuchten arbeiten mit Lichtsensoren, die für eine selbstständige Anpassung der Leuchtstärke sorgen – und zwar dezentral für einzelne Leuchtengruppen, die über den Funkstandard „Zigbee“ miteinander kommunizieren.

Mit ihrem Entwurf verwandelten Fritzen28 Architekten das einstige städtebauliche Nadelöhr an der Mettinger Straße in einen repräsentativen Eingang zur Weststadt Esslingens, der mit seiner Architektur das Stadtbild an dieser Stelle prägt.

Architektin Dipl.-Ing. Katrin Kussinna:
„Kennzeichnend für den Entwurf ist
die Eleganz geordneter Komplexität
und der Eindruck nahtloser Fluidität
– Eigenschaften, die auch in natürlichen
Systemen vorkommen.“

Architekten:

fritzen 28 Architekten, Esslingen

www.fritzen28.de

Grundriss EG.
Bild: fritzen28
Grundriss 3. OG
Bild: fritzen28


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