Neubau einer Wohnanlage in Auwald

Hochwertig monolithisch

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Das Wohnquartier „Wohnen am Auwald“ von su und z Architekten erhielt bereits zwei Auszeichnungen: Deutscher Ziegelpreis 2017 und „Preis für Qualität im Wohnungsbau“. Die Außenwandkonstruktion aus hoch wärmedämmenden, perlitgefüllten Ziegeln erfüllt in monolithischer Bauweise ohne Zusatzdämmung, aber mit hoher Tragfähigkeit den Anspruch der Architekten an Nachhaltigkeit.

Sabine Heinrich-Renz | be

Die Donauauen zwischen Ingolstadt und Neuburg zählen mit ihrem rund 2 500 ha großen Auwald zu den bedeutendsten Flusslandschaften in Mitteleuropa. Ausläufer des Auwaldes ziehen sich als Grünzug bis in das stark wachsende Ingolstadt hinein. Dort konnte durch die Konversion eines Kasernengeländes dringend benötigter Wohnraum erschlossen werden. Öffentliche und private Grünräume in Verbindung mit einem langgestreckten Park in der Mitte des Quartiers schaffen es, den grünen Charakter weiterzuführen.

Im Südosten der Stadt wurden auf knapp 14 ha der umgesiedelten Pionierkaserne drei Baufelder mit unterschiedlicher Nutzung in den letzten Jahren bebaut. Neben Studentenwohnungen und Flächen für meist kleinere Gewerbe nahm die Wohnbebauung im nördlichen Baufeld, das an den Auwald-Grünzug grenzt, den Großteil ein. Auf einer Fläche von 40 300 m² entstand hochwertiger Wohnungsbau mit unterschiedlichen, zwei- bis dreigeschossigen Haustypen für insgesamt rund 500 Wohneinheiten.

Auf insgesamt knapp 4 600 m² wurde das Quartier „Wohnen am Auwald“ zwischen 2014 und 2016 realisiert. Vier Baukörper mit 36 Wohneinheiten gruppieren sich dort in windmühlenartiger Anordnung um jeweils einen Innenhof, der den Kontakt der Bewohner untereinander fördern soll. Jeder Baukörper besteht aus einem zwei- und dreigeschossigen Kubus. Die dreigeschossigen Kuben definieren den Straßenraum und grenzen das Baufeld nach außen ab. Die zweigeschossigen Kuben stecken den gemeinsamen Innenhof ab. Vom zentralen, grünen Wohnhof aus erschließen sich alle Wohnungen, ergänzt von Tiefgaragen.

Innerhalb der dichten kleinteiligen Struktur wurden zwei Wohntypologien realisiert: Wohnungen, deren Räume sich zu ruhigen unbefahrbaren Außenräumen hin orientieren, sind als barrierefreie Geschosswohnungen ausgebildet. Die Gebäude an den Straßen sind als Stadthäuser konzipiert. Durch ihre vertikale Struktur in den oberen Etagen entstanden private, uneinsehbare Räume. Beiden Typen sind private Freiräume zugeordnet: Dachterrassen für die Stadthäuser, Balkone oder Loggien für die barrierefreien Wohnungen.

Großzügige quadratische Fensteröffnungen gliedern die Lochfassade und lassen Tageslicht ins Rauminnere. Tiefe metallische Rahmen fassen die Fenster und bilden zusammen mit den Fensterfaschen einen Kontrast zum rauen Untergrund der Putzoberfläche. Die glatten Putzfaschen heben sich vom rauen Untergrund ab und geben der Fassadenoberfläche zudem Tiefe. Textur und Farbe rhythmisieren die Fassaden und verleihen den Häusern eine eigene Identität.

Kompakte, energieeffiziente Bauweise

Alle Gebäude sind in massiver, einschaliger Ziegelbauweise errichtet und entsprechen den Anforderungen der EnEV 2009. Die Kompaktheit der Baukörper, eine CO2-neutrale Fernwärme-Energieversorgung sowie eine konstante Vermeidung von Wärmebrücken ermöglichten die Erreichung des KfW-Effizienzhaus70-Standards der Gebäude. Entscheidend tragen die hochwärmedämmenden Außenwände aus Poroton-S9-Planziegeln in 36,5 cm Wanddicke dazu bei, den energieeffizienten Gebäudestandard einzuhalten. Der Planziegel mit einem U-Wert der Wand von 0,23 W/(m²K) hält mit innenliegender Dämmung aus natürlichem Vulkangestein (Perlit) die Wohnräume im Winter warm und im Sommer kühl. Dafür sorgen seine klimaregulierenden Eigenschaften. Zahlreiche Zertifizierungen unterschiedlichster Umwelt-Labels von natureplus, über eco-Institut bis Blauer Engel (Poroton-Perlit-Dämmstoff) belegen die wohngesunden Eigenschaften perlitgefüllter Ziegel von Schlagmann Poroton.

Für Architekt Reinhard Unger vom Büro su und z Architekten aus München stand die Nachhaltigkeit der Gebäudehülle klar im Vordergrund:

„Wir schlossen eine zusätzliche Wärmedämmung der Fassade von vornherein aus, präferierten dafür ein hochwertig ausgeführtes, monolithisches Ziegelmauerwerk mit handwerklich anspruchsvollem Putz als Finish.“

Höhere Tragfähigkeit und bessere Statik

Ein neues Lochbild beschert dem Poroton-S9 eine fast 50% höhere Tragfähigkeit als bisher. Der massive Ziegelkörper gibt statische Sicherheit und meistert hohe Belastungen im mehrgeschossigen Wohnungsbau. Gebäude von bis zu neun Stockwerken in monolithischer Ausführung können damit realisiert werden. Mit der hohen Druckfestigkeitsklasse 12 sowie einer Mauerwerksdruckfestigkeit fk nach DIN EN 1996 (EC6) von 5,3 MN/m² hält der Objektziegel sogar einer Belastung von bis zu 530 t auf 1 m² Wand Stand. Mit einer geprüften Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten (F90-AB) erreicht er zudem die geforderten Brandschutzvorgaben im Wohnungsbau. Das korrigierte, bewertete Schalldämmmaß des Poroton-S9 beträgt bei einer Wanddicke von 36,5 cm ≥ 48 dB. Damit lassen sich auch erhöhte Schallschutzanforderungen im Objektbau realisieren.

Planung:

su und z Architekten PartG mbB, München

http://suundz.de/

Tragwerksplanung:

MS Planungsbüro Michelson und Schmidt, Ravensburg

www.m-s-planungsbuero.de

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