Blockrandbebauung mit Einzelhäusern: Grüne Wohnhofgärten in Landau

Neubau von Wohnhäusern in Landau

Zeitgemäßer Schallschutz nach VDI 4100

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Städtische Blockrandbebauung auch mit Einzelhäusern: Arnold Architekten planten auf einem ehemaligen Weinhandelgelände sieben neue Stadthäuser und integrierten den denkmalgerecht sanierten Gründerzeitbau. Die Bauweise mit einschaligem Mauerwerk ohne Wärmedämmung ist bauphysikalisch sicher und ermöglicht innovative Lösungen für Grundrisse und Schallschutz.

„Oberstes Gebot bei Planung und Anordnung der einzelnen Baukörper war die harmonische Einbindung des Gesamtensembles in den städtischen Kontext“, erklärt Thorsten Arnold, der gemeinsam mit seinem Vater das Architekturbüro leitet.

Die Außenwände der sieben neuen Stadthäuser – ein Quartier mit dem Namen „Grüne Wohnhofgärten“ – entstanden monolithisch aus Mauerwerkziegeln. Das einschalige Mauerwerk erfordert keine zusätzliche Wärmedämmung, um heutige Energiestandards zu erfüllen. Entstanden sind 38 barrierefreie Wohnungen und zwei Einheiten für betreutes Wohnen. Tradition und Moderne begegnen sich bei diesem Bauvorhaben auf besondere Weise. Das Prinzip der Blockrandbebauung bildet zugleich die städtebauliche Klammer der einzelnen neuen Gebäude und des historischen Baukörpers.

Identitätsstiftender Lebensraum

„Wir haben das Projekt um ruhige begrünte Wohnhöfe herum entwickelt, die als Namensgeber herangezogen wurden“ , erläutert Thorsten Arnold. „Lücken zwischen den Baukörpern und Gliederungen gewähren Wege und Blickbeziehungen zu den umliegenden Gebäuden.“

Die Höfe markieren jeweils den zentralen und identitätsstiftenden Lebensraum für die Bewohner. Dabei handelt es sich um keine autarken Inseln. Die große Erschließung über die gesamte Quartierlänge ist zugleich auch öffentlicher Fußweg zwischen angrenzenden Straßen. Sie ist auf dem Niveau des Garagenfußpunktes angeordnet. Hier befinden sich auch die Eingänge zu den einzelnen Häusern. Dank dieser Planung nimmt das Ensemble die traditionellen Blockrandlinien auf und führt damit den typischen Stadtgrundriss aus Straße, Haus und Hof fort.

„Das Einzelhaus und die bewährte urbane Idee der Blockrandbebauung verschmelzen zu einer neuen Gesamtform“ , fasst Thorsten Arnold zusammen. Die Farbgebung des Außenputzes greift das Bild der historischen ockerfarbenen Klinkerfassaden auf, zeigt aber auch den eigenen Charakter der Neubauten. Auf den Kellern der alten Weinhandlung, die teilweise als Gründung benutzt wurden, erhebt sich bei den rückwärtigen Gebäuden zunächst das lichtgrau verputzte Erdgeschoss, das zum größten Teil als Parkhaus dient. Darüber befinden sich die gelb verputzten Wohngeschosse in Ziegelbauweise, ehe sich das Staffelgeschoss in Weiß anschließt.

Außenwände ohne Zusatzdämmung

Auch in der Materialität der Baukörper gelang den Architekten eine Symbiose aus Bewährtem und Innovativem. Denn die Neubauten entstanden mit Putzfassade – im Unterschied zum sanierten Verwaltungsgebäude und einer in den Eckneubau integrierten Gründerzeitfassade aus klassischem Sichtmauerwerk. Der verwendete Poroton-S9-MW von Wienerberger erlaubte eine moderne Interpretation der Bauweise: In monolithischer Ausführung, ohne Fassadendämmung, sorgt er für hochwärmedämmende Außenwände. Durch optimierte Geometrie der Stege und Kammern sowie durch deren Verfüllung mit Mineralwolle hat der für den Objekt- und Geschosswohnungsbau geeignete Ziegel eine Wärmeleitfähigkeit von nur 0,09 W/(mK). Bei der in Landau verwendeten Wandstärke von 30 cm ergibt sich zusammen mit dem Putz ein U-Wert von 0,28 W/(m²K). Der Primärenergiebedarf ist mit etwa 70 kWh/m²a gering.

Damit weisen die Außenwände der „Grünen Wohnhofgärten“ durch das Mauerwerk allein bereits zeitgemäßen Wärmeschutz auf. Zudem entfallen nicht nur der Arbeitsaufwand für die Montage von Dämmplatten, sondern eventuelle Folgeprobleme für Brandschutz, Verschmutzung oder Veralgung. Stattdessen weist der Rohbau eine homogene keramische Oberfläche auf, die einen idealen Untergrund für Innen- und Außenputz bildet.

Schallschutz mit geschlitzter Wand

Die Innenwände stellen eine Kombination aus Massiv- und Leichtbau dar. So wurden die Treppenhauswände mit speziellen Wienerberger Poroton-Schallschutzziegeln (PFZ) erstellt, während die Wände innerhalb der Wohnungen und sogar die Wohnungstrennwände in Trockenbau ausgeführt wurden. Ausschlaggebend dafür waren in Teilbereichen statische Grenzen, die sich aus der Gründung auf altem Gemäuer ergaben. Trotz dieser leichten Bauweise galt es, den geforderten hohen Schallschutz zwischen den Wohnungen sicherzustellen.

Dazu hat Wienerberger eine Lösung eingebracht, die die Schallübertragungen über die flankierenden Außenwände weitgehend verhindert: Etwa 20 mm breite Schlitze trennen die Außenwände im Bereich der geschosshoch einbindenden Wohnungstrennwände voneinander und sorgen so für bauakustische Entkopplung.

Die Schlitze sind mit Mineralfasern gefüllt. Am Außenputz sind sie mit Putzprofilen und elastischem Füllstoff ausgebildet. Das Ergebnis sind Schallschutzwerte, die nicht nur DIN 4109 entsprechen, sondern sogar die deutlich strengeren Anforderungen der Schallschutzstufe III nach VDI 4100:2007–08 erfüllen. Bei einer Direktschalldämmung der Poroton-S9-MW-Außenwände von 48 dB wurden für die Wohnungstrennwände im fertigen Gebäude Schalldämm-Werte von 65 dB und mehr gemessen.

Diese Lösung wurde auch im Bereich der massiven Treppenhauswände eingesetzt.

Neben diesem zeitgemäßen Lärm- und Ruheschutz profitieren die Bewohner der „Grünen Wohnhofgärten“ auch von der bauphysikalischen Sicherheit der bewährten monolithischen Bauweise und dem geringen Wärmebedarf. Ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk sowie eine zentrale Warmwasserbereitung sorgen für behagliches Klima in den fußbodenbeheizten Wohnungen.

Architektur und Bauausführung:

Arnold Architekten, Landau in der Pfalz

Entwurf:

Architekt Thorsten Arnold

Baukonstruktion / Bauleitung:

Architekt Felix Sonnendecker

Technische Bearbeitung:

Architekt Holger Bertram



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