Neubau einer Sternwarte in New Hampshire - Fassade aus Titanzink

Neubau einer privaten Sternwarte in New Hampshire

Aus Granit emporgewachsen – Kantige Fassade aus Titanzink

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Zink bzw. Titanzink als Fassadenmaterial kommt häufig aufgrund seiner Ästhetik und Flexibilität ins Rennen. Der Bau einer privaten Sternwarte zeigt, welche anderen Aspekte bei solch speziellen Projekten zusätzlich an Bedeutung gewinnen können und maßgeblich entscheidend sind.

Guido Wollenberg | jo

Die kantigen Formen des Gemma Observartory scheinen aus dem Gipfelplateau empor zu wachsen. Am Ende einer steilen Anfahrt über eine abgelegene Schotterstrecke erhebt es sich aus einer felsigen Hügellandschaft in New Hampshire im Nordosten der USA. Graues Granitgestein bestimmt die Umgebung. Das Plateau liegt im Zentrum eines mehrere Kilometer großen „dunklen“ Bereichs mit geringer Besiedlung. Hier herrscht nur eine sehr geringe Luft- und Lichtverschmutzung. So bietet das Observatorium optimale Bedingungen für astronomische Betrachtungen des Nachthimmels.

Das eigenwillige Gebäude gibt seine Funktion nicht auf den ersten Blick preis. Erst eine genauere Betrachtung enthüllt, dass es sich um eine Sternwarte handelt. Die traditionelle Kuppel, wichtigstes Erkennungszeichen eines Observatoriums, fehlt. Der Bauherr wünschte sich ein Gebäude, dass trotz seiner formgebenden Funktionalität ein einzigartiges Erscheinungsbild aufweist und gleichzeitig in die natürliche Umgebung eingebunden ist.

Die Pläne für das Gemma Observatory entstanden im Architekturbüro Anmahian Winton Architects aus Cambridge, Massachusetts. Das Team ließ sich dabei maßgeblich durch die felsigen Formationen aus Granit inspirieren, die das Plateau auf dem Hügel bestimmen. Zwischen der Form des Gebäudes und der rauen Landschaft vermittelt die Fassadenbekleidung: Hellgraue Großrauten aus Titanzink. Mit der Wahl der Bekleidung, ihrer Dimension, Farbe und Patina stellen Anmahian Winton Architects eine unmittelbare Beziehung zu den dominierenden grauen Felsen her.

Die Sternwarte teilt sich in drei Hauptbereiche, den eigentlichen Beobachtungsraum mit dem Teleskop, ein Außendeck und einen Innenbereich im Erdgeschoss. In diesem finden sich ein Forschungsbereich, eine Schlafkoje und ein Wärmeraum. Dieser extra isolierte Wärmeraum hilft, kalte Winternächte zu überstehen. Da es in dieser Jahreszeit weniger atmosphärische Störungen gibt, eignet sie sich besonders gut für die Forschung.

Fassade als Bindeglied
zwischen Architektur und Natur

Eine terrassierte Betonplattform bildet das Bindeglied zwischen der Felslandschaft auf der Hügelspitze und dem Gebäude. Dieses Betonfundament ist direkt auf einem großen Stück Granit verankert. Die darauf aufbauende Gebäudehülle besteht aus vorgefertigten Holzverbund-Dämmplatten (SIPs, Structural Insulated Panels), an die eine Zinkfassade angebracht wurde.

Die Außenhülle der Sternwarte gestaltete Anmahian Winton Architects mit rund 450 m² VMZ Flatlock Profilen von VMZinc in der Oberflächenqualität Quartz-Zinc. Die Titanzink-Paneele umhüllen das Observatorium in einem unkonventionellen Muster, dessen Linienführung sowohl die unregelmäßige Geländetopographie als auch die Geometrie des Gebäudes einbezieht. In diesem Muster verbinden sich Form und Design der Sternwarte mit der Umgebung. Die Architekten setzten eine Modellierungssoftware ein, um die genaue Größe und Anordnung der Zinkelemente herauszuarbeiten. Am Bildschirm optimierten sie Zuschnitt und Ausrichtung der Profile schrittweise bis zum gewünschten Endergebnis.

Aus Sicht von Anmahian Winton Architects erwies sich Zink als das ideale Material für diese Aufgabe. Einer der Hauptgründe dafür war die Anpassungsfähigkeit des Werkstoffs an unterschiedlichste architektonische Formen, so dass die Umsetzung der komplexen Gebäudegestaltung mit dem beweglichen Turm als Schwerpunkt kein Problem darstellte. Ein weiteres Argument lag in der Funktion des Gebäudes begründet.

Als metallischer Werkstoff gibt Zink durch starke Sonneneinstrahlung aufgestaute Wärme nach Sonnenuntergang schnell wieder ab. So werden atmosphärische Verzerrungen verringert, die durch die Wärme erzeugt werden, die vom Gebäude aufsteigt.

Das verlängert die Zeitdauer, die für die astronomische Arbeit zur Verfügung steht. Aus gleichem Grund wurden die Wände des Innenbereichs sorgfältig isoliert, um den Wärmeaustausch zwischen Außen und Innen so gut wie möglich zu verhindern. Neben der zum Objekt und der Umgebung passenden Ästhetik des Materials spielten weitere zinktypische Eigenschaften eine Rolle. Der geringe Wartungsaufwand einer Konstruktion mit Zink und die Langlebigkeit passten zur schwer zugänglichen Lage. Im Laufe der Jahre wird das Quartz-Zinc durch die natürliche Bewitterung eine Patina bilden, die das Gebäude weiter mit der Landschaft zusammenwachsen lässt.

Architekten:

Anmahian Winton Architects,
Cambridge, Massachusetts, USA

http://aw-arch.com



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