Neubau einer Beruflichen Oberschule in Regensburg

Im Kern gedämmt

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Beim Bau eines neuen Bildungszentrums in Regensburg wurde auf die zukunftsfähige Ausrichtung geachtet und deshalb ein Konzept mit wegweisender Technik auch für die energetischen Maßnahmen erstellt. Aufgrund der hohen Wärmeschutz-Anforderungen entschieden sich die Planer bei der Dämmung der Außenwände für eine Kerndämmplatte.

Einen zentralen Ort zu schaffen, der die über die Stadt verteilten Einrichtungen der unterschiedlichen Fachbereiche zusammenführt: Das war der Leitgedanke zur neuen Beruflichen Oberschule in Regensburg. Der Bildungscampus befindet sich an der Schnittstelle zwischen Wohn- und Gewerbegebiet und hat auch die Funktion eines städtebaulichen Bindeglieds.

So ist auf dem ehemaligen Gelände der Bundeswehr die neue städtische Oberschule entstanden. In zwei Bauabschnitten wurden neue Räumlichkeiten für die Fachrichtungen Technik, Wirtschaft und Sozialwesen geschaffen. Neben Fach- und Klassenräumen stehen den Regensburger Schülern nun auch Mensa, Bibliothek sowie freie Lernbereiche zur Verfügung. Die Gemeinschaftsräume sowie die Fachbereiche Technik und Wirtschaft wurden im Frühjahr 2016 in Betrieb genommen. Im September 2016 folgte die Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes mit dem Fachbereich Sozialwesen. Zudem entstand auf dem Gelände eine großzügige Zweifachsporthalle mit Freisportanlagen. Teil der zukunftsfähigen Ausrichtung der Schule war auch die Umsetzung eines wegweisenden Energie- und Technikkonzepts.

Hochgedämmte Gebäudehülle

Ein umfassendes Energie- und Technikkonzept sichert den nachhaltig umweltfreundlichen Betrieb der Oberschule. Die Reduzierung des Energiebedarfs, der Einsatz erneuerbarer Energien sowie der schonende Umgang mit der Ressource Wasser sind die drei Schwerpunkte des neuen Konzepts. Ein kompakter Gebäudekörper und ein effektives Wärmedämmsystem verhindern hohe Wärmeverluste über die Gebäudehülle. Damit wird eine effiziente und sparsame Energieversorgung des Objektes möglich.

Für die Außenwände kam die Kerndämmplatte Ursa Geo Kdp 32/V in 18 cm Dicke zum Einsatz: Die durchgehend wasserabweisende Wärmedämmplatte aus Mineralwolle eignet sich aufgrund ihrer Materialeigenschaften als Kerndämmung in der zweischaligen Außenwand. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt 0,032 W/(mK).

Die Dämmplatte ist wasserabweisend und zudem einseitig mit gelbem Glasvlies kaschiert, der das Material zusätzlich vor dem Eindringen von Nässe schützt und im Bereich der Dämmstoffhalter verstärkt. Der diffusionsoffene Dämmstoff (μ = 1) lässt den im Gebäudeinneren auftretenden Wasserdampf durch und trägt so zur Regulierung des Raumklimas bei.

Gleichzeitig erfüllt das Material die Anforderungen an die Euroklasse A1 nach DIN EN 13501-1. Damit ist es in die beste Brandschutzklasse eingestuft: Es brennt nicht, glimmt nicht und tropft nicht brennend ab. Bei der Anwendung auf der Baustelle zeichnet sich der Dämmstoff durch eine praktische, leichte Handhabung aus. Bei Bedarf ist die Platte auch als Rolle erhältlich, die sich besonders für eine schnelle, einlagige Verlegung eignet. Zertifiziert mit dem Gütesiegel „Blauer Engel – emissionsarm“ erfüllt Ursa Geo zudem die Kriterien eines gesundheits- und umweltfreundlichen Materials.

Effizienz in allen Bereichen

Zusätzlich wurde ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung eingesetzt. Es gewährleistet eine witterungsunabhängige Be- und Entlüftung der Klassenräume. Die Kombination aus optimaler Dämmung und einem außenliegenden Sonnenschutz bietet zudem einen guten sommerlichen Wärmeschutz. Eine Wärmezentrale aus mehreren Komponenten sichert den nötigen Wärmebedarf des Gebäudes. Mit Wasser-Wärmepumpen auf dem Dach jedes Fachbereiches wird die Grundlast der Wärmeversorgung gedeckt und über eine Fußbodenheizung gleichmäßig an die Räume abgegeben. In den warmen Sommermonaten kann das System zur unterstützenden Kühlung eingesetzt werden. Teil der Planung war auch eine extensive Dachbegrünung, die zur Verbesserung des Mikroklimas beiträgt und einen verzögerten Abfluss bei Niederschlägen bewirkt.

Gutes Licht und nachhaltige Baustoffe

Stilgebend für die Fassade sind sandfarbene Klinkersteine. Liegende Fensterbänder eröffnen Durchblicke zwischen innen und außen und tragen zu guten Lichtverhältnissen in den Klassenräumen bei. Bei der Auswahl der Materialien fanden ökologische Aspekte besondere Beachtung: So kam für die Profile der Fenster und Türen der nachwachsende Baustoff Holz zum Einsatz, der zu einem gesunden und lernfördernden Klima beiträgt. Der Dämmstoff Ursa Geo besteht aus der natürlichen Komponente Sand und zu über 60% aus Altglas. Damit ist er ressourcenschonend und nachhaltig. Die eingesetzten Baustoffe unterstützen die umweltfreundliche Gesamtausrichtung der Oberschule.

Der zweischalige Aufbau der Außenwand besteht aus einer 25 cm dicken Tragschicht aus Stahlbeton und 18 cm dicken Dämmebene mit 1 cm Luftschicht. Die vorgesetzte Klinkerfassade aus 11,5er Steinen bildet den äußeren Abschluss und bietet einen wirksamen Schutz gegen Schlagregen. Die zweischalige Konstruktion gewährleistet – neben einem sehr guten Wärmeschutz – zudem eine hohe Lebensdauer und geringe Wartungs- und Instandhaltungskosten.

Die Vormauerschale ist durch Dübelanker mit der Rohbauwand verbunden. Eine Klemmscheibe auf den Ankern dient zur Fixierung des Dämmstoffes und führt auftretendes Kondenswasser sicher ab. Über Konsolen und Fertigteile wird die Klinkerfassade auf Sturzhöhe jedes Geschosses abgefangen. Im Bereich der Fensteranschlüsse sind die Fensterbankfertigteile rückseitig ausgespart, um Wärmebrücken zu vermeiden. Hohe Anforderungen wurden auch an den Dachrandabschluss gestellt. Hier wurde die Attika umlaufend gedämmt und fachgerecht abgedichtet. Die obere Abdeckung der Attika bildet ein Betonfertigteil mit Klinkern, das mit einem leichten Gefälle nach innen eingebaut wurde.

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Architektur:
Schulz und Schulz Architekten,
Leipzig

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