Neubau eines Bürogebäudes in Amsterdam

Herausragend zertifiziert

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Das Bürohaus „The Edge“ gilt als ganz besonders nachhaltig. Es erlaubt auch einen Blick in die Arbeitswelt von morgen: Beispielsweise suchen sich die Mitarbeiter per App jeden Tag einen neuen, freien Schreibtisch. Architektur, Innendesign und Nachhaltigkeit verbindet ein ganzheitliches Konzept bis ins Detail – so z.B. auch in der Ausstattung der Küchen und Sanitärräume.

prm

Mit dem Gebäudekomplex „The Edge“ hat das Londoner Büro PLP Architecture in einem unverwechselbaren Entwurf das gestalterische Leitmotiv der Arbeitswelten von z.B. Microsoft und Google neu interpretiert. Smart Technology und ökologisch nachhaltiges Bauen definieren ein Gebäude der Superlative.

„The Edge“ wurde nach dem britischen Zertifizierungssystem BREEAM mit 98,36 % als „herausragend“ bewertet und gilt derzeit als das nachhaltigste Gebäude weltweit.

Mit rund 40 000 m2 Bürofläche, organisiert um ein gebäudehohes Atrium, ist der Komplex einer der interessantesten Neuzugänge in „Zuidas“ (Südachse), einem Geschäftsviertel im Süden der Amsterdamer Altstadt, das bis zum Jahr 2035 auf 270 ha Fläche wachsen soll. Auftraggeber von „The Edge“ war der niederländische Immobilienentwickler OVG Real Estate.

Bei der Planung des Hochhauses wurde von Anfang auf hohe ökologische Standards gesetzt – Nachhaltigkeit gehört in den Niederlanden zu den wichtigsten Kriterien bei der Wahl des Arbeitsplatzes. Jedes Detail des Gebäudes entspricht den Anforderungen, vom Stromverbrauch über das Heizungs- und Kühlsystem bis hin zur Kunststoffummantelung der Kabel und der Ausstattung in Küche und Sanitärräumen. „The Edge“ produziert dank einer effizienten Kombination von energetischen Maßnahmen und der Gebäudeform mehr Energie, als verbraucht wird. Der Stromverbrauch des Neubaus liegt rund 30% unter dem eines herkömmlichen Bürogebäudes. Zur Energiegewinnung nutzt man Geothermie und Solartechnik. Mit der Universität Amsterdam wurde z.B. eine Kooperation geschlossen und eine 65 000 m2 große Photovoltaikanlage auf das Dach montiert.

Der Solarstrom reicht aus, um alle Laptops, Smartphones und Elektroautos der Mitarbeiter zu versorgen. Die Ausrichtung des Baukörpers sowie die Gestaltung der gläsernen Außenhaut nutzen das Sonnen- und Tageslicht optimal aus. So fällt Tageslicht durch die großflächige Schrägverglasung direkt ins Atrium. Jeder Arbeitsplatz ist in einem Radius von 7 m zum nächsten Fenster eingerichtet worden. Ein spezielles Ventilationssystem schützt das Innere auch im Sommer vor Überhitzung.

Der Hauptmieter Deloitte, ein global tätiges Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen, hat den Entwurf der Architekten entscheidend geprägt.

„Schon beim ersten Treffen mit Deloitte war das Hauptthema, wie sich die Mitarbeiter und Kunden in dem Gebäude fühlen, was wir mit dem Gebäude für das Arbeitsklima erreichen wollen“, berichtet Ron Bakker, Partner von PLP Architecture.

Der grundlegende Gedanke: Die Architektur soll das Bewusstsein stärken, ein Teil des Ganzen zu sein. Herzstück des Hauses ist das 15-stöckige Atrium. Mit Cafés und einem Restaurant wirkt dieser Bereich fast wie eine einladende Hotellobby – Google und Microsoft haben es vorgemacht, mit Büros, in denen die Grenzen von Arbeit und Freizeit aufgehoben sind.

Die Architekten setzten sich gemeinsam mit Deloitte intensiv mit Arbeitsabläufen auseinander und bezogen den Faktor Mensch in das intelligente Bürokonzept von Anfang an mit ein. So entschieden sich die Planer für das Prinzip „Hotdesking“. Für 2 500 Mitarbeiter gibt es nur 1 000 Schreibtische.

„Die Mitarbeiter verbringen nur 30 bis 40% ihrer Arbeitszeit tatsächlich am Schreibtisch (…) – es gibt nichts Nachhaltigeres, als etwas nicht zu bauen, was man nicht braucht“, erklärt Ron Bakker.

Eine hauseigene App hilft den Mitarbeitern bei der täglichen Wahl ihres Arbeitsplatzes. Je nachdem, ob sie Ruhe oder Gesellschaft brauchen, stehen Sitzplätze, Arbeitsecken, Stehpulte, Team- oder Konzentrationsräume zur Auswahl.

Gebäudetechnik

Intelligente Gebäudetechnologie macht die Vernetzung von Mensch und Architektur möglich. In digitalen Decken sind rund 28 000 Sensoren eingebracht, die Bewegung, Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit registrieren. Die Mitarbeiter werden darüber hinaus aktiv in das Konzept der Nachhaltigkeit mit einbezogen: Mit der hauseigenen App können sie die LED-Beleuchtung dimmen und die Heizung steuern.

Der nachhaltige Charakter des Gebäudes wird auch in den durchdachten Details in der Ausstattung der Küchen und Sanitärräume deutlich. In den Küchen entschieden sich die Planer für „Grohe Blue“, um den Verbrauch von Plastik-Wasserflaschen zu minimieren. Die stilvollen Armaturen filtern das Trinkwasser, kühlen es und sprudeln es auch auf. Glaskaraffen laden ein, sich über den Tag mit Wasser zu versorgen. Ergänzt wird „Grohe Blue“ durch die Armatur „Grohe Red“ , die kochendes, gefiltertes Wasser für die Zubereitung von Tee direkt aus dem Hahn liefert. Damit entfällt zusätzlicher Energieverbrauch für einen Wasserkocher.

In den Sanitärräumen sorgt die Waschtischarmatur Europlus E berührungslos für Nachhaltigkeit. Die Armatur wird durch einen Infrarot-Sensor gesteuert und gibt nur so viel Wasser ab, wie benötigt wird. Die Toilettenspülungen werden mit Regenwasser versorgt. „The Edge“ ist damit bis ins kleinste Detail ein Pionier für zukünftige Arbeitswelten.

Architekten:

PLP Architecture, London

www.plparchitecture.com

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