Energiekonzept inlusive Wärmerückgewinnung für Neubau eines Wohnhauses mit Ferienwohnungen und Büro in Betzenstein

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Beim Neubau des Wohnhauses in Betzenstein sollte neben prägnanter Architektur in ökologischer Bauweise der Einsatz erneuerbarer Energien im Fokus stehen. Eine solarthermische Anlage und ein Integral-Gerät, das Wärmepumpe und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kombiniert, ermöglichen eine nachhaltige Energieversorgung.

Anforderung:

Einsatz erneuerbarer Energien plus gute Raumluftqualität

Lösung:

Kompakes Integralsystem inklusive Lüftung mit Wärmerückgewinnung und Zentralstaubsaugeranlage für hygienische Luft


Dipl.-Ing. Claudia Närdemann

Am Rande der Kleinstadt Betzenstein in der Fränkischen Schweiz verwirklichten die Architektin Petra Hüttinger und der Innenarchitekt Herbert Bucher ihren Traum vom Leben und Arbeiten an einem naturnahen Ort. Dabei entstand das „Refugium Betzenstein“, ein Wohnhaus mit Büro und zwei Ferienwohnungen, das individuelle Gestaltung mit ökologischer Bauweise und einem ausgeklügelten Energie-Konzept verbindet. Die Architektur entwickelte sich aus den funktionalen und gestalterischen Anforderungen der Bauherren sowie aus den topografischen Gegebenheiten des Ortes heraus.

Homogene Hülle

Nahe der nordöstlichen Begrenzung des großen Grundstücks ist der langgestreckte Baukörper mit dem Doppelsatteldach in einen Hang eingebettet. Die Basis bildet das gemauerte Erdgeschoss, auf dem Obergeschoss und Dach in Massivholzbauweise errichtet wurden. Schwarze Platten aus Faserzement in Doppeldeckung umhüllen nahtlos Dach und Fassade der oberen Etage. Formgebung und Materialität betonen die schlichte Kubatur und verleihen dem Gebäude eine homogene Wirkung.

Der Kontrast von weißem Sockel- und schwarzem Obergeschoss sowie die einheitliche Hülle aus Faserzementplatten prägen zusammen mit der klaren Formensprache die unverwechselbare Architektur des Gebäudes. Mit der Anordnung und der geradlinigen Gestaltung verzahnten die Architekten den Neubau behutsam mit seiner Umgebung. Die dunklen Schindeln für Dach und Fassade greifen dabei die regionale oberfränkische Bautradition mit Schiefer auf und interpretieren diese neu.

Grundrissorganisation

Nach Südost und Südwest öffnet sich das Gebäude mit Panoramafenstern und lässt weite Ausblicke auf die grüne Umgebung zu. Die Grundrissorganisation ist ebenso klar wie die Architektur. Im Erdgeschoss befinden sich Garage und Hauseingang sowie zwei großzügig dimensionierte Ferienwohnungen, die sich mit Fensterfronten nach Südwesten zu einer jeweils angegliederten Terrasse orientieren. Alle dem eigentlichen Wohnen zugeordneten Funktionen sind auf einer Etage im Obergeschoss gebündelt. Auch das Büro der Architekten ist hier untergebracht. Die große Holzterrasse nach Südosten verbindet Innen- und Außenraum. Im Inneren kennzeichnen viel Licht, Funktionalität und Weitblick – im wahrsten Sinne des Wortes – die Raumqualitäten. Die Architekten legten besonderen Wert auf eine ökologische und wohngesunde Bauweise. So kamen innen wie außen nur regenerative, gesundheits- und umweltverträgliche Baustoffe zum Einsatz.

Wärmedämmung

Zum energetischen Gesamtkonzept gehört auch eine effiziente Wärmedämmung. Die Außenmauer des Sockelgeschosses besteht aus „Poroton – T7 P“ Planziegeln. Durch die Ziegel-Füllung mit Perlit entsteht eine Wärmeleitfähigkeit von λ 0,07 W/(mk). So benötigt das monolithische Mauerwerk auf Passivhaus-Niveau keine zusätzliche Dämmschicht. Verputzt wurde das Mauerwerk mit dem „maxit ip 18 ML Kalk-Zement-Luftporen-Leichtputz“. Der spannungsarme Putz eignet sich besonders für wärmedämmende Mauerwerke mit λ ≥ 0,14 W/(mK). Im Oberschoss sind vor der Massivholzkonstruktion die Dämmplatten „Isolair“ von Soprema/Pavatex angebracht, die vor Kälte, Hitze und Lärm schützen und über sehr gute Brandschutzeigenschaften verfügen. Der Hohlraum dazwischen wurde mit „Gutex Thermofibre“ verfüllt. Die baubiologisch unbedenkliche Holzfaser-Einblasdämmung mit λD 0,039 W/(mK) ist diffusionsoffen und feuchtigkeitsregulierend.

Energiekonzept mit Wärmerückgewinnung

Bei der Haustechnik setzten die Architekten auf erneuerbare Energien und wählten das Integralsystem „Tecalor THZ 404 SOL“, das alle für ein Passivhaus wichtigen Komponenten in einem Gerät vereint. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe des Systems übernimmt die Heizfunktion und Warmwasserbereitung. Ebenso integriert ist eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung, die bis zu 90 % der Wärme aus der Abluft zurückgewinnt. Um die Effizienz noch weiter zu optimieren, wurde eine 10 m² große Solaranlage, bestehend aus „Tecalor TSK 27 premium S“ Flachkollektoren, auf den Satteldächern montiert. Versehen mit hochselektiver Miro-Therm-Vakuumbeschichtung und Antireflexverglasung sorgen sie für hohe Leistungswerte; bis zu 83 % der Sonneneinstrahlung können genutzt werden. Die thermische Solaranlage bereitet warmes Wasser und unterstützt die Heizung. Über eine Flächenheizung im Fußboden erfolgt die Heizwärmeverteilung. Eine Zentralstaubsaugeranlage entfernt Hausstaub und Pollen ohne Luftaufwirbelung und führt gemeinsam mit der Lüftungsanlage zu gesunder und sauberer Raumluft.

Mit minimalistischer, aber ausdrucksstarker Formensprache entwarfen Bucher Hüttinger Architekten ein nachhaltiges, wohngesundes Gebäude, das trotz eigenständiger Gestaltung den Charakter seiner Umgebung widerspiegelt.


Bauherren:
Herbert Bucher
und Petra Hüttinger

Architekten (Lph HOAI 1–8):
Bucher | Hüttinger – Architektur Innen Architektur, Betzenstein
www.bh-architektur-innenarchitektur.de

Zimmerei + Ingenieurholzbau:
Holzbau Kohl, Edelsfeld

Wohnfläche / Nutzfläche:
236,30 m²


Stimmen

Architektin
Dipl.-Ing. Petra Hüttinger:
„Architektur und Design als harmonische Einheit war unser Ziel, basierend auf den topografischen Gegebenheiten und traditionellen Formen und Materialien der heimischen Umgebung.“

Innenarchitekt
Dipl.-Ing. Herbert Bucher:
„Bei der Auswahl der Baumaterialien und der Haustechnik waren für uns die Aspekte des ökologischen, nachhaltigen und wohngesunden Bauens im Einklang mit der Natur ausschlaggebend.“


Regelwerk

DIN 1946–6

Die Lüftungsnorm schafft Regeln für die Belüftung von Wohngebäuden und legt Grenzwerte sowie Berechnungsmethoden für den notwendigen Luftaustausch fest. Kernstück der Norm ist die Unterscheidung von vier Lüftungsstufen.

Richtwerte Kohlendioxid
in der Raumluft:

unbedenklich: 1000 ppm, auffällig: 1000 bis 2000 ppm, inakzeptabel: 2000 ppm.
Quelle: Ausschuss für Innenraumrichtwerte, Bundesumweltamt

DIN V 4701–10
Norm zur energetischen Bewertung heiz- und raumlufttechnischer Anlagen.

Kollektornorm DIN EN 12975

Europäische Normenreihe zur Spezifikation von Anforderungen an thermische Solaranlagen und deren Bauteile.


Mehr zum Thema

  • bba-Fachbeitrag: Zentral oder lokal – Entscheidungskriterien für Lüftungen :

www.hier.pro/bba1017-Lueftung-Kriterien

  • Bundesverband Solarwirtschaft zum Thema Solarthermie:

www.hier.pro/bundesverb-solar

  • Infoportal VfW-Bundesverband für Wohnungslüftung e.V.:

www.hier.pro/bundesverb-wohn-lueftung

  • Expertenservice der dena Deutsche Energie-Agentur zur „Solarthermie“:

www.hier.pro/dena-solarthermie



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