Neubau eines Einfamilienhauses in Hägendorf in der Schweiz

Gläserne Vielfalt – Blick hinter die Glasfassade

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Hinter die Glasfassade geschaut: Im Schweizer Kanton Solothurn haben Arn + Partner AG ein ungewöhnliches Einfamilienhaus entworfen. Es ist ganz in Glas gehüllt – und zeigt auch im Inneren, wie vielfältig der transparente Werkstoff einsetzbar ist. Ob Küche, Bad oder Wohnraum: Für die unterschiedlich gestalteten Bereiche wurde ein breites Spektrum individueller Glaslösungen entwickelt.

Fabrice Nussbaumer | vs

Tagsüber keine künstlichen Lichtquellen einsetzen zu müssen – so lautete ein großer Wunsch des Bauherrn.

„Von Anfang an wurde das Gebäude von innen nach außen geplant und somit Glas Trösch komplett in den Planungsprozess mit einbezogen“, sagt Roberto Jäckle, Leiter des Produktmanagements Interieur bei Glas Trösch. Herausgekommen ist ein Gebäude, das die vielgestaltigen Einsatzmöglichkeiten von Glas demonstriert. „Ich kenne kein Gebäude, das auf kleinstem Raum so viele intelligente Glaslösungen vereint“, so Jäckle.

Die Hülle des zweigeschossigen Gebäudes besteht zum einen aus transparenten Fensterflächen, zum anderen aus opaken, grau getönten Glaspaneelen, die auf einer Holz-Unterkonstruktion mittels nicht sichtbarer Befestigungselemente angebracht wurden. Der moderne Glaskörper sticht damit deutlich aus seinem von traditionellen Einfamilienhäusern geprägten Umfeld heraus.

Der Grundriss ist klar und schlicht gehalten: ein offener Wohn- und Essbereich, Badezimmer und Garage im Erdgeschoss sowie Schlafräume und ein weiteres Bad im Obergeschoss. Der Eingangsbereich weitet sich zu einem großen, lichtdurchfluteten Hauptraum, in dem die Küche das zentrale Element bildet. Alle Räume wurden mit bodentiefen Fensterelementen versehen, die einen fließenden Übergang zum Außenraum schaffen. In Richtung Süden eröffnet sich ein weiter Panoramablick auf die Schweizer Alpen.

Glasfassade mit edler Optik

Die Gebäudehülle ist als vorgehängte hinterlüftete Fassade konzipiert. Der Wartungs- und Instandhaltungsaufwand der Glasfassade ist gering, da die einzelnen, bis zu drei Meter hohen Glaspaneele jederzeit austauschbar sind. Verwendet wurde Einscheibensicherheitsglas, das zuvor auf Belastungen wie beispielsweise extreme Windlasten getestet wurde. Die graue Farbe wurde als keramische Beschichtung im Walzendruckverfahren dauerhaft in das 8 mm dicke Glas eingebrannt. Dementsprechend sind die Glaselemente besonders widerstandsfähig, abriebfest, UV- sowie weitgehend lösemittelbeständig. Die gläserne Außenhaut verleiht dem Gebäude eine edle Optik, die sich je nach Wetterlage verändert: Die Spiegelungen geben unterschiedliche Stimmungen wieder. Auf der Oberfläche der Glasfassade entsteht ein lebhaftes Spiel aus Licht und Reflexion.

Lichtdurchflutete Räume

Der Wunsch des Bauherrn, tagsüber keine künstlichen Lichtquellen einzusetzen, war für die Planung maßgeblich. Raumhohe Isoliergläser bieten maximale Transparenz und ermöglichen eine effiziente Nutzung des Tageslichts. Außerdem sorgt das Glas für ein angenehmes Raumklima während des ganzen Jahres: Die Dreifachverglasung entspricht höchsten energietechnischen Anforderungen und bietet mit ihrer Beschichtung („Silverstar“) gleichermaßen einen Schutz gegen Überhitzung im Sommer sowie eine optimale Wärmedämmung im Winter. Bei einem Glasaufbau von 4/16/4 mm wird mit Silverstar beispielsweise ein Ug-Wert von 1,1 W/m²K erreicht.

Im Obergeschoss kamen bodentiefe Flügeltüren zum Einsatz, die mit einem gläsernen französischen Balkon als Absturzsicherung versehen sind. Das filigrane Glasgeländer („Swissrailing two sided“) sorgt dafür, dass Transparenz und Ästhetik der Fassade erhalten bleiben und die Sicht nach draußen nicht durch störende Konstruktionselemente behindert wird.

Glas trifft Holz

Das Einfamilienhaus vereint die beiden Materialien Glas und Holz in einer stilvollen Kombination. Während die äußere Hülle von Glas dominiert wird, besteht der Innenraum überwiegend aus hellen Holzelementen. Boden, Wände, Treppen und Decken sind mit weiß lasierten Dreischichtplatten aus Fichtenholz verkleidet, die – im Zusammenspiel mit der sehr guten natürlichen Belichtung – für eine freundliche und warme Atmosphäre sorgen.

Ein weiteres wichtiges Gestaltungselement, innen wie außen, sind Schattenfugen. So finden sich die schmalen Abstände zwischen den Fassaden-Glaspaneelen als gestalterisches Element auch im Innenraum wieder: Übergänge von Wand zu Treppe oder von Boden zu Wand erhalten durch die dezente Schattenfuge eine erkennbare Leichtigkeit.

Akzente durch Designglas

Im von Holz geprägten Innenraum setzten die Planer durch veredeltes Glas besondere Akzente. Die Küche ist weitgehend mit Glas verkleidet. Als raumteilendes Element bildet sie den Mittelpunkt des Wohn- und Essbereichs und setzt den offenen Raum in Szene. Die Arbeitsflächen und Fronten bestehen aus Glaselementen, deren fugenlose Oberflächen kratzfest, schlagunempfindlich, hitze- sowie säurebeständig und leicht zu reinigen sind („Swissculinaria Long Life“). Für die Küchenrückwand wurde ein individualisiertes Glas entwickelt, das mit Motiven aus zwei unterschiedlichen Glas-Trösch-Kollektionen („Graphic“ und „Traditional“) bedruckt wurde: Auf einem glänzenden, grau-schwarzen Hintergrund zeigen sich silhouettenhaft Hirsche und Rehe, die sich dezent von dem linienförmigen Muster absetzen.

Eine raumhohe Glasbox im Eingangsbereich beherbergt Garderobe sowie Badezimmer. Das helle Raum-in-Raum-Element vergrößert die Diele optisch; sein weißes, mattes Glas verleiht verleiht dem Eingangsbereich einen freundlichen Charakter. Als Zugang zum Badezimmer dient eine fast drei Meter hohe Glasschiebetür – eine Spezialanfertigung aus Verbundsicherheitsglas, bei der die Belastung der Beschläge bis an die Grenze ausgereizt wurde.

Optische Highlights im Bad

Die Badezimmer präsentieren gleich mehrere Lösungen in Glas. So sind neben den Duschkabinen auch die Wände und Böden im Duschbereich in Glas gestaltet. Dabei wurden die Farben an die individuellen Wünsche des Bauherrn angepasst. Während das Badezimmer im Erdgeschoss in einem lavendelfarbenen Violett schimmert, zeigt sich das Badezimmer im Obergeschoss in einem frischen Türkiston. Die Wandverkleidungen wurden zusätzlich mit einem grafischen Muster versehen, das durch die Dekorsatinierung eine seidig matte Oberfläche erhält. Im Duschbereich bestehen die Böden aus rutschfestem Satinglas mit ebenfalls seidigem Schimmer. Die Spiegel wurden als vorgesetzte Schiebetüren konzipiert, hinter denen sich in die Wand eingelassener Stauraum verbirgt. Das Glas in den Badezimmern ist nicht nur stilvolles Gestaltungselement, sondern lässt sich auch spielend leicht reinigen.

A propos spielen: Wer im Glashaus sitzt, darf zwar nicht mit Steinen werfen, mit Fußbällen aber schon. Denn das Glas erfüllt auch in Sachen Sicherheit höchste Anforderungen und hält den einen oder anderen Schuss neben das Tor spielend aus.

Architekten:

Arn + Partner AG, Münchenbuchsee (CH)

www.arn-architekten.ch

Holzelementbau:

Hector Egger Holzbau, Langenthal (CH)

www.hector-egger.ch

Hersteller
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